Lexikonbeitrag aus Arbeitsschutz Office

Telearbeitsplatz

Telearbeitsplatz

Beim Telearbeitsplatz (auch als Homeoffice bezeichnet) befindet sich die Arbeitsstätte ganz oder teilweise im Haus oder der Wohnung des Mitarbeiters.

Mit § 2 Abs. 7 ArbStättV vom 2. Dezember 2016 wird der Begriff Telearbeitsplätze neu aufgenommen. Telearbeitsplätze sind demnach vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die der Arbeitgeber eine mit den Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat.

Ein Telearbeitsplatz ist vom Arbeitgeber erst dann eingerichtet, wenn Arbeitgeber und Beschäftigte die Bedingungen der Telearbeit arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung festgelegt haben und die benötigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschließlich der Kommunikationseinrichtungen durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person im Privatbereich des Beschäftigten bereitgestellt und installiert ist.

Für den Mitarbeiter in der Privatwohnung gilt unter bestimmten Bedingungen der gleiche Arbeits- und Gesundheitsschutz wie für den Kollegen im Betrieb. Der Arbeitgeber ist verantwortlich und muss dafür sorgen, dass die Räume angemessen professionell und ergonomisch ausgestattet sind. Der Erwerbstätige – Telearbeiter genannt – ist zu Beginn einer Unterweisung unterworfen.

Der Begriff ist abzugrenzen zu mobiler Bildschirmarbeit und Heimarbeit.

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Anzuwenden sind das

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG),
  • §§ 1, 2 und Anhang 6 Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und
  • das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG).

Zusätzlich gilt das Heimarbeitsgesetz (HAG), wenn es sich nur um einfach gelagerte Tätigkeiten handelt, wie Schreiben nach Diktat oder Vorlage, Kontoristen- oder einfache Buchhaltungstätigkeiten, Schreiben von Verträgen oder Auswertung von Meinungsumfragen.

Darüber hinaus gilt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) beim Umgang mit betriebsinternen Daten.

1 Grundlegende Begriffe

Zum besseren Verständnis werden die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit dem Telearbeitsplatz mit ihren Hauptmerkmalen kurz erläutert:

1.1 Heimarbeit

Heimarbeit meint allgemein eine Erwerbstätigkeit, die meist zu Hause erledigt wird. Dabei werden einfach gelagerte Tätigkeiten ausgeführt. Diese Form der Arbeit gibt es schon sehr lange. Überwiegend Frauen arbeiten für den gewerblichen Bereich von zu Hause aus. Sie stellen am Küchentisch zum Beispiel Etuis her, schrauben Kugelschreiber zusammen, machen Qualitätskontrollen und werden nach Stückzahl bezahlt.

1.2 Telearbeit

Man spricht von Telearbeitsplatz, wenn

  • ein Unternehmen den Büroarbeitsplatz ganz oder teilweise in das Haus oder die Wohnung eines Mitarbeiters verlagert,
  • diesen über Telekommunikationsmittel anbindet und
  • der Bildschirmarbeitsplatz vom Unternehmen eingerichtet und installiert ist und
  • die Bedingungen in einer Vereinbarung geregelt sind.

Wenn die Arbeit nur an einem Telearbeitsplatz verrichtet wird, bezeichnet man das in der Wissenschaft auch als isolierte Telearbeit oder Teleheimarbeit.

Telearbeit kann von einem Selbstständigen oder einem Arbeitnehmer als Organisationsform seiner Arbeit gewählt werden (vgl. Tab. 1).

  • Begrifflichkeiten • Wo wird die Arbeitsleistung erbracht?
  • 1 • Isolierte Telearbeit oder Teleheimarbeit • ausschließlich im Haus oder der Wohnung des Mitarbeiters
  • 2 • Alternierende Telearbeit • wechselweise am Telearbeitsplatz und in einem Büro der betrieblichen Arbeitsstätte. Dies ist die gängigste Form.
  • 3 • Mobile Telearbeit • an wechselnden Einsatzorten (z. B. von Außendienstmitarbeitern)
  • 4 • Telearbeit im Satellitenbüro • in einem wohnortnahen Büro außerhalb des Firmensitzes
  • 5 • On-site-Telearbeit • im Betrieb des Kunden (z. B. bei Beratungstätigkeiten)

Tab. 1: Formen der Telearbeit in der Literatur Telearbeit im Sinne der ArbStättV ist nur die, die im Privatbereich der Beschäftigten 1 + 2 stattfindet und durch eine Vereinbarung geregelt und vom Arbeitgeber installiert und eingerichtet wurde.

Keine Telearbeit im Sinne der ArbStättV sind folgende Fälle:

  1. wenn nicht alle für den Telearbeitsplatz geforderten Merkmale vorliegen;
  2. Mitarbeiter, die zeitweise von zu Hause z. B. mit einem tragbaren Bildschirm arbeiten;
  3. Mitarbeiter, die in einem Satellitenbüro oder Coworking-Center arbeiten.

1.3 Homeoffice – der Telearbeitsplatz zu Hause

Der englische Begriff meint einen Arbeitsplatz oder ein Arbeitszimmer im privaten Umfeld. In der (Miet-)Wohnung des sog. Telearbeiters ist ein Büro mit einem Bildschirmarbeitsplatz eingerichtet. Homeoffice wird meist als ein synonymer Begriff zum Telearbeitsplatz genutzt.

1.4 Die Elemente eines Telearbeitsplatzes

Zu den gängigen Kommunikationsmitteln am Telearbeitsplatz zählen:

  • PC,
  • Notebook,
  • Handy und
  • die mobilen Medien, wie

    • Telefonieren über Internet,
    • Smartphone und
    • Tablet-PCs, wie etwa das iPad.

Der Telearbeitsplatz ist mit dem Rechner bzw. Server der Betriebsstätte vernetzt. Der Austausch von Informationen, Daten, Dokumenten und Terminen erfolgt über

  • E-Mail,
  • Internet oder
  • Intranet sowie
  • mithilfe eines...

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