40 % der Beschäftigten in Deutschland verbringen ihre Arbeit am Computer. Und sie sitzen durchschnittlich 11 Stunden am Tag. Dazu kommen oft lange Anfahrtswege. Für Bewegung bleibt da kaum Zeit. Die Lösung: Bewegung am Schreibtisch.

Gemeint sind keine Bewegungspausen, sondern Bewegung während der Schreibtischarbeit. Mit sogenannten bewegungsfördernden Arbeitsstationen ist dies möglich. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) und die Deutsche Sporthochschule Köln haben nachgewiesen, dass mit solch einem Arbeitsplatzkonzept positive physiologische und psychologische Effekte erzielt werden können.

Bewegung am Schreibtisch: In der Praxis bewährt

Zunächst wurde die Studie im Labor ausprobiert und dann in der Praxis mit 30 Mitarbeitern der Deutschen Telekom AG noch einmal durchgeführt. 6 Wochen lang haben die Studienteilnehmer an speziell eingerichteten Arbeitsplätzen gearbeitet. Dafür wurden unter den Schreibtischen Untertisch-Fahrradergometer aufgestellt. Die Arbeitsstationen wurden gut angenommen und positiv bewertet.

Bei Bewegungsmangel steigen gesundheitliche Risiken

Wer sich zu wenig bewegt, erhöht das Risiko für Übergewicht, Muskel-Skelett-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes. Aber auch Antriebsarmut oder depressive Verstimmungen könne eine Folge von Bewegungsmangel sein.

Stress lässt nach und Wohlbefinden steigt

Bei den Studienteilnehmern konnte nachgewiesen werden, dass durch die Bewegung während der Arbeit das Wohlbefinden gesteigert wird. Das Gefühl von Stress oder zu starker Beanspruchung kann dagegen gesenkt werden.

Regelmäßiges Training verhindert Übergewicht

Als Vorteile für die körperliche Gesundheit wurden ein höherer Energieumsatz und eine höhere Herzfrequenz gemessen. Damit kann z. B. Übergewicht verhindert werden. Allerdings muss dafür regelmäßig „trainiert“ werden.

Tägliche Bewegung ohne zusätzlichen Aufwand möglich

Die Wissenschaftler der Sporthochschule Köln empfehlen mindestens 3x pro Woche aktiv an der Arbeitsstation während der Schreibtisch- bzw. Computerarbeit leicht Fahrrad zu fahren. Ideal ist täglich gut eine Stunde. Damit lässt sich die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte Zeit der wöchentlichen moderaten bis intensiven Aktivität von mindestens 150 Minuten ohne zusätzlichen Aufwand erfüllen.