Zusammenfassung

 
Überblick

Das SCC-System ist eines der bedeutendsten AMS-Konzepte. SCC steht für Sicherheits Certifikat Contraktoren. Das SCC-System, das speziell für Kontraktoren und das produzierende Gewerbe sowie Personaldienstleister entwickelt wurde, unterscheidet 2 Industriebereiche (Scopes): Scope I betrifft die Kontraktoren und das produzierende Gewerbe, hierfür gilt SCC. Scope II gilt für Personaldienstleister, auf deren Belange angepasst wurde. Dadurch entstand das AMS-Konzept Sicherheits Certifikat Personaldienstleister (SCP), das einen Ausschnitt aus SCC darstellt.

Vor allem Personaldienstleister, die für Raffinerien, chemische Werke, Kraftwerke und Stahlwerke tätig sind oder sein möchten, sind durch die Marktbedingungen bzw. konkrete Forderungen ihrer Kunden angehalten – teilweise auch gezwungen – ein Managementsystem für die betriebliche Sicherheit sowie den Gesundheits- und Umweltschutz aufzubauen, anzuwenden und das wirksame Praktizieren dieses SGU-Managementsystems nachzuweisen. SCP sieht als Nachweis ein Zertifikat einer anerkannten Zertifizierungsgesellschaft vor. Das AMS-Konzept SCP ist keine Norm, sondern ein internationaler Standard, der in Deutschland von der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e. V. (DGMK) herausgegeben wird.

Die aktuelle Version des Normativen SCP-Regelwerks wurde am 1.7.2011 in Kraft gesetzt. In Deutschland zählt SCC/SCP neben dem Nationalen Leitfaden für AMS (NLA) und der DIN ISO 45.001:2018 zu den bedeutendsten AMS-Standards. Weder durch die aktualisierte Fassung des Niederländischen SCC-Regelwerks Version 2017, noch durch die Veröffentlichung der DIN ISO 45:001:2018 wird aktuell die Notwendigkeit einer kurzfristigen Aktualisierung in Deutschland gesehen.

1 Ablaufdiagrammn

2 Ursprung und Entwicklung des SCP

SCP ist Teil des SCC-Systems, das seinen Ursprung in der petro-chemischen Industrie hat. Hier ist bereits seit Jahren ein verstärkter Einsatz von Kontraktoren und Personaldienstleistern zu verzeichnen. Bei einer Revision arbeiten z. B. in einer Raffinerie häufig viel mehr Beschäftigte von Kontraktoren und für diese Zeit beschäftigte Leiharbeiternehmer, als eigene Mitarbeiter. Viele dieser Kontraktoren beschäftigen in erheblichem Maße Leiharbeiternehmer. Die Kontraktoren übernehmen aufgrund eines Dienst- oder Werkvertrags v. a. technische Dienstleistungen. Darunter fallen häufig auch sicherheitsrelevante Arbeiten, wie z. B. das Reinigen von Kesseln, Materialprüfungen, Wartungsarbeiten an Produktionsanlagen, Instandhaltungsarbeiten sowie Neu- und Umbauten von Anlagen.

Während die Unternehmen der petro-chemischen Industrie – schon wegen der Prozesssicherheit – einen hohen Sicherheitsstandard erreicht haben, sind die Sicherheitskompetenzen und das Sicherheitsbewusstsein der Leiharbeitnehmer i. d. R. deutlich niedriger. Die Fremdfirmen (Kontraktoren) weisen vielfach wesentlich höhere Unfallzahlen auf. Das liegt sicherlich nicht nur daran, dass Kontraktoren häufig deutlich gefährlichere Tätigkeiten ausführen. I. d. R. sind Sicherheitsstandard, -kultur und -bewusstsein bei den Kontraktoren deutlich geringer, als bei den Auftraggebern. Daraus resultieren für das beauftragende Unternehmen, seine Prozesse und seine Mitarbeiter teilweise zusätzliche Sicherheits-, Unfall- und Ausfallrisiken. D. h., die Betriebsführung der Kontraktoren, das Verhalten deren Mitarbeiter und die Sicherheitskompetenzen und das Sicherheitsbewusstsein der Leiharbeitnehmer wirken wesentlich auf den Sicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzstandard ihrer Auftraggeber und damit auch auf deren Qualitätsstandard ein. Ein hoher Sicherheitsstandard der Kontraktoren und Leiharbeitnehmer liegt demzufolge im originären Interesse jedes Unternehmens, das Kontraktoren und Leiharbeitnehmer beauftragt.

Vor diesem Hintergrund ist es seit langem üblich, dass Auftraggeber ihre (potenziellen) Kontraktoren hinsichtlich deren Qualität auch im Arbeits- und Umweltschutz bewerten – insbesondere durch Audits. Bei Personaldienstleistern war und ist dies sehr selten.

Da für die zu vergebenden technischen Dienstleistungen i. d. R. mehrere Kontraktoren angefragt werden, verursachen eigene Audits bei den in der engeren Auswahl stehenden Kontraktoren nicht unerhebliche zeitliche und finanzielle Aufwände beim Auftraggeber. Auf der Seite der Kontraktoren zeigt diese Vorgehensweise (Audits durch den Kunden) ein ähnliches Bild. Da Kontraktoren für mehrere Kunden arbeiten und diese häufig unterschiedliche Auditsysteme nutzten, führten Kundenaudits zwangsläufig zu Mehrfachauditierungen und einem hohen Aufwand insbesondere für die Vorbereitung.

Diese sowohl für die Unternehmen der petro-chemischen Industrie als auch für deren Kontraktoren unbefriedigende Situation führte in den Niederlanden bereits Anfang der 1990er-Jahre zur Entwicklung des SCC-Systems. Federführend war dabei die niederländische Mineralölindustrie. Sie stellte 1994 die ersten Versionen der Checklisten VCA und VCU in den Niederlanden vor. Gleichzeitig wurde das damit verbundene "Prüfverfahren" vom n...

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