Milliardenfonds für Krankenhausreform kommt
Für die geplante Neuordnung des Kliniknetzes in Deutschland kann bald eine milliardenschwere Förderung anlaufen. Der Bundesrat stimmte einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums am vergangenen Freitag mit einigen Änderungen zu, die den Rahmen für einen Transformationsfonds festlegt. Über diesen Fonds sollen Krankenhäuser bei Umstrukturierungen finanziell unterstützt werden. Die darin enthaltenen Fördermittel belaufen sich über einen Zeitraum von zehn Jahren auf bis zu 50 Milliarden Euro und werden zur Hälfte von den Ländern, zur Hälfte aus Mitteln der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds aufgebracht.
Lauterbach: Qualität der Versorgung wird verbessert
Der Transformationsfonds ist Teil einer bereits beschlossenen Krankenhausreform von Minister Prof. Dr. Karl Lauterbach. Der SPD-Politiker sagte, der Fonds helfe den Ländern, in moderne Klinikstrukturen zu investieren. "Um Patientinnen und Patienten flächendeckend besser zu versorgen, werden Krankenhäuser zusammengelegt, Behandlungszentren aufgebaut und die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und ambulanter Medizin verbessert." Der Fonds werde auch Investitionen für den Erhalt notwendiger Krankenhäuser im ländlichen Raum zielgerichtet steuern - so Lauterbach.
Ziele der Förderung
Förderfähig sollen eine Reihe von Vorhaben sein, die auf eine Konzentration der Kapazitäten und mehr Spezialisierung zielen. Die Neuordnung soll schrittweise bis 2029 umgesetzt werden. Das Netz der 1.700 Kliniken dürfte kleiner werden. Zudem sollen beispielsweise Nachhaltigkeitsaspekte bei der Förderung stärker berücksichtigt werden. Nicht verbrauchte Fördermittel sollen nicht zurückgefordert werden, wenn sie innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Vorhabens erneut zur Verbesserung der Versorgung in das Krankenhaus investiert wurden.
Finanzielle Entlastung der Kliniken
Ziel der Reform ist, den Finanzdruck auf die Kliniken zu vermindern. Dafür soll die Vergütung mit Pauschalen für Behandlungsfälle geändert und ein Großteil allein schon für das Vorhalten bestimmter Angebote gezahlt werden. Grundlage der Finanzierung durch die Krankenkassen sollen neue "Leistungsgruppen" sein. Sie sollen Klinik-Behandlungen genauer beschreiben und einheitliche Qualitätsvorgaben, etwa bei Personal oder Behandlungserfahrung, durchsetzen.
Finanzierung des Krankenhaustransformationsfonds
Das Geld für den Fonds soll aus Mitteln der gesetzlichen Kassen und - entsprechend ihrem Anteil an den Behandlungen - auch von den privaten Krankenversicherungen kommen. Der Bundesrat forderte, dass der Bund direkt einen Anteil von 40 Prozent aus dem Haushalt zu dem Fonds beisteuern solle. In einer begleitenden Entschließung begrüßen die Länder das zügige Inkrafttreten der Verordnung, um Umstrukturierungen durch Investitionen fördern zu können. Eine Finanzierung ohne Beteiligung des Bundes sei jedoch nicht sachgerecht - er müsse vielmehr den größten Anteil leisten. Die Länder fordern die Bundesregierung daher auf, einen Anteil von 40 Prozent aus dem Bundeshaushalt bereitzustellen.
Das könnte Sie auch interessieren:
Kabinett bringt Krankenhausreform auf den Weg
Bund und Länder einigen sich auf Krankenhausreform
-
Länderfinanzausgleich erreicht Rekordhöhe – Bayern fordert Reformen
51
-
Ausgaben für Pensionen steigen: Mehr Pensionärinnen und Pensionäre bei Ländern und Kommunen
26
-
Kommunale Insolvenz
211
-
„Schweizer Modell“ und „Beschleunigungsgesetz“: Viel Neues im Vergaberecht
18
-
Juristische Personen des öffentlichen Rechts als Unternehmer
14
-
Kommunale Forderungen und Forderungsmanagement
13
-
Bund der Steuerzahler rügt hohe Beamtenpensionen
9
-
Rostock muss Defizit bei Personalkosten ausgleichen
7
-
Umsatzbesteuerung der Leistungen der öffentlichen Hand
7
-
Auflösung des Pensionsfonds soll Landesfinanzen vereinfachen
6
-
Outsourcing von Forderungsmanagement
20.01.2026
-
Kommunale Forderungen und Forderungsmanagement
20.01.2026
-
Interkommunale Kooperation im Forderungsmanagement
20.01.2026
-
Optimierung der Geschäftsprozesse und Workflows
20.01.2026
-
Ausgaben für Pensionen steigen: Mehr Pensionärinnen und Pensionäre bei Ländern und Kommunen
18.12.2025
-
Rostock muss Defizit bei Personalkosten ausgleichen
21.11.2025
-
„Schweizer Modell“ und „Beschleunigungsgesetz“: Viel Neues im Vergaberecht
04.11.2025
-
Rekorddefizit von 24,8 Milliarden Euro: Kommunen kämpfen mit explodierenden Kosten
30.07.2025
-
Länderfinanzausgleich erreicht Rekordhöhe – Bayern fordert Reformen
29.07.2025
-
Milliarden-Steuerentlastungen: Grüner Fraktionsvize warnt vor finanziellen Risiken für Kommunen
03.06.2025