2025 drittwärmstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen
2025 lag die globale Oberflächenlufttemperatur um 1,47 °C über dem vorindustriellen Niveau. Damit war 2025 nur geringfügig kühler als die beiden Vorjahre. Zum ersten Mal wurde über einen Drei-Jahres-Zeitraum die 1,5-°C-Grenze überschritten, die im Pariser Klimaabkommen als kritische Schwelle definiert wurde. Besonders alarmierend: Die letzten elf Jahre waren die elf wärmsten seit Beginn der „Copernicus“-Aufzeichnungen.
Das Copernicus-Programm ist eine Initiative der Europäischen Union zur Erdbeobachtung. Es stellt unabhängige Daten zu Klima und Atmosphäre bereit und unterstützt politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler und Unternehmen bei der Entwicklung von Klimaschutz- und Anpassungsstrategien.
Ursachen der Erwärmung
Die außergewöhnlichen Temperaturen der letzten Jahre sind auf zwei Hauptfaktoren zurückzuführen: die steigenden Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre und die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen, die durch ein El-Niño-Ereignis und andere ozeanische Variabilitäten verstärkt wurden. El Niño hat einen zusätzlichen Erwärmungseffekt, der sich mit der langfristigen Erderwärmung überlagert, während La Niña tendenziell kühlend wirkt.
Auswirkungen auf Mensch und Umwelt
Die Rekordtemperaturen führten zu einer Vielzahl von Extremereignissen, darunter Rekordhitzeperioden, schwere Stürme in Europa, Asien und Nordamerika sowie Waldbrände in Spanien, Kanada und Südkalifornien. Laut WHO ist Hitzebelastung eine der Hauptursachen für wetterbedingte Todesfälle weltweit. Besonders betroffen waren 2025 Regionen mit trockenen, windigen Bedingungen, in denen Waldbrände erhebliche Mengen an Kohlenstoff und Luftschadstoffen freisetzten. Diese Ereignisse verschlechterten die Luftqualität und hatten weitreichende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.
Europa und die globale Perspektive
Europa erlebte 2025 das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, mit einer Durchschnittstemperatur von 10,41 °C – 1,17 °C über dem Durchschnitt des Referenzzeitraums 1991–2020. Die Meereisausdehnung an den Polen erreichte historische Tiefstwerte seit Beginn der Satellitenbeobachtungen Ende der 1970er-Jahre, zugleich verzeichnete die Antarktis 2025 ihre höchste jemals gemessene Jahresdurchschnittstemperatur. Weltweit war der Januar 2025 der wärmste Januar seit Beginn der Aufzeichnungen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage für Maßnahmen
Florian Pappenberger, Generaldirektor des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage, das zentrale Dienste des Programms betreibt, betont die Bedeutung wissenschaftlicher Daten für fundierte Entscheidungen und Klimaschutzmaßnahmen. „Jedes Jahr und jedes Grad zählt“, erklärt er und ruft zu einer verstärkten Klimaanpassung auf.
Auch Mauro Facchini von der Europäischen Kommission unterstreicht die Rolle von Copernicus als zentrale Informationsquelle für Klimaschutz und Risikomanagement. Die Daten seien entscheidend, um maßgeschneiderte Lösungen für Klimaresilienz und Anpassung zu entwickeln.
Ausblick: Handlungsbedarf steigt
Die Erkenntnisse des Copernicus-Berichts zeigen, dass die Welt sich rasch der im Pariser Abkommen festgelegten Temperaturgrenze nähert – und diese möglicherweise noch vor Ende des Jahrzehnts überschreiten wird. Carlo Buontempo, Direktor des Copernicus-Dienstes zum Klimawandel, warnt: „Die Frage ist nicht mehr, ob wir die Grenze überschreiten, sondern wie wir mit den Folgen umgehen.“
Die steigenden Treibhausgasemissionen sind der Haupttreiber für den Temperaturanstieg, und die Überwachung dieser Emissionen wird zunehmend wichtiger. Laurence Rouil vom Copernicus-Dienst zur Überwachung der Atmosphäre appelliert an Entscheidungsträger, die Risiken anhaltender Emissionen ernst zu nehmen: „Die Atmosphäre sendet uns eine Botschaft, und wir müssen darauf hören.“
Interessierte können den vollständigen Bericht „Global Climate Highlights 2025“ hier herunterladen.
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