13.09.2012 | Alkohol

Ein Problem für Unternehmen

Männer sind doppelt so häufig wegen Alkohol arbeitsunfähig wie Frauen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Fehlzeiten und Arbeitsunfälle haben immer auch wirtschaftliche Folgen. Jährlich verursacht Alkohol einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 26 Milliarden Euro, so der Gesundheitsreport 2012 der Barmer GEK. Auch wenn es um Kündigungen geht, spielt Alkohol oft eine Rolle.

Alkohol ist vor allem bei Männern ein Thema, das negativ am Arbeitsplatz auffällt. Trunkenheit und Restalkohol macht sich auch bei jungen Erwerbstätigen immer deutlicher bemerkbar. Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit wegen Alkohol liegt bei den Jungen zwar bei „nur“ knapp vier Tagen und die Krankenhausaufenthalte bei etwas mehr als zwei Tagen. Doch zwei Tage wegen akuten Alkoholproblemen klinisch behandelt werden zu müssen, sind zwei Tage zu viel.

Erschreckende Zahlen: Bei mindestens jedem fünften Arbeitsunfall ist Alkohol die Ursache

  • Schätzungsweise 9,6 Liter reiner Alkohol wurde pro Kopf in Deutschland 2010 konsumiert.
  • Die Menge des konsumierten Alkohols wird bei mehr als 16 Prozent der Personen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren als riskant eingestuft.
  • Bei jedem fünften Arbeitsunfall ist Alkohol die Ursache.
  • Personen mit Hinweisen auf Alkoholprobleme waren durchschnittlich etwa 40 Tage länger arbeitsunfähig gemeldet als Erwerbspersonen ohne entsprechende Anzeichen.
  • Bei jeder sechsten Kündigung geht es um Alkoholmissbrauch.
  • Männer sind doppelt so häufig wegen Alkohol arbeitsunfähig wie Frauen.

Alkohol als Ursache oft verkannt

Experten gehen davon aus, dass die gemeldeten Fälle von Arbeitsunfällen wegen Alkohol sowie Alkoholerkrankungen nur einen Teil der Wirklichkeit widerspiegeln. So kann Alkohol auch körperliche und psychische Beschwerden auslösen, bei denen Alkohol nicht zwangsläufig als Ursache diagnostiziert wird.

Risikofaktoren, zu viel Alkohol zu konsumieren

Bildung, Beruf, Alter – viele verschiedene Faktoren begünstigen das Risiko, zu viel Alkohol zu konsumieren. Je niedriger das Bildungsniveau desto höher ist das Risiko zu oft zum Alkohol zu greifen. Arbeitslose und Hilfsarbeiter führen die Tabelle bei den Personen mit Alkoholproblemen nach Berufsfeldern an. Und bei der Altersgruppe der 55- bis 59-Jährige ist das Risiko sechs Mal höher als bei den 20- bis 29-Jährigen.

Schlagworte zum Thema:  Alkohol, Alkoholismus, Alkoholkonsum, Alkoholprävention

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