Lexikonbeitrag aus Arbeitsschutz Office

Home-Office

Home-Office

Beim Home-Office befindet sich die Arbeitsstätte selbst gewählt zu Hause. Der Erwerbstätige – Telearbeiter genannt – ist keinen Weisungen unterworfen. Auch wann er arbeitet, bestimmt er meist selbst und ob er das im Anzug oder in der Jogginghose tut, interessiert niemanden.

Es gibt kein Gesetz und keine spezielle Verordnung zum Home-Office. Für den Mitarbeiter in der Privatwohnung gilt deshalb der Arbeits- und Gesundheitsschutz wie für den Kollegen im Betrieb. Der Arbeitgeber ist verantwortlich und muss dafür sorgen, dass die Räume angemessen professionell und ergonomisch ausgestattet sind.

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Anzuwenden sind das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), die Bildschirmarbeitsverordnung (BildScharbV) und das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Zusätzlich gilt das Heimarbeitsgesetz (HAG), wenn es sich um nur einfach gelagerte Tätigkeiten handelt wie Schreiben nach Diktat oder Vorlage, Kontoristen- oder einfache Buchhaltungstätigkeiten, Schreiben von Verträgen oder Auswertung von Meinungsumfragen. Zudem gilt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) beim Umgang mit betriebsinternen Daten.

Für den, der unterwegs im Zug, am Flughafen oder im Hotel arbeitet, gelten weder die Arbeitsstätten- noch die Bildschirmarbeitsverordnung. Der Arbeitsschutz ist bei mobiler Büroarbeit nicht geregelt. Oft ungeklärt ist auch der Versicherungsschutz während der Arbeit zu Hause im Home-Office. Für eine eindeutige rechtliche Verantwortlichkeit muss u. a. geregelt sein, ob die Arbeit im Home-Office im Arbeitnehmerstatus oder freiberuflich ausgeführt wird. Selbstständigkeit oder Arbeitnehmerschaft hängen vom Grad der persönlichen Abhängigkeit ab (BAG, Urteil v. 16.7.1997, 5 AZR 312/96).

1 Grundlegende Begriffe

Zum besseren Verständnis werden die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit dem Home-Office mit ihren Hauptmerkmalen kurz erläutert:

1.1 Heimarbeit

Heimarbeit meint allgemein eine Erwerbstätigkeit, die meist zu Hause erledigt wird. Dabei werden einfach gelagerte Tätigkeiten ausgeführt. Diese Form der Arbeit gibt es schon sehr lange. Überwiegend Frauen arbeiten für den gewerblichen Bereich von zu Hause aus. Sie stellen am Küchentisch zum Beispiel Etuis her oder schrauben Kugelschreiber zusammen und werden nach Stückzahl bezahlt.

Wichtig

Komplexere Tätigkeiten

Komplexere Tätigkeiten am Computer im Home-Office gelten hingegen nicht als Heimarbeit sondern als Telearbeit.

1.2 Telearbeit

Verlagert ein Unternehmen Tätigkeiten nach außen und werden dafür Telekommunikationsmittel wie Computer und Telefon bzw. Handy eingesetzt, spricht man von Telearbeit. Wenn die Arbeit in einem Home-Office verrichtet wird, bezeichnet man das in der Wissenschaft auch als isolierte Telearbeit oder Teleheimarbeit. Telearbeit kann von einem Selbstständigen oder einem Arbeitnehmer als Organisationsform seiner Arbeit gewählt werden. (vgl. Tab. 1)

  • Wo wird die Arbeitsleistung erbracht?
  • Isolierte Telearbeit oder Teleheimarbeit • ausschließlich im Home-Office
  • Alternierende Telearbeit • wechselweise im Home-Office und in einem Büro der betrieblichen Arbeitsstätte
  • Mobile Telearbeit • an wechselnden Einsatzorten (z. B. von Außendienstmitarbeitern)
  • Telearbeit im Satellitenbüro • in einem Büro außerhalb des Firmensitzes
  • On-site-Telearbeit • im Betrieb des Kunden (z. B. bei Beratungstätigkeiten)

Tab. 1: Formen der Telearbeit

1.3 Home-Office

Der englische Begriff meint einen Arbeitsplatz oder ein Arbeitszimmer im privaten Umfeld. In der (Miet-)Wohnung des sog. Telearbeiters ist ein Büro mit einem Bildschirmarbeitsplatz eingerichtet.

Zu den gängigen Kommunikationsmitteln im Home-Office zählen:

  • PC,
  • Notebook,
  • Handy.

Immer mehr kommen auch zum Einsatz:

  • Telefonieren über Internet,
  • Smartphone und
  • Tablet-PCs wie etwa das iPad.

Das Home-Office ist mit dem Rechner bzw. Server der Betriebsstätte vernetzt. Der Austausch von Informationen, Daten, Dokumenten und Terminen erfolgt über

  • E-Mail,
  • Internet oder
  • Intranet sowie
  • mithilfe eines virtuellen privaten Netzes (VPN).

Ein Abgleich von Adressdatenbanken oder Kalendern ist jederzeit möglich – oft kabellos über Bluetooth oder WLan.

Eine repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2008 gibt Aufschluss über Arbeiten im Home-Office:

  • 53 % der Befragten – v. a. die 35- bis 44-Jährigen – würden gerne im Home-Office arbeiten.
  • 32 % der Befragten – hier v. a. über 55-Jährige – sind mit ihrem Büro zufrieden.

1.4 Das mobile Büro

In der flexiblen und mobilen Arbeitswelt fließen Privates und Berufliches häufig ineinander. Wer beruflich viel unterwegs ist, kann kaum noch sagen, wann und wo seine Arbeit beginnt und endet. Am Hotspot, im Hotel, am Flughafen oder Bahnhof und auch im Café kann jederzeit weltweit eine virtuelle Verbindung hergestellt werden.

2 Vorteile

Vom Home-Office haben sowohl Chefs als auch Mitarbeiter oft falsche Vorstellungen: eine Mutter, die während der E-Mail-Abfrage ihr Kind stillt, der Mitarbeiter, der mit dem Notebook auf dem Schoß vom Sofa aus Angebote schreibt, ein Arbeitsplatz, an dem nach Lust und Laune gearbeitet wird, auch nachts und an Sonn- und...

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