26.06.2012 | Arbeitgeberattraktivität

Hochschulabsolventen sind Familie und Freunde wichtiger als Karriere

Was Absolventen wollen
Bild: Haufe Online Redaktion

Für deutsche Hochschulabsolventen hat ein harmonisches Privatleben die höchste Priorität – weit vor einer erfolgreichen Karriere. Das ergab die "Absolventenstudie 2011/2012" von Kienbaum Communications.

71 Prozent aller 355 befragten Studierenden geben an, dass ihre Familie und Freunde zu den wichtigsten Werten und Zielen in ihrem Leben gehören. Mit einigem Abstand auf Platz zwei der wichtigsten Ziele im Leben liegt die eigene Selbstverwirklichung (48 Prozent), gefolgt von Erfolg und Karriere (43 Prozent). Deutlich wird: Das persönliche Glück steht für die jungen Akademiker klar im Vordergrund. Materielle Werte werden hingegen als nebensächlich angesehen: So nannte nur ein Prozent der Befragten Reichtum als wichtiges Ziel ihres Lebens. Zwei Prozent entschieden sich für Genuss und Konsum.

"Die Studie zeigt, dass das persönliche Glück für die heutigen Studierenden einen höheren Stellenwert hat als etwa das schnelle Geld. Nach diesen Kriterien wählen die Absolventen auch ihren späteren Beruf", sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications. Nur wem es letztlich gelänge, die Anforderungen der jungen Menschen zu erfüllen, dies zielgruppengerecht zu kommunizieren und gleichzeitig zu Höchstleistungen zu motivieren, werde im "War for Talents" bestehen, ist Bethkenhagen überzeugt.

Entwicklungsmöglichkeiten sind wichtigster Faktor bei Arbeitgeberwahl

Die Entscheidung für einen Arbeitgeber machen die befragten Studenten vor allem von den gebotenen Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen abhängig: Für 70 Prozent der Absolventen ist diese Eigenschaft ausschlaggebend. Gut die Hälfte der Studierenden entscheidet sich aufgrund der Work-Life-Balance-Angebote und der kollegialen Arbeitsatmosphäre für einen potenziellen Arbeitgeber. Obwohl ein möglichst hohes Gehalt bei den meisten Absolventen nicht im Vordergrund steht, legt knapp die Hälfte der Befragten Wert auf eine angemessene Vergütung. Dagegen ist es für nur fünf Prozent der Studienteilnehmer wichtig, für eine bekannte Marke zu arbeiten.

Traineeprogramm ist beliebte Einstiegsmöglichkeit

Neben der Wahl des ersten Arbeitsgebers beschäftigt die Hochschulabsolventen auch die Art ihres Berufseinstiegs: Die große Mehrheit der Studierenden verspricht sich von einem Traineeprogramm eine solide Basis für das weitere Berufsleben. 94 Prozent der Befragten können sich einen solchen Einstieg als Trainee bei ihrem Wunscharbeitgeber vorstellen. 2010 waren es noch zehn Prozentpunkte weniger.

Entsprechend sehen auch 96 Prozent der Studierenden in Traineeprogrammen eine zeitgemäße Ausbildungsform. Aus Sicht der Absolventen spricht vor allem die gezielte praktische Einführung und Vorbereitung auf die spätere Tätigkeit für einen Berufseinstieg als Trainee. 45 Prozent der Studienteilnehmer geben an, die persönliche Betreuung sei ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für ein Traineeprogramm. Gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen, die inhaltliche Vielfalt des Programms und Auslandsaufenthalte wurden jeweils von vier von zehn Absolventen als entscheidende Faktoren genannt.

Unternehmens-Website ist wichtigste Informationsquelle

Wie aber informieren sich Studierende über mögliche Arbeitgeber? Mit 94 Prozent besucht fast jeder der befragten Absolventen die Website des infrage kommenden Unternehmens. Auch der persönliche Kontakt zur Firma hat einen hohen Stellenwert: 45 Prozent der Studienteilnehmer informieren sich bei einem Mitarbeiter des Zielunternehmens über dessen Arbeitgeberqualitäten. Jeder vierte Student nutzt zu diesem Zweck Jobbörsen.

Dagegen dienen private Social Networks zurzeit nur selten als berufliche Informationsquelle: Lediglich acht Prozent der befragten Absolventen nutzen private Netzwerke wie Facebook zur Information über mögliche Arbeitgeber. Über Business Networks wie Xing oder LinkedIn informiert sich hingegen inzwischen jeder vierte Studierende über berufliche Perspektiven.       

Schlagworte zum Thema:  Arbeitgeberattraktivität, Employer Branding, Talent Management, Generation Y, Recruiting

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