Um die Integration von Flüchtlingen zu fördern, fordert die DGFP weitere Maßnahmen von der Politik. Bild: Haufe Online Redaktion

Um Flüchtlinge in den Unternehmen zu integrieren, hat die Bundesregierung schon einige Maßnahmen ergriffen. Den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) reicht dies aber noch nicht. Sie fordern auf fünf Feldern weitere Maßnahmen.

Die Bundesregierung hat bereits daran gearbeitet, den rechtlichen Rahmen für die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. So wurde das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen („Anerkennungsgesetz“) angepasst und das Integrationsgesetz verabschiedet, um die Integration von Flüchtlingen zu erleichtern.

21 Forderungen der DGFP: Rechtlichen Rahmen verbessern

Für die DGFP-Mitglieder gehen diese Maßnahmen aber noch nicht weit genug. Sie haben nun in einem Standpunktpapier unter dem Titel „Hürden abbauen: Die Integration Geflüchteter in den betrieblichen Alltag erleichtern!“ insgesamt 21 Forderungen aufgestellt, die die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt vorantreiben sollen. Sie wurden in einem mehrstufigen Dialogprozesses erstellt, an dem DGFP-Mitgliedsunternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen beteiligt waren.

Das Papier spiegelt somit die Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis unmittelbar wider und ergänzt somit die HR-Sicht auf das Thema – schon im Januar 2017 hatte auch der DIHK einen Katalog mit elf Handlungsvorschlägen erarbeitet, die zur leichteren Integration von Flüchtlingen beitragen sollen.

Integration von Flüchtlingen: Handlungsbedarf

In fünf Bereichen sehen die HR-Experten besonderen Handlungsbedarf:

• Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern: Hier geht es unter anderem um die vollständige Abschaffung der Vorrangprüfung und um die damit verbundene Beseitigung von Hürden beim Zugang zur Zeitarbeit.

• Planungssicherheit für Geflüchtete und Unternehmen erhöhen: Es gilt unter anderem, Abschiebungen während einer Qualifizierungsmaßnahme auszusetzen oder auch Regelungen über die Bundesländer hinweg zu vereinheitlichen.

Sprachkompetenz als Schlüssel für die Integration in den Arbeitsmarkt stärken: Ein schnellerer Zugang zu Sprach- und Integrationskursen ist ebenso erforderlich wie die Ausdehnung von Fördermöglichkeiten für diese Kurse.

• Geflüchtete beim Start in das Berufsleben gezielt unterstützen: Aus Sicht der Personaler braucht es beispielsweise mehr Informationen für Geflüchtete über den Arbeitsalltag in Deutschland. Aber auch frühzeitige und praxisnahe Kompetenzfeststellungsverfahren sind ein wichtiger Punkt.

Betriebliche Integrationsmaßnahmen anpassen und erleichtern: Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente für Flüchtlinge sind an einigen Stellen zu starr und ungeeignet für spezifische betriebliche Belange. Darüber hinaus wäre auch die Anerkennung betrieblich organisierter modularer Qualifizierungen sinnvoll.

Integration von Flüchtlingen über Ausbildung oder Job

„Ein eigener Job oder Ausbildungsplatz ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration“, betont Katharina Heuer, Vorsitzende der DGFP-Geschäftsführung. „In unserem DGFP-Netzwerk erleben wir nach wie vor viel Engagement bei der Integration von Geflüchteten in Unternehmen. Wir sehen aber auch, an welchen Stellen es noch Handlungsbedarf gibt. Hier sind Politik und Verwaltung gefragt, um die Eingliederung von Geflüchteten in den betrieblichen Alltag weiter zu erleichtern.“

Das Standpunktpapier können Sie hier herunterladen.

Schlagworte zum Thema:  Integration, Flüchtlinge, Arbeitsmarkt

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