Beförderung von Beamten lässt versorgungsrechtliche Wartefrist von Neuem laufen
Die Bürgermeisterin einer Gemeinde in Brandenburg wurde nach ihrer Wahl für 8 Jahre zur Beamtin auf Zeit berufen. Sie wurde in eine Planstelle der Besoldungsgruppe A 15 eingewiesen. Nach 7 Jahren ihrer Amtszeit änderte sich die Einstufungsverordnung, was für die Bürgermeisterin die Einweisung in eine Planstelle der Besoldungsgruppe B 2 zur Folge hatte. Ein Jahr später, nach dem Ende ihrer achtjährigen Amtszeit, wurde sie nicht erneut zur Bürgermeisterin gewählt. Daher entschloss sie sich in den Ruhestand einzutreten. Bei der Bemessung ihres Ruhegehalts wurde von der Versorgungsbehörde jedoch nur die Besoldungsgruppe A 15 zugrunde gelegt. Das letzte Jahr könne nicht berücksichtigt werden, weil hinsichtlich der Dienstbezüge aus der Besoldungsgruppe B 2 die Mindestverweildauer (sog. versorgungsrechtliche Wartefrist) von 2 Jahren nicht erfüllt sei.
Bundesverwaltungsgericht lässt keine Ausnahmen bei der Wartefrist zu
Die Bürgermeisterin klagte, blieb aber auf allen Ebenen erfolglos, zuletzt auch vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwG). Die Dienstbezüge ihres letzten Amtes in der Besoldungsgruppe B 2 habe die Klägerin laut BVerwG nicht mindestens 2 Jahre erhalten. Das Amt eines Beamten werde durch die Amtsbezeichnung, das zugewiesene Endgrundgehalt und die Laufbahnzugehörigkeit bestimmt. Mit dem Wechsel in die Besoldungsgruppe B 2 sei der Klägerin daher ein neues Amt verliehen worden. Hiervon macht das BVerwG auch dann keine Ausnahmen, wenn der Wechsel auf eine gesetzlich angeordnete Stellenhebung zurückgeht. Dies schließe „Gefälligkeitsbeförderungen“ aus.
Hintergrund zur versorgungsrechtlichen Wartefrist
Aufgrund der Wartefrist werden nur diejenigen Dienstbezüge für die Festsetzung der Versorgungsbezüge herangezogen, welche ein Beamter vor dem Eintritt in den Ruhestand mindestens 2 Jahre erhalten hat. Maßgebend ist dabei, dass die Dienstbezüge desselben Amtes bezogen werden müssen, um diese Wartefrist auszulösen (BVerwG, Urteil v. 7.4.2017, 2 C 13.16).
-
Besoldungsanpassung für Landesbeamte: Das planen die Bundesländer
9.018
-
Jahressonderzahlung nach TVöD und TV-L
1.1911
-
Besoldungsanpassung für Landesbeamte nach der TV-L-Tarifrunde 2023 abgeschlossen
4246
-
Stufenzuordnung nach TV-L bei Einstellung: Anerkennung von Berufserfahrung
204
-
Lohnpfändung bei Überlassung eines Dienstwagens
154
-
Keine Kürzung des Leistungsentgelts wegen Arbeitsunfähigkeit
122
-
Stufenlaufzeit bei Korrektur einer Eingruppierung
116
-
Tausende Widersprüche gegen Beamtenbesoldung in Hessen
97
-
Bundeskabinett beschließt Abschlagszahlungen für Bundesbeamte
78
-
Ungenutztes Potenzial gegen Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst
74
-
Erste Tarifeinigungen im öffentlichen Personennahverkehr
11.03.2026
-
Berliner Hochschulen fordern Finanzierung der Hauptstadtzulage
09.03.2026
-
Besoldungsanpassung für Landesbeamte: Das planen die Bundesländer
26.02.2026
-
Amtsgerichtsdirektor mit Besoldungsklage erfolglos
10.02.2026
-
Eingruppierung einer medizinischen Fachangestellten
05.02.2026
-
Beschäftigte der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin bekommen Hauptstadtzulage
19.01.2026
-
Vergütung für Umkleidezeiten im Rahmen von Entgeltfortzahlung bei Urlaub und Krankheit
08.01.2026
-
Berliner Landesmindestlohn steigt auf 14,84 Euro pro Stunde
11.12.2025
-
Im Reisekostenrecht beträgt die "geringe Entfernung" höchstens zwei Kilometer
10.12.2025
-
Richterbesoldung in Thüringen verfassungswidrig?
10.11.2025