13.06.2012 | Work-Life-Balance

Von der Leyen fordert klare Richtlinien im Umgang mit neuen Medien

Ständig auf Abruf zu sein, belastet die Gesundheit.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Experten sind sich einig, dass die ständige Erreichbarkeit der Arbeitnehmer per Smartphone & Co. auf Dauer nicht gesund ist. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sieht die Unternehmen in der Pflicht, ihre Mitarbeiter besser vor diesem Stress zu schützen - mit klaren Regeln.

"Das Arbeitsschutzgesetz verlangt mit seinem knallharten Strafenkatalog von jedem Chef, dass er Körper und Geist seiner Mitarbeiter aktiv schützt – werktags genauso wie am Wochenende", sagte die Ministerin der "Bild"-Zeitung. In der Praxis bedeute dies: "Glasklare Regeln, zu welchen Uhrzeiten muss ich erreichbar sein und wann bekomme ich dafür meinen Ruheausgleich. Wann muss ich Mails checken und wann ist es okay, dass ich mich später darum kümmere", sagte von der Leyen.

Erste Unternehmen gehen bereits mit gutem Beispiel voran: So hat der Betriebsrat von Volkswagen beispielsweise für die VW-Beschäftigten Ende 2011 eine "Blackberry-Pause" nach Feierabend durchgesetzt.

Wirtschaftspsychologe Alexander Cisik weist allerdings auch darauf hin, dass die Erreichbarkeit nicht jeden stresst: "Ich würde nicht grundsätzlich sagen, dass eine permanente Erreichbarkeit krank machen kann." Wenn man auf eine dringende Nachricht warte, könne man sein Informationsbedürfnis ad hoc stillen. "Wenn aber der Arbeitgeber wissentlich oder eher unterschwellig seine Mitarbeiter nachts oder auch am Wochenende kontaktiert, dann entsteht daraus natürlich eine Drucksituation", sagt der Experte. Deshalb müssten Führungskräfte und Mitarbeiter klare Regeln aufstellen.

Das Problem für die Gesundheit liege letztlich nicht in der neuen Technik - sondern im Umgang damit, betont auch von der Leyen. "Wir müssen nur lernen, vernünftig damit umzugehen".

Schlagworte zum Thema:  Work-Life-Balance, Arbeitszeitflexibilisierung, Stressmanagement

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