Trauerbegleitung am Arbeitsplatz
Trauert ein Mitarbeiter im Unternehmen, wollen im ersten Moment der Chef und alle Kollegen helfen und Rücksicht nehmen.
Fällt der Mitarbeiter – vor allem in einem kleineren Betrieb – wegen seiner Trauer allerdings für längere Zeit aus, belastet dies das Team. Auch wirtschaftlich kann es für das Unternehmen zur Belastung werden. Wie lässt sich also helfen und dabei erfolgreich weiterarbeiten? Die Handwerkskammer sowie die Bezirksärztekammer in Koblenz haben dafür das Angebot Trauer und Krisen gemeinsam meistern entwickelt.
Trauer- und Krisenbegleitung am Arbeitsplatz
Trauernde funktionieren oft für längere Zeit nicht so, wie man es bei der Arbeit gewohnt ist und wie es ihre arbeitsvertragliche Pflicht ist. Trauer ist keine Krankheit, aber die Folgen der Trauer können das Arbeitsverhältnis belasten durch
- emotionale Reaktionen, wie Weinen, Aggression, Passivität,
- häufige Krankschreibungen,
- Verspätungen,
- Unkonzentriertheit und vermehrte Fehler bei der Arbeit.
Sie brauchen sehr viel
- Verständnis,
- Rücksichtnahme,
- Geduld und eine
- einfühlsame Begleitung.
Oft tragen sie in ihrer Trauerzeit nur eingeschränkt zu den
- firmenorientierten Leitzielen,
- zur Qualitätssicherung und
- zur Produktivität
bei.
Konkrete Hilfsangebote für die Trauerbegleitung
Beim Pilotprojekt der Handwerkskammer Koblenz gibt es ein „rotes Telefon“, das Handwerker bei einem Trauerfall anrufen können. Dort bekommen sie Unterstützung. So ruft z. B. der Dachdeckermeister an und erzählt, dass er seinen Vorarbeiter nicht aufs Dach schicken kann, da er durch einen Todesfall in der Familie nicht einsatzfähig ist. Der Meister will wissen, was er tun und wie er seinem Mitarbeiter helfen kann.
Das Beratungsteam aus Ärzten, Arbeitsmedizinern, Betriebsberatern, Psychologen, Theologen, Trauerberatern, Sozialarbeitern und Psychotherapeuten erarbeitet dann speziell für diese Trauer- und Krisensituation ein individuelles Unterstützungspaket.
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