Arzneimittel

Apothekenzahl in Deutschland erreicht niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren

Ende Juni 2026 gab es in Deutschland noch 16.488 Apotheken, 113 weniger als zu Jahresbeginn. Das Apothekensterben verlangsamt sich zwar leicht, hält aber an. Eine stufenweise Honorarerhöhung soll Abhilfe schaffen, doch Abda-Präsident Thomas Preis warnt, sie könnte ein Strohfeuer bleiben.

Medikamente

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist weiter gesunken. Ende Juni gab es bundesweit noch 16.488 Apotheken und damit 113 weniger als zum Jahreswechsel, wie aus Daten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) hervorgeht. Der Rückgang fiel etwas kleiner aus als im ersten Halbjahr 2025 mit damals 238 Apotheken. Nun standen seit Anfang Januar 30 Neueröffnungen 143 Schließungen gegenüber. Erfasst werden jeweils Hauptapotheken und Filialen, von denen es bis zu drei geben kann.

Abda-Präsident Thomas Preis sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Das Apothekensterben hat sich zwar etwas verlangsamt, hält aber weiter an. Wir haben inzwischen die niedrigste Apothekenzahl seit fast fünf Jahrzehnten.» Nach 13 Jahren Stillstand bei der Vergütung beginne immerhin eine stufenweise Honorarerhöhung zu greifen, die die Apotheken betriebswirtschaftlich stabilisieren solle. «Ob dieser Nachholeffekt ausreicht, um das Apothekensterben aufzuhalten, wird sich noch zeigen müssen.»

Vergütungsplus in zwei Stufen

Mit einer Verordnung der Bundesregierung wurde ein Fix-Bestandteil der Apotheken-Vergütung für rezeptpflichtige Medikamente zum 1. Juli von 8,35 Euro pro Packung auf 9,00 Euro erhöht. Zum 1.1.2027 soll eine Anhebung auf 9,50 Euro folgen. Das von der Koalition beschlossene Sparpaket für stabile Krankenkassenbeiträge mit Ausgabenbremsen im gesamten Gesundheitswesen bezieht auf der anderen Seite auch die Apotheken mit ein. Verbandspräsident Preis warnte, die Honoraranpassung drohe so zum «Strohfeuer» zu werden.

Zugleich sollen Apotheken nach einem Gesetz der schwarz-roten Koalition künftig mehr Leistungen wie Impfungen, Vorsorge und Tests anbieten können. Preis sagte, die Apothekerinnen und Apotheker seien bereit, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. «Dafür brauchen wir aber stabile Rahmenbedingungen und eine faire Dynamisierung des Honorars, um künftige Kostensteigerungen abzufedern.»

dpa

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