Arzneimittel: Muss die GKV Kosten für Zolgensma übernehmen?
Geklagt hatten Eltern im Namen eines sieben Monate alten Babys, das an spinaler Muskelatrophie (SMA) leidet, einer «unzweifelhaft schwerwiegenden lebensbedrohlichen Erkrankung», so das Gericht. Das Mädchen werde aktuell mit dem in der EU zugelassenen Medikament Spinraza behandelt. Diese Therapiekosten beliefen sich pro Jahr auf circa eine halbe Million Euro. Beantragt wurde eine Übernahme der Kosten einer Behandlung mit dem in der EU nicht zugelassenen Medikament Zolgensma, bei dem eine einmalige Injektion rund zwei Millionen Euro kostet.
LSG: Voraussetzungen für die Versorgung mit Zolgensma nicht erfüllt
Die erstinstanzliche Ablehnung sei nicht zu beanstanden, entschied das LSG. Es bestehe im konkreten Fall weder ein Anspruch auf das Medikament noch eine Eilbedürftigkeit für einstweiligen Rechtsschutz. Zwar leide das Kind unter der Erkrankung. Die weiteren Voraussetzungen für die Versorgung mit einem nicht zugelassenen Arzneimittel seien jedoch derzeit nicht erfüllt, da eine zugelassene Behandlungsmethode zur Verfügung stehe.
Ärzte empfehlen Behandlungsverlauf abzuwarten
Die «Aufdosierungsphase» von Spinraza sei noch nicht abgeschlossen, hieß es weiter. Ein Erfolg könne erst sechs bis zwölf Monate nach Beginn der Therapie beurteilt werden. Daher hätten sich sowohl die Ärzte des behandelnden als auch des im Rahmen einer Zweitmeinung konsultierten Universitätsklinikums dafür ausgesprochen, den Behandlungsverlauf abzuwarten.
Ärztliche Notwendigkeit nicht gegeben
Die Behandlung mit Zolgensma hätten die Ärzte bisher nicht für notwendig erachtet. Aus ihren Aussagen lasse sich nicht herleiten, dass damit die erhoffte Heilung oder der Stillstand der Erkrankung erreicht werden könne. Zudem gebe es keine ausreichende Sicherheit, dass die unzureichend bekannten Nebenwirkungen des Medikaments die Gesundheit des Kindes nicht erheblich beeinträchtigen könnten.
Hinweis: Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 27.2.2020, L 5 KR 1/20 B ER
-
Neue Regelungen beim Krankengeld ab 2027
2.201
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.100
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
898
-
Neue Arbeitsverhältnisse
159
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
154
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
143
-
Widerspruch gegen die Aufforderung der Krankenkasse zur Reha
130
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
125
-
Reanimation allein begründet nicht automatisch vollstationäre Vergütung
118
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
116
-
Für wen ist die Grippeschutzimpfung sinnvoll und wer zahlt sie?
01.10.2026
-
Pflegeneuordnungsgesetz: Die leistungsrechtlichen Änderungen im Überblick
30.09.2026
-
Kein Erstattungsanspruch für Erben bei unbezahlter Verhinderungspflege
30.09.2026
-
Sozialversicherungswerte 2027: Rechengrößen im Leistungsrecht
28.09.2026
-
Antragsloses Kindergeld ab 2027 vom Bundesrat beschlossen
28.09.2026
-
Qualitätssicherung im Krankenhaus darf nicht auf dem Spiel stehen
24.09.2026
-
Künstliche Intelligenz treibt Klagezahlen an Sozialgerichten in die Höhe
23.09.2026
-
Aktuelle Finanzentwicklung der GKV 2026
21.09.2026
-
Bundesregierung plant härteres Vorgehen gegen Sozialmissbrauch
18.09.2026
-
Hybrid-DRGs sorgen für deutlichen Ausgabenanstieg bei der GKV
17.09.2026