Risikokonzept für krebserzeugende Stoffe
Dass es keine Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) gibt, liegt daran, dass für krebserzeugende Stoffe keine Wirkungsschwelle bestimmt werden kann. Doch Gefahrstoffe werden mit Hilfe dieser technisch messbaren Werte eingestuft. Daraus lassen sich dann die entsprechenden Schutzmaßnahmen ableiten. Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) hat nun ein Konzept veröffentlicht, das weitere und neue Bewertungsmaßstäbe aufzeigt. Das Risikokonzept soll im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung in der Praxis angewendet, erprobt und bei Bedarf optimiert werden.
Arbeit sicher gestalten
Auch wenn sich in der Arbeitswelt nicht alle Risiken auf Null reduzieren lassen, muss die Arbeit so sicher wie möglich gestaltet werden. Deshalb wurde 2004 die Technische Richtkonzentration (TRK) für krebserzeugende Stoffe eingeführt. Sie basiert allerdings nicht wie der Arbeitsplatzgrenzwert auf der Gesundheit der Mitarbeiter sondern ausschließlich an der geringst möglichen Konzentration einer Substanz nach Stand der Technik.
Verzögerungen bei technischen Neuerungen
Der größte Nachteil der TRK war der, dass an Arbeitsplätzen mit geringen Werten eine technischen Optimierung nicht oder nur sehr verspätet durchgeführt wurde. Rechnerisch notwendig war diese Investition ja nicht, selbst wenn technisch längst bessere Ergebnisse möglich gewesen wären. So traten die TRK bereits 2005 außer Kraft.
Restrisiko einzelner Stoffe ausschlaggebend
Das neue risikoorientierte Konzept für die Beurteilung der Gefährdung durch krebserzeugende Stoffe orientiert sich am Restrisiko einzelner Stoffe. Es ist transparenter und wird in der Praxis erprobt. Der neue Ansatz erhöht den Minimierungsdruck abhängig vom Risiko.
„Das Risikokonzept für krebserzeugende Stoffe des Ausschusses für Gefahrstoffe. Von der Grenzwertorientierung zur Maßnahmenorientierung“ soll weiterentwickelt und spätestens 2015 Bestandteil der Gefahrstoffverordnung werden. Ausführlichere Informationen dazu gibt es bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
-
Bildschirmbrille: Fragen und Antworten
1.301
-
Wiedereingliederung - was ist zu beachten?
5531
-
Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht oder freiwillig?
398
-
Ist der Arbeitgeber zur Getränkeversorgung am Arbeitsplatz verpflichtet – wenn ja, wann?
323
-
ISO 3941:2026: Neue Brandklasse L für Lithium-Brände
276
-
Arbeitsstättenverordnung: Wann ist ein Pausenraum Pflicht?
238
-
Erfolgreich BEM-Gespräche führen
161
-
Drei-Schicht-System: Grundlagen, Funktionsweise und Arbeitsschutz
152
-
Was tun, wenn der Frosch nicht verschwinden will
129
-
Wenn ein Mitarbeiter nachts nicht mehr arbeiten darf
125
-
Gesund arbeiten im Hochbau: Mit "KlimaResist“ gegen Hitze und Extremwetter
27.08.2026
-
Bauindex 2026: Wie Unternehmen Bauprojekte sicher und effizienter gestalten können
24.08.2026
-
Neue Anwendung ResilienzCheck.org stärkt Unternehmensresilienz in Krisenzeiten
20.08.2026
-
BG Bau erweitert Prämiensystem: Neue Zuschüsse für Arbeitsschutz
18.08.2026
-
Immersives Lernen im Arbeitsschutz: Interview mit Berna Top
14.08.2026
-
Studie zu Unterziehhandschuhen: Hautschutz und Hygiene
11.08.2026
-
Muskel-Skelett-Beschwerden: Homeoffice birgt höhere Risiken
05.08.2026
-
Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte: Bremen geht neue Wege
03.08.2026
-
Suchtmittelmissbrauch am Arbeitsplatz: Prävention und Regeln
30.07.2026
-
Überarbeitete DGUV-Regel für die Luftfahrzeug-Instandhaltung
29.07.2026