Wie man langes Sitzen vermeiden kann
Zu langes Sitzen und zu wenig Bewegung erhöhen das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechsels sowie des Muskel-Skelett-Apparates. Übergewicht oder Diabetes können u. a. Folgen davon sein. Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter in Bewegung zu bringen und Arbeit so zu gestalten, dass ein Dauersitzen nicht stattfinden muss. Die Möglichkeiten der betrieblichen Prävention sind hierbei noch lange nicht ausgeschöpft.
Langes Sitzen gefährdet die Gesundheit
Beim Workshop "Gesundheitsgefährdung durch langes Sitzen am Arbeitsplatz" wurden 2019 wissenschaftliche Erkenntnisse und ausgewählte betriebliche Lösungsansätze präsentiert. Die Dokumentation dazu ist nun im Internet bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zum Herunterladen bereitgestellt. Hier das Fazit des Aufsatzes „Interventionen am Arbeitsplatz, die zur Veränderung des Sitzverhaltens anregen“ - der BAuA-Fachgruppe Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen:
Sitzzeiten verkürzen und das Dauersitzen unterbrechen
Für die betriebliche Gesundheitsförderung ist es wichtig zu wissen, dass es unterschiedliche Strategien gibt, um am Arbeitsplatz eine Veränderung des Sitzverhaltens anzuregen. So können z. B. Sitzzeiten verkürzt werden oder Sitzunterbrechungen stattfinden.
Sinnvoll können Sitz-Steh-Arbeitsplätze oder dynamisches Sitzen sein
Die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Veränderung des Sitz- bzw. Bewegungsverhaltens fällt jedoch sehr unterschiedlich aus, wie die Auswertung verschiedener Studien gezeigt hat:
- Sitz-Steh-Arbeitsplätze sind grundsätzlich sinnvoll. Sie können dazu beitragen, dass sich die Sitzzeiten verringern.
- In Bezug auf die Energiebilanz ist der Nutzen von Sitz-Steh-Arbeitsplätzen jedoch gering.
- Außerdem sollten Sitzzeiten nicht einfach durch Stehzeiten ersetzt werden, da auch langes Stehen gesundheitliche Auswirkungen haben kann.
- Dynamische Arbeitsplätze wirken sich positiv auf den körperlichen Zustand aus.
- Allerdings kann ein dynamischer Arbeitsplatz u. a. das Sicherheitsrisiko erhöhen.
- Die Qualität der Arbeitsergebnisse kann sich an einem dynamischen Arbeitsplatz verschlechtern.
Eine optimale ergonomische Gestaltung reicht nicht aus
- Es reicht nicht aus, einen Arbeitsplatz optimal auszustatten. Die Nutzer müssen zudem beraten werden. Und sie brauchen Informationen über die gesundheitlichen Auswirkungen einer Verhaltensänderung. Außerdem sind hier konkrete Vorschläge für das Sitzen und die Bewegung hilfreich sowie unterstützende organisatorische Maßnahmen.
- Sinnvoll ist es zudem, bei den Mitarbeitern zu erfragen, warum es zu langen ununterbrochenen Sitzzeiten kommt. Hier sind die persönlichen als auch die arbeitsplatzbezogenen Aspekte wichtig. Mit dem Ergebnis lassen sich anschließend individuelle Maßnahmen erarbeiten und gezielt umsetzen.
Mehr zum Thema Bewegungsförderung
-
Bildschirmbrille: Fragen und Antworten
1.812
-
Wiedereingliederung - was ist zu beachten?
1.5121
-
Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht oder freiwillig?
814
-
Arbeitsstättenverordnung: Wann ist ein Pausenraum Pflicht?
371
-
Was tun, wenn der Frosch nicht verschwinden will
279
-
Wenn ein Mitarbeiter nachts nicht mehr arbeiten darf
228
-
Drei-Schicht-System: Grundlagen, Funktionsweise und Arbeitsschutz
175
-
Gefahr durch Epoxidharz wird unterschätzt
144
-
Wie viele Schritte soll man am Tag gehen
1283
-
Dürfen Mitarbeiter frei bestimmen, wie sie ihre Pause verbringen?
126
-
Zeitarbeit im Wandel: Arbeitszufriedenheit und Risiken im Check
01.04.2026
-
Ü45-Check der Rentenversicherung im Test
31.03.2026
-
4 Tipps zur Durchführung von Sicherheitskurzgesprächen
20.03.2026
-
Pflege, Beruf und Familie: Die Belastung pflegender Angehöriger
19.03.2026
-
Sicherheitskultur: Stärken und Hürden aus Sicht der Sifa
18.03.2026
-
Gallup-Index: Emotionale Bindung bleibt schwach, Führung gefragt
16.03.2026
-
EU-Maschinenverordnung 2023/ 1230: Änderungen für Unternehmen
12.03.2026
-
Hürden der Teilnahme: Warum Beschäftigte BGF-Angebote meiden
10.03.2026
-
BAuA-Bericht: Aktuelle Zahlen zu Arbeitsschutz und Gesundheit
04.03.2026
-
Borreliose als Berufskrankheit: Anerkennung erleichtert
02.03.2026