Reparieren statt Wegwerfen: Warum Elektroschrott uns alle betrifft
Was haben alte Handys, kaputte Haushaltsgeräte, blinkende Turnschuhe, tönende Grußkarten oder drahtlose Kopfhörer gemeinsam? Sie landen viel zu selten dort, wo sie hingehören: Statt repariert oder fachgerecht entsorgt zu werden, verschwinden sie in Schubladen, Kellern oder gar im Hausmüll. Im Schnitt lagern rund 5 Kilogramm Elektroaltgeräte pro Person ungenutzt in deutschen Haushalten, je kleiner sie sind, desto wahrscheinlicher werden sie nicht recycelt – ein enormes Potenzial für Wiederverwendung und Ressourcenschutz.
Laut Bundesumweltministerium fallen in Deutschland insgesamt jährlich rund 880.000 Tonnen Elektro- und Elektronik-Altgeräte an. Weltweit gehört Elektroschrott zu den am schnellsten wachsenden Abfallströmen – mit gravierenden Folgen für Umwelt und Klima.
Ein Zeichen setzen: Die Europäische Woche der Abfallvermeidung
Hier setzt die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV), Europas größte Abfallvermeidungskampagne, an. Ziel ist es, alle Bürgerinnen und Bürger für die Notwendigkeit eines bewussteren Umgangs mit unseren Ressourcen zu sensibilisieren und praktische Wege aus der Wegwerfgesellschaft aufzuzeigen. Die EWAV wurde auf Initiative der Europäischen Kommission im Jahr 2008 als EU-weites Projekt ins Leben gerufen. Seit 2014 koordiniert der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) die Kampagne in Deutschland. Sie wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert, das Umweltbundesamt (UBA) ist der fachliche Ansprechpartner.
Die Aktionswoche findet jedes Jahr mit einem anderen Schwerpunktthema Ende November statt. In diesem Jahr, vom 22. bis 30. November 2025, steht die Vermeidung von Elektroschrott im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Reparieren statt Wegwerfen – Elektroschrott vermeiden“ regt sie in diesem Jahr europaweit zu Aktionen an, die das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum, Reparatur und Wiederverwendung stärken.
Ob Repair-Café, Upcycling-Workshop, Infoveranstaltung oder Social-Media-Kampagne – jede Aktion zur Abfallvermeidung, so das Credo der EWAV, ist eine Aktion für Ressourcenschutz. Denn Reparieren statt wegwerfen ist nicht nur nachhaltig, sondern oft auch überraschend einfach – und macht Spaß, gerade auch in Gemeinschaft! Wer bei der Europäischen Woche der Abfallvermeidung eine Idee umsetzen möchte, kann sich noch bis 9. November unter Europäische Woche der Abfallvermeidung | EWAV anmelden.
Dort stehen auch zahlreiche Materialien zur Verfügung: Factsheets, Grafiken, Best-Practice-Beispiele aus den Vorjahren – alles, was es braucht, um eine eigene Aktion zu starten. Besonders engagierte Projekte haben zudem die Chance, als beste Aktion zur Abfallvermeidung ausgezeichnet zu werden.
Digitaler Auftakt mit prominenter Unterstützung Den offiziellen Startschuss gibt die digitale Auftaktveranstaltung am 24. November 2025 . Mit einem Grußwort von Bundesminister Carsten Schneider (BMUKN) und spannenden Impulsen aus Forschung, Praxis, KI und App-Entwicklung werden innovative Lösungsansätze zur Vermeidung von Elektroschrott vorgestellt. |
Let’s Clean Up Europe: Der Fotowettbewerb 2025
Die EWAV setzt bei der Vermeidung von Abfällen an – doch wenn der Müll schon in der Welt ist, landet er trotz des weit verbreiteten Umweltbewusstseins oft – auch unabsichtlich - in der Umwelt, mitten im Wald, in Wiesen und Gewässern. Und damit schwer zugänglich für Entsorgungsunternehmen.
Zu Müllsammelaktionen regt deshalb das ganze Jahr europaweit über die Initiative Let’s Clean Up Europe an, die für Deutschland ebenfalls der VKU für das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium betreut. Die Initiative bündelt das Engagement der Menschen vor Ort, sensibilisiert für die Belange des Naturschutzes und stärkt das Umweltbewusstsein.
In diesem Jahr hat Let’s Clean up Europe einen Fotowettbewerb in Deutschland ausgelobt und sammelt die besten Bilder von Aufräumaktionen. Die sechs besten Einsendungen können bis zu 300 Euro gewinnen! Mehr Informationen zum Fotowettbewerb finden Sie hier .
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