Zusammenfassung

 
Überblick

Trockene Luft ist unangenehm. Die Augen brennen, die Haut beginnt zu jucken und die Schleimhäute trocknen aus. Viel Trinken allein hilft da kaum. Besser und gesünder ist es, für eine angenehme und wohltuende Luftfeuchtigkeit zu sorgen, besonders an Arbeitsplätzen. Denn zu trockene Luft kann Erkrankungen begünstigen.

In der Natur sorgen Regen, Nebel oder Schnee sichtbar und spürbar für Feuchtigkeit. Doch auch in Gebäuden lässt sich ein optimales Raumklima gestalten und die Feuchtigkeit der Luft regulieren.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Wenn es um ein behagliches Raumklima geht, müssen die Faktoren Lufttemperatur, Luftgeschwindigkeit und relative Luftfeuchte im Zusammenhang betrachtet werden. Dazu gibt u. a. Abschn. 8 DGUV-I 215-410 "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze – Leitfaden für die Gestaltung" mit den Unterthemen Raumklima bzw. Strahlung Auskunft. Luftfeuchte als Parameter der Raumluft und v. a. das Thema Feuchtelast werden in der ASR A3.6 "Lüftung" behandelt.

Maßgeblich beim Thema Raumluft sind außerdem die Richtlinienreihe VDI-6022 "Raumlufttechnik und Raumluftqualität" sowie die VDI-3803 "Raumlufttechnische Anlagen – Bauliche und technische Anforderungen". Ausführliche Informationen finden sich zudem in DGUV-I 215-520 "Klima im Büro".

1 Wo und warum wird Innenraumluft befeuchtet?

In der Industrie gibt es Bereiche, wo Luftbefeuchtung unerlässlich ist, z. B. in der Papierverarbeitung. Denn gleichbleibend gute Druckergebnisse brauchen ein stabiles Raumklima mit ausreichend feuchter und reiner Luft. Und in modernen Weinkellern ohne Lehmboden muss durch Befeuchtungssysteme eine hohe Luftfeuchtigkeit erzeugt werden. So können Fässer "atmen" und der Wein oder die Destillate natürlich reifen. Oder in Gärtnereien: Dort wird im Gewächshaus die Luft befeuchtet, damit Pflanzen, Blumen und Setzlinge besser wachsen. Dabei wird ein feiner Nebel erzeugt, der in jeden Winkel gelangt, ohne Tropfen zu bilden. In Bürogebäuden dagegen ist zu viel Feuchte unerwünscht.

Aber auch in Büroräumen hat die Luftfeuchte Auswirkungen:

  • Ausreichend feuchte Luft tut den Menschen gut und fördert die Gesundheit.
  • Gute Luft stärkt das Wohlbefinden der Beschäftigten.
  • Krankmeldungen gehen zurück und die Kosten für Arbeitsausfälle sinken.
  • Elektrostatische Aufladungen nehmen ebenso ab wie die Belastung der Innenraumluft durch Feinstaub.
 
Wichtig

Luftfeuchtigkeit gegen elektrostatische Aufladungen

Bei Bildschirmarbeitsplätzen kann es zu elektrostatischen Aufladungen kommen. Dann "funkt" es bei der Berührung von Geräten oder zwischen Kollegen. Je trockener die Luft, desto häufiger passiert das. Um solche elektrostatischen Entladungen zu reduzieren, hilft es, das Raumklima auf eine gewisse Grundfeuchtigkeit zu bringen. Bei den empfohlenen max. 50 % Luftfeuchte in Büroräumen ist die Umgebung nur noch wenig aufgeladen.

Warme Luft nimmt mehr Wasserdampf auf als kalte. Tauscht man z. B. 22 °C warme Raumluft mit einer relativen Feuchte von 50 % gegen eiskalte Außenluft mit einer relativen Feuchte von 50 % aus, sinkt mit der Zeit die Luftfeuchte deutlich.

Als absolute Luftfeuchte bezeichnet man die Wassermenge, die in einem bestimmten Luftvolumen als Wasserdampf enthalten ist. Steigt die Temperatur, sinkt die relative Luftfeuchte. Die relative Luftfeuchte meint das Verhältnis von absoluter Feuchte und maximal aufnehmbarer Wassermenge bei einer bestimmten Temperatur.

 
Wichtig

Lüften im Winter

Der eine möchte es gern kuschelig warm, der andere eher kühler und der Dritte sehnt sich ständig nach Frischluft. Und dann spielt auch die Luftfeuchte noch eine Rolle, wenn es um die Behaglichkeit geht. Denn wir empfinden z. B. hohe Luftfeuchte bei hohen Temperaturen unangenehmer als bei niedrigen. Das ist wichtig zu wissen, wenn's ums Lüften im Winter geht.

2 Gesundheitliche Beeinträchtigungen

Zu geringe Luftfeuchte kann dazu führen, dass

  • man sich unwohl fühlt,
  • die Schleimhäute im Bereich der Augen und Atemwege austrocknen,
  • die Augen brennen oder sich entzünden,
  • die Augenlider anschwellen,
  • eine Bindehautreizung entsteht,
  • die Lichtempfindlichkeit zunimmt,
  • die Augenoberfläche mit zu wenig Tränenflüssigkeit benetzt wird,
  • die Selbstreinigungsfunktion und Barrierefunktion gegen Krankheitserreger der Schleimhäute nachlässt,
  • die Immunabwehr geschwächt ist und das Infektionsrisiko steigt,
  • vermehrt Krankheitserreger, wie etwa Grippeviren, in den Körper eindringen können,
  • Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Halsschmerzen auftreten,
  • die Stimme überstrapaziert wird,
  • die Schleimhäute der Stimmlippen an Elastizität verlieren und die Stimmritze nicht mehr vollständig schließt,
  • der hohe Feinstaubgehalt in der trockenen Luft eine Lungenreizung auslöst,
  • die Haut rau ist, spannt oder juckt,
  • sich chronische Hauterkrankungen, wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, verschlechtern,
  • über Hautrisse Erreger eindringen und Entzündungen verursachen.

Treten bei den Beschäftigten gesundheitliche Beschwerden auf, muss mit einer Gefährdungsbeurteilung geprüft werden, ob und ggf. welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Um in Räumen für eine optimale Luftbefeuchtung zu sorge...

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