12.02.2013 | Ambient Intelligence

Was ist das denn?

Ambient Intelligence ist keine Zukunftsmusik mehr.
Bild: i dream stock

Manche Begriffe übersetzt man einfach und schon weiß man, was damit gemeint ist. Doch wenn aus Ambient Intelligence auf Deutsch Umgebungsintelligenz wird, ist man so schlau wie zuvor. Schade, denn hinter dem Begriff verbergen sich aufregende Utopien für hilfreiche Technologien.

Zuerst hat der Mensch Maschinen und Roboter erfunden. Jetzt versucht er sich vor diesen technischen Entwicklungen zu schützen ohne dauernd an seine eigene Sicherheit denken zu müssen.

Wenn die Maschine auf den Menschen aufpasst

Wenn eine Maschine erkennen kann, dass ihr der Mensch bei der Arbeit gefährlich nahe kommt, kann sie mit einem Signal darauf aufmerksam machen. Das kann natürlich nicht die Maschine selbst. Dafür braucht es ein autonomes System, das mit der Maschine verbunden ist – rechnergestützte Kameras und Sensoren zum Beispiel.

Eine Hülle für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz

Mit Sensoren ausgerüstet sind auch sogenannte intelligente Schutzanzüge. Sie sorgen bei der Feuerwehr für mehr Sicherheit. Schon bevor der Feuerwehrmann ein Zuviel an Hitze spürt, warnt seine Kleidung davor. Sensoren messen zudem die wichtigsten Körperfunktionen beim Einsatz. Auf die veränderten Werte kann von der Leitstelle aus reagiert und die entsprechende Anweisung gegeben werden. Der Feuerwehrmann selbst kann sich voll und ganz auf seine Arbeit am Brandherd konzentrieren. Über seinen Gesundheitszustand muss er sich keine unnötigen Gedanken machen. Das übernimmt seine Schutzkleidung.

Schöne neue Bürowelt durch Ambient Intelligence

Auch weniger drastische Situationen lassen sich mit intelligenter Technik verbessern und für den Menschen angenehmer gestalten, wie etwa die Lichtsteuerung oder Klimaregelung in Büroräumen. Alltag sind hier schon seit Längerem Sensoren, die erkennen, wenn eine Person den Raum betritt, und die dann das Licht aktivieren.

Weitere Umgebungsfaktoren am Arbeitsplatz könnten gesteuert werden, wenn man die Körpertemperatur oder den Müdigkeitsgrad einer Person zur Grundlage legen würde. Im ersten Fall könnte die Klimaanlage reagieren, im zweiten würden sich Blau- oder Rotanteile im Licht verändern und für eine leistungsfördernde oder eine entspannende Atmosphäre sorgen.

Projekte wie aus einem Science Fiction

Wie aus der Zukunft sehen Head-Mounted Displays (HMD) aus. Das sind Geräte, die auf dem Kopf getragen werden. Auf dem augennahen Bildschirm des Gerätes werden Bilder vom Computer darstellt oder direkt auf die Netzhaut projiziert. Der Normalbürger kennt so etwas höchstens aus Actionfilmen.

Soldaten der US-Navy üben mit solchen visuellen Geräten zum Beispiel das Fallschirmspringen. Bei einem Jet-Piloten kann das HMD Teil des Helms sein. Bisher kommen HMDs vor allem im militärischen Bereich zum Einsatz. Interessant sind die technischen Geräte aber etwa auch für die Medizin. Damit lassen sich Operationen virtuell am Computer üben.

Digitale Forschungslandkarte für mehr Sichtbarkeit

Utopien und Visionen entstehen oft im Forschungslabor. Manch geniale Idee verschwindet mangels finanzieller oder praktischer Unterstützung in der Schublade. Damit die Projekte und Institutionen, die sich in Deutschland mit Ambient Intelligence beschäftigen, sichtbar werden, hat die Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin dazu eine digitale Forschungslandkarte ins Netz gestellt. Ziel ist es, einfacher geeignete Kooperationspartner zu suchen und Forschung und Entwicklung von Ambient Intelligence besser planen und koordinieren zu können - damit aus aufregenden Utopien neue hilfreiche Technologien für die Sicherheit und Gesundheit werden.

Schlagworte zum Thema:  Zukunft, Persönliche Schutzausrüstung

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