Die Wertperspektive verfolgt die Ziele Kostenminimierung und Erlössteigerung. Die Kostenminimierung wird bspw. durch die Optimierung des Beschaffungsprozesses realisiert. Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung können Bestände optimiert, eine bessere Informationsgrundlage für Verhandlungen und Vertragsgestaltungen erzeugt, Lieferantenauswahlkosten sowie Kosten für die Wiederherstellung von Lieferantenausfällen reduziert und schließlich operative Prozesse automatisiert werden.

Zur Erlössteigerung können das Schaffen neuer Geschäftsmodelle, das Agieren des Einkaufs als Schnittstellenmanager oder das Monetarisieren von Daten des Einkaufs (z. B. Markt- und Lieferantendaten) durch Teilen der Daten mit Kunden und Dienstleistern beitragen.

Anhand der internen Kundenperspektive kann der Einkauf insbesondere von der Informationsbeschaffung profitieren. Durch das Agieren als Treiber der digitalen Transformation im Unternehmen kann die Wahrnehmung der internen Kunden sich dahingehend verändern, dass der Einkauf als Unterstützer bei der digitalen Transformation verstanden wird. Ebenso werden sich allerdings auch die Anforderungen der internen Kunden an das Beschaffungsportfolio verändern. An Bedeutung gewinnen z. B. die Beschaffung von digitalen Tools und digitalen Dienstleistungen, Sensoren zur Digitalisierung und Anbindung von Maschinen und Anlagen (intelligente Sensoren, kommunizierende Aktuatoren und zugehörige Steuerungen und Software).

In der Prozessperspektive wird traditionell zwischen strategischen Prozessen (Plan-to-Strategy), strategischen und taktischen Prozessen (Source-to-Contract) sowie operativen Prozessen (Purchase-to-Pay) differenziert. Im Plan-to-Strategy gilt es, zur Verfügung stehende Daten und IT-Systeme zu nutzen und große Datenmengen zu analysieren, um ein besseres Verständnis von Lieferanten, Märkten und Kunden zu gewinnen und somit fundierte Entscheidungen treffen und zukünftige Entwicklungen antizipieren zu können.

Die Qualität der Stammdaten (z. B. Lieferantenstammdaten) kann zum einen verbessert und zum anderen können Machine Learning oder andere semantische Analysen zur Kategorisierung von Warengruppen und des Spends eingesetzt werden. Im Source-to-Contract sind im Rahmen der Entwicklung zum Einkauf 4.0 die zentralen Aktivitäten die Nutzung von Plattformen zur Ausschreibung von Anfragen, das Einholen und der Vergleich von Angeboten sowie die Durchführung von Auktionen. Im Purchase-to-Pay gilt es aus dem E-Procurement bekannte Prozesse konsequent umzusetzen, sodass z. B. Katalogsysteme eingesetzt und Dokumente wie Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferavis oder Rechnungen elektronisch mit den Lieferanten standardisiert ausgetauscht werden können.

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