Gefährdungsbeurteilung - aber wie?
Zeitdruck oder häufige Unterbrechungen bei der Tätigkeit kennen viele Branchen als belastenden Faktor. Wissenschaftliche Methoden decken die Ursachen dafür auf. Wer die kennt, kann auch etwas dagegen unternehmen. Gerade bei psychischen Belastungen sind solche präventiven Maßnahmen das A und O.
Fragebögen sind ein mögliches Werkzeug zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
Zeitdruck lässt sich messen, indem man eine Tätigkeit beobachtet und dazu die Zeit stoppt. Störungen kann man mit einer Strichliste dokumentieren. Beide Beispiele zeigen jedoch, dass solche Verfahren aufwendig sind und es dazu einen Experten braucht, der beobachtet und analysiert. Das ist jedoch in der Praxis oft schwer möglich und die Beschäftigten fühlen sich unwohl dabei. Als machbare und effektive Methode haben sich deshalb Fragebögen bewährt.
Fragebögen zu psychischen Belastungen gibt es branchenspezifisch oder universell. Damit werden Belastungen - nicht Beanspruchungen - von den Beschäftigten eingeschätzt.
Auswertung der erfassten psychischen Belastungen
Nennt maximal ein Drittel der Belegschaft einen Faktor als belastend, könnte man sagen, hier ist alles im grünen Bereich. Bei bis zu zwei Drittel sollte man noch einmal genauer schauen, ob nur ein bestimmter Arbeitsbereich oder eine bestimmte Tätigkeit betroffen ist. Stehen gleich mehrere Faktoren auf Rot, sollte man festlegen, welcher zuerst verändert werden sollte.
Nach der Gefährdungsbeurteilung: Prioritäten setzen
Insgesamt empfiehlt es sich, vor der Befragung festzusetzen, wie mit den Ergebnissen umgegangen werden soll. So muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, wie viel Veränderung realistisch ist und in welchem Zeitraum sie erfolgen soll.
Tipps und Hinweise für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
Das Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) gibt in "Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen" Tipps und Hinweise, wie mit dem Thema psychische Belastungen umgegangen werden kann.
Ein Tipp gegen psychische Belastungen aus dem IAG-Leitfaden ist die E-Mail als Kurznachricht: Die Information wird kurz und knapp direkt in die Betreffzeile geschrieben und endet mit EdN für „Ende der Nachricht“. So muss der Empfänger die Mail gar nicht erst öffnen.
Psychische Belastungen reduzieren - Mitarbeiter unterweisen
Im Rahmen von gezielten Unterweisungen können Mitarbeiter über Risikofaktoren und Folgen psychischer Belastungen am Arbeitsplatz informiert und zu den Möglichkeiten, wie sie dagegen angehen können, unterrichtet werden.
-
Bildschirmbrille: Fragen und Antworten
1.586
-
Wiedereingliederung - was ist zu beachten?
1.0501
-
Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht oder freiwillig?
567
-
Was tun, wenn der Frosch nicht verschwinden will
381
-
Arbeitsstättenverordnung: Wann ist ein Pausenraum Pflicht?
291
-
Gefahr durch Epoxidharz wird unterschätzt
258
-
Wutausbrüchen am Arbeitsplatz souverän begegnen
163
-
Dürfen Mitarbeiter frei bestimmen, wie sie ihre Pause verbringen?
155
-
Drei-Schicht-System: Grundlagen, Funktionsweise und Arbeitsschutz
147
-
Nach Corona-Erkrankung zurück an den Arbeitsplatz
129
-
Enttabuisierung psychischer Gesundheit: Schlüssel zum Unternehmenserfolg
23.12.2025
-
Diagnoseinstrumente der Organisationsberatung: Grundlage für ein wirkungsvolles BGM
18.12.2025
-
Sprechender Arbeitsschutz
16.12.2025
-
Mobilität und KI in der ambulanten Pflege
08.12.2025
-
Job-Crafting: Selbstgestaltung für mehr Arbeitsfreude
04.12.2025
-
Arbeitsbedingungen in der Paketbranche haben sich weiter verschlechtert
02.12.2025
-
Weihnachtsdeko im Büro: Bei feierlicher Stimmung an die Sicherheit denken
27.11.2025
-
Weniger Unfälle, mehr Berufskrankheiten
26.11.2025
-
Sitzen zwischen Büro und Homeoffice: Ein unterschätztes Risiko
25.11.2025
-
Curved Monitore: Ergonomische Vorteile für den Arbeitsalltag?
19.11.2025