Die Formulare der Körperschaftsteuererklärung 2017 wurden gegenüber dem Vorjahr erneut sehr umfangreich geändert bzw. neue Vordrucke geschaffen. Auch wer mit der Erstellung der Erklärung in den vergangenen Jahren keine Probleme hatte, sollte sich zunächst einen Überblick über die neuen Vordrucke mit ihren weit reichenden Änderungen verschaffen. Zusätzlich geben wir Gestaltungsempfehlungen.

Die zu verwendenden Vordrucke der Körperschaftsteuererklärung 2017 sind grundsätzlich einheitlich für alle Körperschaften gestaltet, unabhängig davon, ob das Wirtschaftsjahr dem Kalenderjahr entspricht oder ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr besteht. Bei abweichendem Wirtschaftsjahr ist lediglich in Zeile 14 (Vordruck KSt 1) dessen Beginn und Ende einzutragen.

Körperschaftsteuer Deutschland: Zweiteilung der Erklärung ist entfallen

Die bisherige Zweiteilung der Erklärung in die eigentliche Körperschaftsteuererklärung und in eine Feststellungserklärung ist bereits in 2016 entfallen. Die Daten für die zu treffenden Feststellungen werden nun in einer Anlage zur Körperschaftsteuererklärung erklärt.

In 2017 neu hinzugekommen sind vor allem eine Anlage SAN und die Anlage ZVE.

Änderungen bei den Grundvordrucken zur Körperschaftsteuererklärung 2017

Für die Erklärung wird in allen Fällen der Vordruck Körperschaftsteuererklärung 2017 – Vordruck KSt 1 – benötigt (Erläuterungen im 2. Kapitel). Erforderlich werden in den meisten Fällen die Zusatzvordrucke Anlage GK (neu, Erläuterungen im 3. Kapitel), Anlage ZVE (neu) und Anlage WA (Erläuterungen im 4. Kapitel). Dies gilt auch für den Fall, dass zeitweise nur eine beschränkte Steuerpflicht bestanden hat.

Nicht mehr darin enthalten sind die zu erklärenden Daten für die zu treffenden Feststellungen im Zusammenhang mit der Körperschaftsteuerfestsetzung, insbesondere die Feststellungen des verbleibenden Verlustvortrags, des verbleibenden Zuwendungsvortrags bzw. des Zinsvortrags und des EBITDA-Vortrags. Dazu dienen nun die Anlage Verluste, die Anlage Z bzw. die Anlage Zinsschranke (KSt).

Die Anlage ZVE ist neu und übernimmt ab 2017 die eigentliche Ermittlung des zu versteuernden Einkommens. Diese Funktion mit den betreffenden Angaben fand sich bisher im Vordruck Körperschaftsteuererklärung KSt 1 A bzw. in der Anlage GK. Überwiegend werden in der Anlage ZVE nur Werte aus anderen Anlagen übertragen und damit rechnerisch gesammelt.

Aktueller Hinweis: Die Finanzverwaltung kann die elektronischen Formulare für die Körperschaftsteuererklärung 2017 laut Elster-Portal erst am 24.7.2018 zur Verfügung stellen. Da die reguläre Abgabefrist eigentlich Ende Mai abläuft, hat das BMF eine Sonderlösung: Die Steuerpflichtigen haben bis zum 31.8.2018 Zeit, ihre Körperschaftsteuererklärung abzugeben. Außerdem darf die Erklärung auch in Papierform abgegeben werden (s. hierzu die News "Elektronische Formulare zur Körperschaftsteuererklärung 2017 erst ab Ende Juli").

Anlage KSt 1 F ersetzt Feststellungserklärung

Die bisherige Feststellungserklärung ist weggefallen; die dazu erforderlichen Daten werden seit 2016 auf der Anlage KSt 1 F eingetragen. Neu mit in die Anlage KSt 1 F hineingekommen ist in 2017 der Abschnitt zu erfolgten Gewinnausschüttungen, der bisher in der Anlage WA enthalten war. Der Aufbau dieser Anlage entspricht in Teilen dem des bisherigen Erklärungsvordrucks. Das gilt auch für die Zeilen, die für nicht alltägliche Fälle, wie z. B. eine Umwandlung, Liquidation oder bei Nennkapital, das aus umgewandelten Rücklagen entstanden ist, bei einer Veränderung im Nennkapital sowie bei abweichendem Wirtschaftsjahr bzw. für Organgesellschaften, benötigt werden.

Anlage KSt 1 F ersetzt Feststellungserklärung

Auf der Anlage KSt 1 F erfolgen zudem Eintragungen, wenn eine Verrechnung mit dem steuerlichen Einlagekonto vorzunehmen ist, z. B. bei Eintritt des Besserungsfalls nach einem Darlehensverzicht oder bei der Rückzahlung von Nachschüssen.

Weitere Anlage zur Feststellung

Als weitere Anlage zur Feststellung besteht noch der Vordruck Ermittlung des fortgeschriebenen Endbetrags aus dem EK 02 (KSt 1 F - 38). Dieser wird jedoch nur noch benötigt, wenn ein Antrag nach § 34 Abs. 14 KStG gestellt wurde und damit der Bestand des fortgeschriebenen Endbetrags an EK 02 weiterhin zu ermitteln und festzustellen ist.

Amtliche Zusatzvordrucke zur Körperschaftsteuererklärung 2017

Die folgenden weiteren Vordrucke (Überblick Erläuterungen im 5. Kapitel) sind in den nachfolgenden Fallkonstellationen zu verwenden:

  • Für die Anrechnung bzw. den Abzug ausländischer Steuern die Anlage AESt;
  • die Anlage AEV für nicht nach DBA steuerfreie negative Einkünfte bzw. Gewinnminderungen nach § 2a Abs. 1 EStG;
  • die Anlage BE zur Ermittlung der steuerfreien Bezüge aus Beteiligungen;
  • die neue Anlage Ber für steuerbefreite Berufsverbände;
  • die Anlage EÜR, sofern der Gewinn durch Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt wird;
  • die neue Anlage Gem, in welcher die Daten für steuerbefreite Körperschaften eingetragen werden, welche gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen;
  • die ebenfalls neue Anlage Geno/Ver für Genossenschaften oder Vereine, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 10 oder 14 KStG steuerbefreit sind;
  • für Genossenschaften oder steuerbefreite Vereine die Anlage GR, in welcher die Daten zu einer genossenschaftlichen Rückvergütung erklärt werden;
  • die neue Anlage Kassen, welche für steuerbefreite rechtsfähige Pension-, Sterbe- Kranken- bzw. Unterstützungskassen bestimmt ist;
  • in Organschaftsfällen die Anlagen OG bzw. OT, jeweils getrennt für die Organgesellschaft bzw. den Organträger;
  • die Anlage ÖHK, für die spartenbezogene Ermittlung der Einkünfte bzw. der abziehbaren Verluste von Eigenbetrieben im Bereich der öffentlichen Hand;
  • die neue Anlage Part, welche für die Steuerbefreiung von politischen Parteien oder kommunalen Wählervereinigungen etc. vorgesehen ist;
  • neu ist ebenfalls die Anlage SAN, in welcher die in § 3a EStG gesetzlich neu geregelte Steuerbefreiung für Sanierungserträge umgesetzt wird;
  • die Anlage Verluste, in welche alle Eintragungen zur Berechnung und Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags - auch zum fortführungsgebundenen Verlustvortrag - ausgegliedert worden sind;
  • die neue Anlage WiFö für steuerbefreite Wirtschaftsförderungsgesellschaften;
  • die Anlage Z, welche die Daten enthält, die für eine Berechnung und Feststellung des verbleibenden Zuwendungsvortrags erforderlich sind;
  • die Anlage Zinsschranke (KSt), zur Ermittlung des Betriebsausgabenabzugs für Zinsaufwendungen. Diese Anlage ist nur auszufüllen, wenn der Saldo aus Zinsaufwand und Zinsertrag mindestens 3 Mio. EUR beträgt oder ein Zinsvortrag festgestellt wurde. Auf dem Vordruck kann zudem die Berechnung zum EBITDA-Vortrag erfolgen;
  • die Anlage Zinsschranke (KSt), zur Ermittlung des Betriebsausgabenabzugs für Zinsaufwendungen. Diese Anlage ist nur auszufüllen, wenn der Saldo aus Zinsaufwand und Zinsertrag mindestens 3 Mio. EUR beträgt oder ein Zinsvortrag festgestellt wurde. Auf dem Vordruck kann zudem die Berechnung zum EBITDA-Vortrag erfolgen;
  • die Anlage KSt 1 Fa für bestimmte Betriebe gewerblicher Art bzw. wirtschaftliche Geschäftsbetriebe zur Feststellung des steuerlichen Einlagekontos oder des durch Rücklagenumwandlung entstandenen Nennkapitals.

Entfallen sind ab 2017:

  • der bisherige Vordruck KSt 1 B für nicht nach dem HGB buchführungspflichtige Körperschaften (z. B. Vereine, Stiftungen), für welche ab 2017 ebenfalls die Erklärung KSt 1 bzw. die gesonderten Anlagen zu verwenden sind;
  • der bisherige Vordruck KSt 1 C für beschränkt steuerpflichtige Körperschaften, da auch diese ihre Daten ab 2017 in der allgemeinen Erklärung KSt 1 und den jeweiligen Anlagen erklären können.

Zusätzliche eigene Anlagen

Sollte trotz dieser großen Fülle von Erklärungsvordrucken für eine Eintragung keine passende Zeile gefunden werden oder reicht der vorgesehene Platz hierfür nicht aus, können die Ausführungen auf einem gesonderten Blatt dargestellt werden. Diese Erläuterungen können zusammen mit evtl. Belegen per Brief-Post oder als E-Mail-Anhang dem Finanzamt übermittelt werden. Dies ist zulässig und in manchen Fällen auch durchaus ratsam. Ggf. genügt auch eine kurze Erläuterung in den Freitextfeldern zur Erklärung.

Ab 2017 ist hierfür im Vordruck KSt 1 in der Zeile 13 eine "1" einzutragen, welche auf die zusätzliche Anlage hinweist. Hierbei können auch eine zu der Verwaltungsauffassung abweichende Rechtsauffassung und die sich daraus ergebenden abweichenden Daten mitgeteilt werden. Die Anlage sollte dann als "Ergänzende Angaben zur Steuererklärung" bezeichnet werden