Ende der Homeoffice-Pflicht
Viele Beschäftigten in Deutschland wurden während der Corona-Pandemie nach Hause ins Homeoffice geschickt. Von dort erledigten sie zum Teil monatelang ihre Arbeit. Ziel ist es, das Infektionsrisiko so lange zu gering zu halten, bis die Pandemie zu Ende ist oder zumindest ein Großteil der Bevölkerung durch Impfung geschützt ist.
Homeoffice-Pflicht endet während der Corona-Pandemie
Im Juni 2021 gehen die Corona-Zahlen deutschlandweit stark runter, mancherorts ist er 7-Tage-Inzidenzwert bei 0. Geimpft ist etwa die Hälfte der Bevölkerung. Und so wird zum 1. Juli die Homeoffice-Pflicht aufgehoben. Keine einfache Entscheidung für den einen oder anderen Beschäftigten, denn erst die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ist geimpft. Zudem breitet sich in einigen Ländern die Delta-Variante aus. Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus im beruflichen Kontext ist nach wie vor hoch. Besonders betroffen sind u. a. Handel und Dienstleistungsbranchen, da deren Beschäftigte viele Kundenkontakte haben und nicht ins Homeoffice ausweichen können. Aber auch die Kontakte auf dem Arbeitsweg etwa in den öffentlichen Verkehrsmitteln nehmen deutlich zu, da vermehrt Beschäftigte aus dem Homeoffice in die Betriebe zurückkehren.
Deshalb würden fast 50% gerne weiterhin im Homeoffice arbeiten
Eine Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigt, dass fast die Hälfte der Erwerbstätigen, die im Homeoffice gearbeitet haben, dies auch gerne in Zukunft tun würde – wenigstens tageweise. Das schätzen sie besonders:
- wenige oder keine Infektionsrisiken aufgrund von Kontakten im Betrieb oder im öffentlichen Personennahverkehr,
- mehr Flexibilität bei der Gestaltung der eigenen Arbeit,
- eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Ganz stressfrei ist das Arbeiten zu Hause nicht
Allerdings gibt es auch viele Beschäftigte, die das Arbeiten zu Hause gestresst hat. Gründe dafür sind:
- die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit,
- ständige Erreichbarkeit und/oder überlange Arbeitszeiten sowie z. T. eine damit verbundene Erholungsunfähigkeit,
- mangelhafte technische Ausstattung und/oder instabile Internetverbindungen,
- kein oder zu wenig Kontakt und sozialer Austausch mit Kollegen,
- die Doppelbelastung – vor allem bei Frauen – durch gleichzeitige Betreuung der Kinder, wenn Kitas und Schulen geschlossen waren.
So könnte es mit dem Arbeiten im Homeoffice weitergehen
Die Voraussetzungen fürs Arbeiten im Homeoffice sind in vielen Bereichen der Wirtschaft gegeben. Die Digitalisierung ist so weit, dass in vielen Branchen und Berufen zumindest ein Teil der Arbeit von zu Hause oder von anderen Orten aus verrichtet werden kann. Ein gesetzlich verankertes Recht auf Arbeiten im Homeoffice würde für rechtliche Sicherheit auf Seiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sorgen. Mit entsprechenden Regeln ließe sich zudem die Gesundheit der Beschäftigten schützen. Folgende Aspekte können und sollten geregelt werden, so Elke Ahlers vom WSI:
- Grundlage sollte die Freiwilligkeit und eine Kombination aus Homeoffice und Präsenz im Betrieb sein.
- Das Arbeitszeitgesetz muss im Homeoffice genauso gelten wie im Betrieb.
- Eine Arbeitszeiterfassung ist sicherzustellen.
- Die Leistungserwartungen an die Beschäftigten im Homeoffice sind klar zu kommunizieren.
- Der Versicherungsschutz ist zu klären.
- Art und Umfang der Ausstattung der Arbeitsplätze durch den Arbeitgeber mit einer Grundausstattung, wie z. B. mobile Endgeräte, Monitor, Tastatur etc. sind festzulegen.
- Kosten die im Homeoffice für die Beschäftigten anfallen, wie etwa für Heizung, Strom oder Büromaterial, sollten steuerlich berücksichtigt werden.
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