Flucht- und Rettungswege / 3 Wichtig zu wissen
  • Fluchtwege müssen entsprechend ASR A1.3 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung" gekennzeichnet werden. Bei besonderer Gefährdung kann auch ein Sicherheitsleitsystem erforderlich sein, das z. B. gefährdungsabhängig die Fluchtrichtung anzeigt (ASR A3.4/7 "Sicherheitsbeleuchtung, optische Sicherheitsleitsysteme").
  • Wenn bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung das gefahrlose Verlassen eines Bereichs nicht möglich ist, ist eine Sicherheitsbeleuchtung (ggf. auch als lang nachleuchtende Kennzeichnung) erforderlich.
  • Ein Flucht- und Rettungsplan ist aufzustellen, wenn Lage, Ausdehnung bzw. Art der Nutzung des Gebäudes es erfordern. Ausschlaggebend dafür ist entweder eine bauaufsichtliche Vorgabe oder die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers.
  • Wenn Personen mit Behinderung beschäftigt werden, müssen Flucht- und Rettungswege sowie Alarmierungseinrichtungen grundsätzlich den Anforderungen des Anhang A2.3 der ASR V3a.2 "Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplätzen" entsprechen bzw. es müssen gleichwertige organisatorische Maßnahmen gefunden werden, um Menschen mit Behinderung ein sicheres Verlassen eines Bereiches zu ermöglichen.
  • Treppenhäusern in Fluchtwegen kommt im Notfall besondere Bedeutung zu. Rauchdichte Türen müssen unbedingt funktionsfähig und geschlossen (bzw. mit selbstschließender Feststelleinrichtung versehen) sein. Keile in Rauch- und Brandschutztüren sind lebensgefährlich! In Treppenhäusern dürfen keine Brandlasten (Kopierer, Getränkeautomaten, Papier, Abfall, Weihnachtsbäume, …) abgestellt werden.
  • Fluchtwege sollen schnell und sicher begehbar sein. Ausgleichsstufen (weniger als 3 Stufen), Fahrtreppen und -steige, Wendel- und Spindeltreppen sowie Steigleitern u. Ä. sind in ersten Fluchtwegen nicht zulässig.
  • Aufzüge sind nach Arbeitsstättenrecht als Teil des Fluchtwegs nicht zulässig, baurechtlich nur im Ausnahmefall (bestimmte Sonderbauten).
  • Gefangene Räume sind nur im Ausnahmefall zulässig. Auch Büroräume, die lediglich über ein Vorzimmer erreichbar sind, sollten deshalb zusätzlich einen unmittelbaren Ausgang zum Flur haben. Ausnahmen sind allerdings vertretbar, z. B. wenn wenig Menschen betroffen sind, wenn eine Sichtverbindung gegeben und die Brandlast im Vorraum gering ist oder bei Räumen mit i. d. R. kurzen Aufenthaltszeiten (z. B. Toiletten) usw.
  • Die Bestimmungen berücksichtigen nur in begrenztem Umfang die Belange von geh- und sehbehinderten Personen. Wenn solche im Gebäude arbeiten bzw. unter den Besuchern mit besonderer Häufigkeit zu erwarten sind, sind u. U. besondere Maßnahmen erforderlich.
  • Flucht- und Rettungswege sind stets freizuhalten. Gerade bei kleineren Gebäuden besteht die Gefahr, dass der zweite Rettungsweg mit den Jahren in Vergessenheit gerät, weil er nie benutzt wird. Aufstellflächen für die Feuerwehr dürfen nicht zugeparkt oder zweckentfremdet werden, Fenster, die als Anleitermöglichkeit für die Feuerwehr dienen, dürfen nicht zugestellt und müssen regelmäßig freigeschnitten werden.
  • Im Rahmen der jährlichen Unterweisung sollte auch eine Begehung der Fluchtwege erfolgen.

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