Was die US-Steuerreform für Firmen bedeutet
Ein wesentlicher Grund für hohe Verluste im Schlussquartal ist eine Abgabe zwischen 8 und 15,5 Prozent auf Vermögen, das Konzerne im Ausland parken. Bislang wurde dieses Geld, das häufig in Steueroasen lagert, mit 35 Prozent besteuert - allerdings nur, wenn es in die US-Heimat zurückgeholt wurde. Unternehmen wie Apple, Microsoft, Cisco, General Electric und viele mehr horten deshalb riesige Geldreserven außerhalb der USA. Die werden nun belangt. Insgesamt bunkerten US-Konzerne zuletzt rund 3,1 Billionen Dollar im Ausland.
Banken trifft es besonders
Große Sonderlasten haben zudem Banken, die in der Finanzkrise tief in die roten Zahlen gerieten. Durch die niedrigeren Unternehmenssteuern sinken auch die Beträge, die durch Verrechnung früherer Verluste mit künftigen Einnahmen abgesetzt werden können. Diese Posten müssen nun in der Bilanz angepasst werden. Dass die Steuerlast nicht mehr so stark durch den sogenannten Verlustvortrag gesenkt werden kann, sorgte bei großen Geldhäusern wie Citigroup oder Bank of America, aber auch bei der Deutschen Bank für hohe Abschreibungen.
Ist die Steuerreform deshalb unterm Strich eine Belastung?
Nein. Experten und Konzerne rechnen damit, dass die Profite dadurch auf längere Sicht kräftig steigen. Letztlich ist die Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent ein riesiges Geschenk, das den Staatshaushalt stark belastet. Aufgrund etlicher Schlupflöcher zahlte zwar auch bisher kaum ein Konzern den offiziellen Steuersatz, dennoch ist die Reform ein großes Entgegenkommen. Die Lobbyisten der Konzerne haben sich dafür auch schwer ins Zeug gelegt.
Vielen Firmen spielen die niedrigeren Steuern schon jetzt in die Karten
Mobilfunker wie AT&T oder Verizon zum Beispiel, deren Geschäft sich vor allem auf den US-Markt beschränkt, konnten bereits milliardenschwere Sondererlöse einstreichen. Grundsätzlich gilt für fast alle Bilanzanpassungen durch die Steuerreform, dass es sich um rein buchhalterische Einmaleffekte handelt, die das laufende Geschäft und meist auch den Kapitalfluss nicht direkt berühren. Profianleger schauen bei den Quartalsberichten deshalb eher auf andere Zahlen.
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