Autofahren im Dunkeln - lieber etwas langsamer Bild: MEV-Verlag, Germany

Im Dezember ist es zwischen Sonnenaufgang und -untergang nur gerade mal 8 Stunden hell. Auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause sehen deshalb die wenigsten Tageslicht. Und da wir im Dunklen schlechter sehen, steigt das Unfallrisiko im Straßenverkehr.

Im Jahr 2016 sind in Deutschland 1.069 Menschen bei Dämmerung und Dunkelheit im Straßenverkehr getötet worden, so Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Neben der Dunkelheit spielt oft auch die Witterung eine Rolle. Regen oder Nebel verschlechtern die Sicht. Nasses Laub oder überfrorene Nässe verlängern den Bremsweg.

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Unbeleuchtete Straßen, aber auch die Lichterflut der Städte sind bei Dunkelheit gefährlich

Bei unbeleuchteten Straßen sind vor allem dunkel gekleidete Fußgänger schlecht sichtbar. In Großstädten mit einer hohen Dichte an Lichtquellen können Spiegelungen auf nassen Flächen das Auge und die Wahrnehmung irritieren. Ist das blinkende Licht eine Leuchtreklame, ein Kfz-Blinker oder ein Fahrradfahrer, der mit Blink-LEDs auf sich aufmerksam machen will?

Dunkelheit - Verkehrsteilnehmer unterschätzen das Risiko

Ob zu dunkel oder zu grell-hell: in beiden Fällen sollte man die Geschwindigkeit der Situation anpassen. Denn besonders oft wird der Anhalteweg eines Fahrzeuges unterschätzt.

Dazu gibt der Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) ein einfaches Rechenbeispiel: Ein dunkel gekleideter Fußgänger ist von einem Autofahrer bei schlechten Sichtverhältnissen erst aus etwa 25 m Entfernung zu erkennen. Der Anhalteweg beträgt allerdings bei Tempo 50 bei einer Gefahrbremsung nach gängiger Faustregel rund 28 m.

Fußgänger sollten bei Dunkelheit helle und reflektierende Kleidung tragen

Tragen Sie als Fußgänger Kleidung oder Taschen mit reflektierenden Materialien? Das verbessert die Sichtbarkeit auf bis zu 140 m.

Achten Sie bei reflektierendem Sicherheitszubehör und entsprechender Kleidung auf die Kennzeichnung DIN EN 13356.

Eine Sicherheitsweste über der Kleidung schützt Fahrradfahrer bei Dunkelheit

Tragen Sie als Fahrradfahrer über der Kleidung eine Sicherheitsweste, die die Norm EN ISO 20471 erfüllt. Überprüfen Sie am Fahrrad die Beleuchtung sowie die Reflektoren regelmäßig.

Autofahrer sollten bei Dunkelheit für eine gute Rundumsicht sorgen

Sorgen Sie als Autofahrer vor Fahrtbeginn für eine gute Rundumsicht. Wischen bzw. kratzen Sie beschlagene oder vereiste Fensterscheiben vollständig frei.

  • Füllen Sie ausreichend Frostschutzmittel ins Scheibenwischwasser.
  • Überprüfen Sie, dass Ihre Wischerblätter keine Schlieren auf der Scheibe hinterlassen.
  • Achten Sie darauf, dass die Autoscheinwerfer funktionieren und sauber sind.

Im Herbst ist nasses Laub ein zusätzliches Risiko für eine „Rutschpartie“. Je kälter es wird, desto größer wird das Risiko an Straßenglätte, vor allem in den Morgenstunden z. B. auf Brücken.

Schlagworte zum Thema:  Straßenverkehr

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