16.06.2014 | Betriebliches Gesundheitsmanagement

Controlling schwächelt gerade bei der Gesundheit

Die richtigen Zahlen erfassen und auswerten: Im BGM-Controlling müssen Personaler noch einiges aufholen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die strategische Umsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagementsystems ist in vielen Unternehmen noch unzureichend, zeigt eine Studie. Schwächen bestehen dabei vor allem im Controlling.

Lediglich in jedem zweiten Unternehmen existiert eine systematische Ergebniskontrolle und -evaluation des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Ein Viertel erhebt sie nur unregelmäßig. Besonders schlecht schneiden Unternehmen aus der Branche Dienstleistung/IT/Kommunikation ab sowie Hochschulen. Bei letzteren sind entsprechende Strukturen in nur knapp drei von zehn Einrichtungen vorhanden. Positiv fallen bei den Auswertungen die Branchen Gesundheits- und Sozialwesen sowie Energie-/Wasserwirtschaft auf. Erfolgskontrollen finden hier zumindest in knapp zwei Drittel der Unternehmen statt.

Nur einfache Kennzahlen im BGM erhoben

"Das Betriebliche Gesundheitsmanagement ist eine noch junge Disziplin, die oftmals noch aus dem Bauch heraus entschieden wird", erklärt Birgit Klusmeier, Leiterin Kompetenz Center Gesundheit und Medizin von Tüv Süd Akademie die Ergebnisse. "Das zeigt auch das Thema Kennzahlen. Erfasst werden hier vor allem klassische Kennzahlen wie etwa die Fehlzeiten der Mitarbeiter. Vor allem die Beurteilungen psychischer Gefährdungen, scheint für viele Unternehmen ein Tabu zu sein, obwohl diese mittlerweile gesetzlich geregelt sind."

Neben der Erfassung langfristiger Fehlzeiten verzeichnen die Unternehmen vor allem auch die Anzahl der Arbeitsunfälle. Besonders selten nutzen sie hingegen Zahlen wie den Gesundheits-Index und Kennzahlen zum Präsentismus.

Der BGM-Bedarf wird gezielt ermittelt

Es gibt aber auch Grund zum Loben: Eine gezielte Bedarfsermittlung ist in den Unternehmen weit verbreitet. Sie wird bei knapp 70 Prozent durchgeführt.

Wunsch und Wirklichkeit treffen aufeinander

Neben der Umsetzungsgrade der strategischen Komponente war es den Befragten möglich, den Managementzyklen Relevanzen zuzuweisen. Die niedrigen Umsetzungen der einzelnen Schritte stehen im deutlichen Kontrast zu den hohen zugewiesenen Relevanzen. Dr. Oliver-Timo Henssler, Geschäftsführer von EuPD Research Sustainable Management, sieht dies in der relativ jungen Geschichte des Themas Gesundheit in den Unternehmen begründet: „Unternehmen benötigen natürlich eine gewisse Zeit, um Strukturen aufzubauen. Besonders ein ganzer Managementzyklus muss genau geplant und schriftlich fixiert werden, will man ihn adäquat implementieren und alle Unternehmensteile einbinden.“

Mehr Ergebnisse im Corporate Health Jahrbuch

Analysiert haben dies EuPD Research Sustainable Management und Tüv Süd. Die Grundlage für die Studie bildet die anonymisierte Auswertung der Bewerbungen um den Corporate Health Award, an der in der letzten Bewerbungsphase 323 Unternehmen teilgenommen haben. Die Studie ist Teil des Corporate Health Jahrbuchs 2014.

Weitere Informationen zum Jahrbuch finden Sie hier.

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