Die neue DIN EN ISO 45001 für Arbeitsschutzmanagementsysteme kommt voraussichtlich im März 2018 Bild: DIN

Der Weg ist frei für die neue Arbeitsschutzmanagement-Norm ISO 45001, die die OHSAS 18001 ablösen wird. Der Final Draft International Standard (FDIS) der ISO 45001wurde freigegeben.

Die endgültige ISO 45001 wird laut DNV GL, Mitglied der zuständigen Arbeitsgruppe ISO/PC 283, voraussichtlich schon im Februar 2018 in Kraft treten. Mit der Norm können Unternehmen einen Nachweis darüber geben, dass sie im betrieblichen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz global verbindliche Standards einhalten.

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Neuerungen der ISO 45001 gegenüber der OHSAS 18001

Unternehmen, die nach der OHSAS 18001 zertifiziert sind, müssen sich auf veränderte Anforderungen an das Management von Arbeits- und Gesundheitsschutz einstellen.

  • Der Kontext der Organisation schließt nun sowohl die Beschäftigten als auch die Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette ein, u.a. sollen Arbeitnehmer stärker am Gesundheitsschutzmanagement beteiligt und in Beratungen einbezogen werden. Daneben sollen auch die Bedingungen für Mitarbeiter von Fremdfirmen oder Personal ausgelagerter Prozesse berücksichtigt werden. Und die Unternehmen müssen beim Thema Arbeitssicherheit in Zukunft auch die Arbeitsbedingungen ihrer Lieferanten und Dienstleister betrachten.
  • Das Top-Management ist stärker gefordert als bisher. Die Unternehmensleitung muss Führungsverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz übernehmen und Engagement beweisen.
  • Gefahren müssen identifiziert werden, am Arbeitsplatz ebenso wie für bestimmte Personenkreise oder in Notfallsituationen. Aber auch die Betriebsprozesse müssen explizit betrachtet werden.
  • Mögliche Risiken müssen bewertet, eine Maßnahmenhierarchie für das Reduzieren von Risiken im Gesundheits- und Arbeitsschutz muss daraus abgeleitet werden. Chancen zur Verbesserung sollen nun in einem eigenen Prozess identifiziert werden. Chancen können sich z. B. aus Veränderungen der Organisation ergeben oder indem Arbeits- und Gesundheitsschutzrisiken am Arbeitsplatz beseitigt oder Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse der Beschäftigten angepasst werden. 
  • Die ISO 45001 stellt auch neue Anforderungen an die Qualifizierung der Auditoren. Außerdem gelten neue Kalkulationsvorgaben für die Festlegung der Auditzeiten. Das kann gegebenenfalls eine neue Planung im Unternehmen erfordern.

Einheitliche Struktur von ISO 45001, 14001 und 9001 erleichtert Einführung eines integrierten Managementsystems

Bei der Einführung eines integrierten Managementsystems profitieren Unternehmen in Zukunft vom neuen Standard, da die einzelnen Elemente nun eine einheitliche Struktur haben. Mit der neuen Norm wird die sogenannte High Level Structure umgesetzt. Diese ist bereits aus den neuesten Versionen der Umweltmanagementnorm ISO 14001 sowie der Norm 9001 für Qualitätsmanagement bekannt.

Übergangsfrist von OHSAS 18001 auf 45001 noch nicht sicher

Laut dem TÜV Rheinland ist noch nicht klar, wie viel Zeit die Unternehmen haben werden, um auf den neuen Standard umzusteigen. Folglich ist auch noch nicht bekannt, wann der British Standard for Occupational Health- and Safety Assessment Series, kurz BS OHSAS 18001, erlischt. Doch es wird erwartet, dass es wohl auch hier eine dreijährige Übergangsfrist geben wird. Nach Ablauf der Frist muss dann die ISO 45001 umgesetzt sein.

Mehr zur ISO 45001 erfahren Sie hier: Die neue ISO 45001 kommt: Für sichere und gesunde Arbeitsplätze.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsschutzmanagement, OHSAS

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