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Stressmanagement (Teil 4): Aktiv entspannen für mehr Wohlbefinden

Gezielte Techniken helfen bei akutem Stress – aber um sich auch langfristig vom Stress zu verabschieden, macht es Sinn, eine Entspannungsmethode zu erlernen. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt. Denn eines steht fest: Es gibt eine Fülle an Techniken.

Bewusste Entspannung für Körper, Geist und Seele hat schon auf den ersten Blick zwei Vorteile: Sie dient als Ausgleich für den oftmals hektischen und stressbeladenen Alltag. Des Weiteren ist sie wiederum die beste Voraussetzung für konzentriertes, effektives Arbeiten.

Vielleicht kennen Sie bereits, zumindest vom Hörensagen, die eine oder andere Entspannungsmethode, sei es Meditation, autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga oder katatymes Bilderleben. Welche davon eignet sich nun speziell für Ihre Bedürfnisse?Der einfachste und wichtigste Grundsatz ist hier: Die Methode, die Ihnen am sympathischsten ist, wird für Sie auch die erfolgversprechendste und wirksamste sein.

 

Vorteile von methodischem Entspannen

Wenn Sie eine Entspannungsmethode praktizieren, so bedeutet das, dass Sie sich intensiver, regelmäßiger und langfristiger mit dieser Art Stress zu bewältigen auseinandersetzen. Im Idealfall wird die Entspannung zu einem festen Bestandteil Ihres Tagesablaufs, fast wie ein kleines Ritual.

Je öfter Sie sich auf dieselbe Art entspannen, umso mehr stellt sich Ihr Organismus und vor allem Ihr Unterbewusstsein darauf ein. Die Entspannungsreaktion wird im Inneren gleichsam „geankert" und mit der Zeit immer schneller wachgerufen.

 

Aufgabe: Die Entspannungsmelodie

Angenommen, Sie können regelmäßig eine kleine Mittagspause einlegen und hören sich währenddessen zur Entspannung immer das gleiche Musikstück an. Eines Tages hören Sie dieselbe Musik zufällig in einer anderen Umgebung, zum Beispiel bei einer Vernissage. Sie werden feststellen, dass Sie sich auf einmal wunderbar entspannt, vielleicht sogar ein klein wenig müde fühlen. Ihr Unterbewusstsein hat diese Musik sofort mit der gewohnten dazu gehörigen Situation („Entspannung") in Verbindung gebracht – und entsprechend reagiert.

Viele Entspannungsmethoden, wie das autogene Training und die progressive Muskelentspannung, gehen letztlich nach einem bestimmten Schema vor, das für den Körper schnell zu einem vertrauten Ablauf wird.

 

Dauerhafte Kraftreserven aufbauen

Durch regelmäßiges Entspannen mit Hilfe einer bewährten Methode sprechen Sie den gesamten Organismus an. Sie können tiefer und dauerhafter loslassen, der Körper bekommt eine kleine Auszeit zum regenerieren, Geist und Seele schließen sich rasch an und nehmen wohltuenden Abstand vom Alltag und seinen Anforderungen.

So schaffen Sie dauerhafte Kraftreserven, die es Ihnen erlauben werden in der nächsten anstrengenden Situation ruhiger und gelassener zu reagieren. Sie halten wiederholten Stress und Spitzenzeiten besser durch, als das durch akutes „Krisenmanagement" oder durch Schnellhilfen möglich ist.

 

Wie Sie lernen, sich zu entspannen

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Sie lernen die Standardmethoden alleine mit Hilfe von Büchern, Videos oder Kassetten, oder aber Sie besuchen einen entsprechenden Kurs.

Empfehlenswert ist, am Anfang auf alle Fälle lieber einen Kurs zu besuchen. Dieser ist je nach Methode unterschiedlich lang und intensiv. Warum? Der Besuch eines Entspannungskurses hat, auch wenn er nur einmal in der Woche stattfindet, eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber der autodidaktischen Methode:

  • Sie erhalten detaillierte Anleitung von geschulten Kursleitern.
  • Bei Fragen haben Sie eine Ansprechperson, die Ihnen sofort Auskunft geben kann.
  • Die Mitglieder der Gruppe können sich gegenseitig unterstützen und motivieren.
  • Ein schöner Nebeneffekt: Sie erleben, dass Sie mit Ihren Beschwerden oder Kümmernissen nicht alleine sind; den anderen Kursteilnehmern ergeht es in vielen Situationen ähnlich wie Ihnen.
  • Durch den regelmäßigen Kurstermin ist es für Sie einfacher, am Ball zu bleiben, als wenn Sie alleine üben.

Der Vorteil, den Sie allerdings haben, wenn Sie mit Hilfe von Büchern und anderem Material selbst in die Materie einsteigen, ist hingegen die flexiblere Zeitgestaltung: Sie können sich damit befassen, wann immer es sich in Ihren Tagesplan integrieren lässt, und sind nicht auf zeitliche Vorgaben angewiesen.

Erfahrungsgemäß ist das aber eine eher zu vernachlässigende Größe, denn die Gefahr, dass Sie „nur gerade heute einmal nicht" üben und so aus dem Rhythmus geraten, ist ungleich größer, als wenn Sie ein Kursangebot wahrnehmen.

Wie schon erwähnt: Zehn Minuten täglich sind besser und effektiver als eine Stunde in der Woche – und wenn Sie zusätzlich zu den zehn Minuten auch noch regelmäßig unter Anleitung üben können, steht einer erfolgreichen Entspannung und Regeneration bald nichts mehr im Weg.

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