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Immer mehr Mitarbeiter stehen vor einer inneren Kündigung

Die Verbundenheit nimmt ab
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Zahl der inneren Kündigungen in deutschen Unternehmen hat einen neuen Höchststand erreicht. Die volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm. Experten sprechen von einer Gefahr für die Wirtschaft.

Seit 2001 erhebt der Gallup Engagement Index, wie sehr sich Mitarbeiter in deutschen Unternehmen an ihren Arbeitgeber gebunden fühlen. Noch nie waren die Zahlen so schlecht. Demnach haben 24 Prozent von 2.198 befragten Arbeitnehmern innerlich bereits gekündigt, 61 Prozent machen Dienst nach Vorschrift und nur noch 15 Prozent verspüren eine hohe emotionale Bindung an den Arbeitgeber. Die Folgen seien bereits deutlich zu erkennen, ist Gallup überzeugt. So hätten 2012 Beschäftigte ohne emotionale Bindung durchschnittlich 76 Prozent oder 3,1 Fehltage mehr  als emotional hoch gebundene Mitarbeiter, was umgerechnet Kosten in Höhe von 18,3 Milliarden Euro bedeute.

Innovationskraft sinkt

Wo die Verbundenheit fehlt und der Arbeitsmarkt genügend freie Stellen bietet, ist ein Wechsel des Arbeitgebers schnell vollzogen. So stimmten zwar 93 Prozent der emotional hoch gebundenen Mitarbeiter der Aussage zu, „Ich beachsichtige, heute in einem Jahr noch bei meiner derzeitigen Firma zu sein“, jedoch nur 58 Prozent der sich ungebunden fühlenden Befragten. Dies wirke sich auf die Innovationskraft der Unternehmen aus. Demnach haben emotional gebundenen Mitarbeiter im Durchschnitt 45 Prozent mehr Anregungen für Verbesserungen, mehr als die Hälfte der emotional ungebundenen Arbeitnehmer brachten dagegen über einen Zeitraum von 12 Monaten keine einzige Idee ein. Auch die Güte der eingebrachten Ideen ist vom Grad des Verbundenheitsgefühls geprägt. So berichteten 51 Prozent der emotional gebundenen Arbeitnehmer, ihre Ideen seien bereits umgesetzt worden, während die Umsetzungsquote bei den ungebundenen Kollegen nur bei 27 Prozent liege. Wirtschaftlich gesehen führten die Vorschläge der ersten Gruppe laut Gallup zu in 89 Prozent der Fälle zu Einsparungen, bei der zweiten Gruppe war ein positiver Effekt nur in 73 Prozent der Fälle zu vermelden.

Führungsverhalten wird als mangelhaft empfunden

Umgekehrt haben Arbeitnehmer nicht den Eindruck, dass ihre Arbeitgeber sich für sie oder ihre Ideen interessieren. So stimmten zwar 85 Prozent der emotional hoch gebundenen Arbeitnehmer der Aussage zu, dass ihr Vorgesetzter für neue Ideen und Vorschläge offen sei, bei den emotional nicht gebundenen waren es jedoch nur neun Prozent. Wer mit seinen Ideen regelmäßig auf taube Ohren stoße, resigniere und ziehe sich zurück, so das Fazit von Gallup-Studienleiter Marco Nink. „Nur wenn die Führungskraft für die Mitarbeiter erreichbar ist, sich Zeit nimmt und eine vertrauensvolle Umgebung schafft, können aus Ideen wirklich Innovationen entstehen.“

Haufe Online Redaktion

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