Stress, Mobbing & Co. – das hört man häufig. Aber psychische Belastung – was ist das eigentlich genau? Weil das Thema nicht so greifbar ist, spricht man manchmal auch von den sogenannten "weichen Faktoren". Diese können jedoch durchaus harte und weitreichende Folgen nach sich ziehen – bis hin zu körperlichen und psychischen Erkrankungen. Neben Leid für die Betroffenen bedeutet dies für das Einzelunternehmen sowie für die Gesellschaft insgesamt Einschränkungen der Leistungsfähigkeit inklusive massiver finanzieller Belastungen.

Das Arbeitsschutzrecht trägt dieser Problematik Rechnung. Maßnahmen zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit sind erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes – so bestimmt es das Arbeitsschutzgesetz. Zuständig ist der Arbeitgeber, der bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen und den Maßnahmen für sichere und gesunde Arbeit psychische Faktoren mit zu berücksichtigen hat. Das Sozialgesetzbuch VII erteilt den Unfallversicherungsträgern den Auftrag, die versicherten Betriebe und Bildungseinrichtungen dabei zu unterstützen. In der "Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie" (GDA) arbeiten die Unfallversicherungsträger und die staatlichen Arbeitsschutzbehörden zusammen, um das Thema positiv voranzubringen.

Begriffe wie Stress, Mobbing oder Burnout haben seit Jahren Hochkonjunktur – sie werden zum Teil beinahe inflationär, allerdings nicht immer korrekt, verwendet. Geeignete Lösungsansätze sind leider oft weniger bekannt. Was genau verbirgt sich hinter den genannten Schlagworten wie Stress, Mobbing oder Burnout? Oder was genau ist eine "Posttraumatische Belastungsstörung" (PTBS)? Kann man überhaupt etwas dagegen tun? Welche Maßnahmen, welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? Fragen, mit denen Führungskräfte, Personal-/Betriebsräte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, Sicherheitsbeauftragte und andere Personen, die sich im Unternehmen mit Sicherheit und Gesundheit befassen, zunehmend konfrontiert werden.

Die in dieser DGUV Information zusammengetragenen Fallbeispiele veranschaulichen problematische Aspekte psychischer Belastung und zeigen, dass es dabei sowohl um Menschen, als auch um die Qualität von Arbeit geht. Die jeweils bedeutsamen psychologischen Hintergründe werden kurz dargestellt und mögliche Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit aufgezeigt.

Arbeit macht gesund! Arbeit macht krank!

In der Norm DIN EN ISO 10075-1 wird psychische Belastung definiert als "die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf einen Menschen zukommen und diesen psychisch beeinflussen". Bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen spielen v.a. die negativ ausgeprägten "BELASTUNGSFAKTOREN" wie z. B. Lärm, Zeitdruck, schlechter Informationsfluss, Konflikte oder hohe Arbeitsintensität eine Rolle.

Psychische Belastung ist alltäglich. Das kann gut sein. Oder schlecht.

Ein "Leben in der Hängematte" ohne jegliche Anforderung ist nur für eine gewisse Zeit angenehm, dann brauchen wir auch wieder Betätigung, Anforderung und Belastung, um gesund, fit und zufrieden bleiben zu können. Lob, eine sinnvolle Arbeitsaufgabe und ein gutes Betriebsklima gehören dazu. Wie so oft kommt es auf das richtige Maß an.

Aufnahme und Verarbeitung von Informationen – in der heutigen Arbeitswelt müssen in immer mehr Berufsfeldern vor allem Anforderungen an unser Wahrnehmen und Denken bewältigt werden. In vielen Berufen ist auch der direkte Umgang mit Emotionen unumgänglich. Und bei Arbeitsformen, in denen immer mehr Teamarbeit erforderlich ist, kann es immer wieder auch zu Spannungen unter den Kolleginnen und Kollegen kommen.

Von einigen Belastungsfaktoren ist mittlerweile sehr gut belegt, dass diese branchen- und tätigkeitsübergreifend einen direkten Einfluss auf die Gesundheit haben. Sie können damit auch als "Schlüsselfaktoren" bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um:

  • die Arbeitsintensität
  • die Gestaltung der Arbeitszeit
  • den Handlungsspielraum
  • die sozialen Beziehungen, insbesondere Führungsverhalten
  • die Arbeitsumgebung, insbesondere Lärm

Wie Belastung wirkt, hängt auch mit den jeweils dort arbeitenden Menschen zusammen, die auf die Belastung reagieren, abhängig z. B. von ihren Fähigkeiten, Kenntnissen, Erfahrungen oder auch Selbstvertrauen. Das kann von Mensch zu Mensch recht unterschiedlich sein. Was die Belastung im einzelnen Menschen auslöst, wird "Beanspruchung" genannt.

In der Norm DIN EN ISO 10075-1 wird psychische Beanspruchung definiert als "die unmittelbare Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinem aktuellen Zustand". Der aktuelle Zustand kann z. B. durch Alter, Geschlecht, Fertigkeiten, Bewältigungsstrategien, Müdigkeit oder Stimmung beeinflusst sein.

Die Beanspruchung, die Auswirkung der psychischen Belastung auf den Menschen, kann positiv oder negativ sein. Davon abhängig sind dann auch die weiteren Folgen – Arbeitszufriedenheit, Leistungsfähigkeit und Gesundheit oder "Stress, Mobbing & Co.."

Generell gilt:

  • Gut gestaltete Arbeit bringt ein Maß an B...

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