Kapitel
Nicht wundern! Die Anlage GK ist eines neues zentrales Formular und ersetzt einige alte Anlagen. Bild: Haufe Online Redaktion

Diese Anlage GK übernimmt eine zentrale Rolle bei der steuerlichen Einkommensermittlung. Hierin werden insbesondere die Daten eingetragen, für welche bis 2015 noch die Vordrucke Körperschaftsteuererklärung KSt 1 A, die Anlage A, die Anlage AE bzw. die Anlage B zu verwenden waren.

Da seit 2016 ferner der Vordruck KSt 1 F – 2 WJ entfallen ist, müssen für den Fall, dass in 2017 zwei Wirtschaftsjahre enden, auch 2 Anlagen GK eingereicht werden. Bestehen mehrere Betriebe (nicht relevant für Kapitalgesellschaften), ist in Zeile 1 der jeweilige Betrieb für die Einkommensermittlung zu bezeichnen. Für alle Körperschaften erforderlich ist hingegen die Eintragung zur Dauer des Wirtschaftsjahres in Zeile 2.

Bilanzielles Ergebnis

Die Berechnung des steuerlich maßgebenden Ergebnisses der Einkünfte aus Gewerbebetrieb beginnt mit dem mit dem Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag in Zeile 11, welcher aus der Steuerbilanz übernommen wird. Besteht nur eine Handelsbilanz, ist hier das Ergebnis nach einer Korrektur der Werte aus der Überleitungsrechnung i. S. d. § 60 Abs. 2 EStDV einzutragen. Es gibt seit 2016 keine gesonderte Zeile mehr für diesen Korrekturbetrag.

Besteht eine Beteiligung an einer Personengesellschaft, sind die Zeilen 13 – 15 relevant. Zunächst wird in Zeile 13 der gebuchte Gewinn oder Verlust aus einer Personengesellschaft mit dem im Ergebnis enthaltenen Betrag korrigiert. Im nächsten Schritt wird in Zeile 14 bzw. 15 der steuerlich maßgebende Betrag laut dem Feststellungsbescheid der Personengesellschaft (getrennt nach Mitunternehmerschaft bzw. vermögensverwaltende Personengesellschaft) eingetragen und bei der Ermittlung des steuerlichen Einkommens der Körperschaft berücksichtigt.

Außerbilanzielle Korrekturen

Im nächsten größeren Abschnitt werden die "außerbilanziellen Korrekturen" bei der Einkommensermittlung eingetragen. Dies sind insbesondere die Werte, welche früher im Vordruck KSt 1 A bzw. in der Anlage A zu erklären waren.

Nicht berücksichtigungsfähige Verluste

Hierzu gehören z. B. steuerliche Korrekturbeträge nach § 4f EStG (Zeile 26) oder nicht berücksichtigungsfähige Verluste nach § 15b EStG (Zeilen 28 und 29). Hierbei werden aber keine Korrekturen erfasst, die sich aus einer Beteiligung an einer Personengesellschaft ergeben, z. B. nach § 15a EStG. Denn derartige Korrekturbeträge sind in die Zeile 14 eingeflossen. Kann ein früher steuerlich nicht berücksichtigter Betrag im Wirtschaftsjahr abgezogen werden, erfolgt an dieser Stelle ein Eintrag mit negativem Vorzeichen.

Nicht übertragener § 6b-Rücklagen

In Zeile 40 sind eventuelle Zuschläge einzutragen, die das Einkommen wegen nicht übertragener § 6b-Rücklagen erhöhen.

Investitionsabzugsbetrag (IAB) für künftige Investitionen

Ein ggf. möglicher IAB i. S. d. § 7g Abs. 1 EStG kann in Zeile 41 vom Einkommen gekürzt werden. Wurde ein solcher bereits in den Vorjahren gebildet und ist die Investition in 2017 erfolgt, wird der IAB einkommenserhöhend berücksichtigt. Diese Werte sind in den Zeilen 42 – 44 zu erklären, aufgegliedert nach dem jeweiligen Jahr, in welchem der IAB geltend gemacht worden ist. Ist ein IAB hingegen rückgängig zu machen, wird dies auf der Anlage WA in Zeilen 38 – 41 erklärt.

Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA)

Eine ggf. zu erklärende vGA wird in Zeile 45 eingetragen.

Steuerfreie Erträge

Die in der Gewinnermittlung als Betriebseinnahmen enthaltenen, jedoch steuerfreien Erträge sind in der Steuererklärung wieder abzuziehen. Hierzu rechnet z. B. auch eine verdeckte Einlage eines Gesellschafters (Zeilen 62 bzw. 63). Wurde eine Einlage hingegen nicht erfolgswirksam gebucht, ist die Eintragung in der Zeile 48 vorzunehmen.

Nicht abziehbare Aufwendungen

Die folgenden Zeilen 49 – 61 entsprechen der früheren Anlage A und dienen dazu, alle im Jahresabschluss als Betriebsausgaben gebuchten, steuerlich aber nicht abziehbaren Aufwendungen zu erfassen. Dadurch werden diese Aufwendungen bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens dem Jahresüberschuss wieder hinzugerechnet.

Dazu gehört insbesondere in Zeile 50 die Körperschaftsteuer, die sich laut der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) nach Abzug von anrechenbaren Steuerabzugsbeträgen ergibt. Ferner ist hier der Solidaritätszuschlag in Zeile 51, einschließlich eines anrechenbaren Solidaritätszuschlags laut Anlage WA, Zeilen 3, 5, 7 bzw. 9, einzutragen. Zu den einzelnen Steuerbeträgen ist keine Trennung in gebuchte Betriebsausgaben bzw. -einnahmen vorzunehmen; auch eine Aufteilung in Beträge des aktuellen Jahres bzw. der Vorjahre ist entbehrlich. Die Eintragung kann jeweils zusammengefasst bzw. saldiert erfolgen.

Die Werte zur anrechenbaren Kapitalertragsteuer (ggf. auch sog. Abgeltungsteuer) bzw. Solidaritätszuschlag, die aus Kapitalerträgen der Körperschaft einbehalten worden sind, werden nicht nur in Zeile 52 bzw. Zeile 53 eingetragen, sondern auch auf die Anlage WA in die Zeilen 2 – 9 übernommen. Dadurch ist eine Anrechnung auf die Körperschaftsteuerschuld gewährleistet.

Neu ist, dass auch Steuerabzugsbeträge, die z. B. wegen einer fehlenden Steuerbescheinigung nicht anrechenbar sind, in einer Summe mit den übrigen Kapitalertragsteuern in der Zeile 52 eingetragen werden.

In Zeile 53 wird die Gewerbesteuer eingetragen, die seit dem Erhebungszeitraum 2008 nicht mehr als Betriebsausgabe abziehbar ist. Dabei sollte nochmals überprüft werden, dass hier keine in 2017 gebuchte oder bezahlte Gewerbesteuer enthalten ist, die noch Jahre bis 2007 betrifft und damit weiterhin als Betriebsausgabe abzugsfähig bleibt.

Zeile 54 wird nur selten relevant sein, da hierin Zahlungen oder Erstattungen zur bis 1996 erhobenen Vermögensteuer sowie für Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer zu erklären sind. Öfters wird dagegen in der Zeile 56 eine einbehaltene ausländische Personensteuer, z. B. Körperschaftsteuer, Quellensteuer oder Vermögensteuer zu erklären sein. In diesem Fall ist oftmals auch die Anlage AES auszufüllen.

Fast in jedem Fall werden in Zeile 57 weitere nicht abziehbare Aufwendungen in den Vordruck aufzunehmen sein. Dies gilt insbesondere für Nebenleistungen zu den nicht abziehbaren Steuern, wie z. B. Säumnis- und Verspätungszuschläge. Auch Zinsen zu nicht abziehbaren Steuern, z. B. Nachzahlungszinsen nach § 233a AO oder Stundungszinsen zur Körperschaftsteuer oder zur Gewerbesteuer ab 2008, sind hier einzutragen. Zu beachten ist, dass hierbei ausnahmsweise keine Saldierung mit Erstattungszinsen möglich ist, da diese grundsätzlich als reguläre Betriebseinnahmen zu berücksichtigen und deshalb bei der steuerlichen Einkommensermittlung nicht zu korrigieren sind. Lediglich Zinsrückzahlungen i. S. d. § 233a AO, die auf einer Minderung von zuvor festgesetzten Nachzahlungszinsen beruhen, können hier gekürzt werden.

In Zeile 60 sind insbesondere die als Betriebsausgaben gebuchten Aufwendungen für Geschenke mit einem Wert von mehr als 35 EUR sowie 30 % der geschäftlichen Bewirtungskosten einzutragen, die steuerlich den Gewinn ebenfalls nicht mindern dürfen.

Schließlich ist die Zeile 61 vorgesehen für sämtliche geleisteten Spenden und Beiträge, über deren abziehbaren Umfang erst in einem zweiten Schritt entschieden wird (Anlage Z).

Weitere außerbilanzielle Korrekturen

In Zeile 64 wird ein Gewinn im Zusammenhang mit der Steuerverstrickung bei Zuzug bereinigt. In Zeile 65 ist die Korrektur für den Ertrag oder den Aufwand aus einer in 2017 letztmals erfolgten Wertveränderung zum seit 2006 aktivierten Körperschaftsteuerguthaben vorzunehmen. Dabei wird es sich in 2017 in aller Regel nochmals um eine aufzinsungsbedingte Zuschreibung zum Körperschaftsteuerguthaben handeln. Diese wird steuerlich durch eine Kürzung bei der Ermittlung des Einkommens wieder neutralisiert (BFH, Beschluss v. 15.7.2008, I B 16/08, Haufe Index 2031367; BMF, Schreiben v. 14.1.2008, Haufe Index 1873014. 

Wurde ein Aufwand für eine Körperschaftsteuererhöhung im Zusammenhang mit dem früheren EK 02 entsprechend der Regelung in § 38 Abs. 5 – 10 KStG gebucht, wird dieser in Zeile 66 wieder hinzugerechnet.

In Zeile 67 wird das steuerliche Einkommen um eine erhaltene steuerfreie Investitionszulage bereinigt.

Kam es in 2017 nach den Regelungen des SEStEG zu einer Steuerentstrickung, ist die daraus resultierende Einkommenserhöhung, ggf. abzüglich einer Rücklage nach § 4g EStG, in Zeile 69 zu berücksichtigen.

Sachverhalte mit Auslandsbezug

In den Zeilen 75 – 80, dem Abschnitt "Sachverhalte mit Auslandsbezug" werden steuerliche Korrekturen zu den ausländischen Einkünften vorgenommen. In den Vorjahren erfolgte dies noch auf der Anlage AE. Öfters wird die Zeile 75 mit einem Abzug der nach DBA steuerfreien ausländischen Einkünfte benötigt werden. Allerdings sind hier keine Erträge zu erfassen, die durch § 8b KStG steuerfrei sind. Solche Beteiligungserträge werden in der Zeile 3 der Anlage AESt eingetragen.

Die mit steuerfreien Einkünften in Zusammenhang stehenden Betriebsausgaben sind nicht abziehbar und werden in Zeile 76 hinzugerechnet.

Seltener wird eine Hinzurechnung nach § 10 AStG – die sog. Zugriffsbesteuerung – vorzunehmen sein; dafür ist die Zeile 77 vorgesehen. Dabei handelt es sich um Einkünfte aus dem passiven Erwerb einer Zwischengesellschaft in einem Niedrigsteuerland. Für die darauf entfallende ausländische Steuer kann nach § 12 AStG eine Anrechnung beantragt werden; sie erhöht dann aber zugleich auch den Hinzurechnungsbetrag. Dieses sog. "grossing-up" wird in Zeile 78 bzw. 79 erklärt.

Praxisrelevanter kann eine Einkommenskorrektur nach § 1 AStG sein; dafür steht die Zeile 80 zur Verfügung. Zur Berechnung bzw. Erläuterung des Berichtigungsbetrags empfiehlt sich eine separate Anlage.

Beteiligungen an anderen Körperschaften

Es folgt der Abschnitt "Beteiligungen an anderen Körperschaften". Bis 2015 erfolgte die Berechnung des nach § 8b KStG steuerfrei zu stellenden Beteiligungsertrags noch auf dem Vordruck Anlage B. Diesen Vordruck gibt es seit 2016 nicht mehr; die Berechnung wird nun direkt in den Zeilen 84 ff. der Anlage GK vorgenommen.

Steuerfreien Veräußerung einer Beteiligung

Zunächst sind in den beiden Zeilen 82 und 83 jahresübergreifende Aufwendungen bzw. Erträge zu korrigieren, die in Zusammenhang mit einer nach § 8b Abs. 2 KStG steuerfreien Veräußerung einer Beteiligung stehen.

Steuerbefreiung der laufenden Bezüge

In den folgenden Zeilen 84 – 93 wird die Steuerbefreiung der laufenden Bezüge (Dividenden, Gewinnausschüttungen, etc.) nach § 8b Abs. 1 KStG abgehandelt.

Die Beteiligungserträge werden grundsätzlich in Zeile 84 eingetragen, egal, ob diese aus dem In- oder Ausland stammen und auch unabhängig von der Höhe der Beteiligung.

Soweit die Bezüge aus unmittelbaren Beteiligungen mit mehr als 10 % stammen, wird der Wert in Zeile 87 eingetragen und damit als steuerfrei bleibender Betrag berücksichtigt. Wird die Beteiligung mittelbar über eine Mitunternehmerschaft gehalten, erfolgt der Eintrag in Zeile 88.

Liegt hingegen nur Streubesitz vor (Beteiligung < 10 %) ist für nach dem 28.2.2013 zufließende Erträge keine Steuerbefreiung mehr möglich (§ 8b Abs. 4 KStG). Damit wurde eine EU-rechtswidrige Bevorzugung inländischer Gesellschaften beseitigt (EuGH, Urteil v. 20.10.2011, C-284/09, Haufe Index 2760331). Maßgebend ist die Beteiligungshöhe am 1.1. des Wirtschaftsjahrs. Daher kann im Einzelfall auch für Streubesitz eine Steuerbefreiung nach § 8b KStG in Betracht kommen; die Eintragung erfolgt dann in Zeile 89, die Darstellung und Ermittlung des ggf. steuerfreien Betrags wird jedoch auf dem gesonderten Vordruck Anlage BE vorgenommen.

Unabhängig davon, ob und in welcher Höhe im Zusammenhang mit diesen steuerfreien Einnahmen Betriebsausgaben angefallen sind, erfolgt seit 2004 ein pauschaler Abzug von fiktiven nicht abziehbaren Ausgaben i. H. v. 5 % der Einnahmen; dieser Wert ermittelt sich in der Zeile 91. Durch den 5 %igen Abzug sind alle damit zusammenhängenden Aufwendungen abgegolten; die gesamten tatsächlichen Aufwendungen bleiben als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Beteiligungsverkauf

Für die Steuerbefreiung eines Gewinns aus der Veräußerung von Anteilen an anderen Körperschaften ist die Zeile 94 vorgesehen. Hier wird der erzielte Buchgewinn eingetragen, ebenso auch Liquidationsgewinne, Zuschreibungen oder Kapitalherabsetzungen.

Davon werden in Zeile 97 die fiktiv nicht abziehbaren Aufwendungen mit 5 % des obigen Ertrags abgezogen, sodass sich faktisch nur eine 95 %ige Steuerbefreiung ergibt.

Teilwertabschreibungen auf die Beteiligung

Relevant kann auch die Zeile 100 sein. Dort erfolgt die steuerliche Korrektur für zuvor gebuchte Teilwertabschreibungen auf die Beteiligung, von Veräußerungsverlusten oder anderen Minderungen des Betriebsvermögens, durch eine entsprechende Hinzurechnung dieses Betrags.

Umgekehrtes Vorzeichen!

Die sich in Zeile 109 in der linken Spalte ergebende Summe wird mit umgekehrtem Vorzeichen in die rechte Spalte übertragen. Auf diese Weise ergibt sich ein Kürzungsbetrag und damit eine Minderung der steuerpflichtigen Einkünfte.

Korrekturen im Zusammenhang mit der Zinsschranke

Die Zeilen 125 – 127 des Abschnitts "Zinsschranke" übernehmen die abziehbaren Zinsaufwendungen, die unter Berücksichtigung der seit 2008 zu beachtenden sog. Zinsschranke verbleiben. Die Berechnung dazu erfolgt auf dem Sondervordruck Anlage Zinsschranke; die dort ermittelten Werte werden hierher übertragen.

Die in den folgenden Zeilen vorzunehmenden Korrekturen bei einer körperschaftsteuerlichen Organschaft werden hier nicht angesprochen.

Damit ergeben sich in Zeile 128 die Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Dieser Wert wird in die neue Anlage ZVE in die dortige Zeile 2 übertragen.

Schlagworte zum Thema:  Körperschaftsteuererklärung, Körperschaftsteuer, Steuererklärung, Formular, Vordruck

Aktuell
Meistgelesen