Berufsanfänger, Auszubildende oder Beschäftigte, die eine neue Stelle antreten, haben ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko. Ihnen fehlen häufig Wissen und Erfahrung oder sie sind von der neuen Situation überfordert. Deshalb sollten sie in der Einarbeitungsphase unterstützt werden.

Laut der Unfallzahlen der DGUV entfallen 20 % aller Arbeitsunfälle pro Jahr auf die Gruppe der unter 26-Jährigen. Davon sind fast 25 % Auszubildende. Das zeigt, dass der Einstieg ins Berufsleben durchaus gefährlich sein kann. Und es ist auch ein Hinweis darauf, dass in jungen Jahren u. a. durch Leichtsinn und mangelnde Risikokenntnis mehr Unfälle passieren, als mit zunehmender Berufserfahrung.

Warum sind Berufsanfänger besonders gefährdet?

Wer eine Ausbildung beginnt, Praktikant ist oder eine neue Stelle antritt, für den ist vieles neu, wie u. a. die Arbeitsumgebung, die Kollegen und Vorgesetzten, Maschinen, Werkzeuge und Geräte. Meist fühlen sich Berufs- oder Betriebsneulinge unter Bewährungsdruck, sind von der Flut der Informationen oder vom Arbeitstempo überfordert. Und schon kann es passieren, dass eine Gefahr nicht oder zu spät erkannt wird und es zu einem Unfall kommt.

Berufsanfänger richtig einführen und unterweisen

Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) hat einen Leitfaden herausgebracht, der u. a. mit Checklisten die Verantwortlichen unterstützt, den Betriebsneulingen einen sicheren Einstieg zu gewähren. Mit den Checklisten lassen sich folgende Fragestellungen beantworten:

  • An was ist beim Eintritt zu denken?
  • Wie lässt sich der erste Tag gut strukturieren?
  • Wie kann man einen Neuling effektiv einführen?
  • Wie gelingt eine gute Betriebspräsentation?
  • Was muss bei der Erstunterweisung beachtet werden?
  • Was ist zu bedenken, wenn Neulinge eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen müssen?
  • Welche Besonderheiten gibt es bei der Beschäftigung von Berufsanfängern unter 18 Jahren?

Wo geht es zum Betriebsarzt und wo ist die Kantine?

Für den Neuling ist zunächst alles fremd. Sinnvoll ist es deshalb, ihn in den ersten Tagen zu begleiten u. a. zur Personalabteilung, zum Betriebsrat, Betriebsarzt, aber auch zur Kantine. Wichtig ist bei diesem Rundgang auch, den Betriebsneuling mit den Ansprechpersonen aus anderen Betriebsteilen bekannt zu machen.

Bewährtes Patenmodell für Berufsanfänger

Beim Patenmodell begleitet ein erfahrener Kollegen den Neuen. Der Pate

  • gibt dem Neuling räumliche Orientierung,
  • begleitet seine fachliche Einarbeitung und
  • fördert die soziale Integration.

Der Pate sollte für den Betriebsneuling bei Problemen oder Fragen während der gesamten Einstiegsphase ansprechbar sein.

Alle Checklisten und weitere Beispiele aus der Praxis finden sich in Betriebsneulinge - Ein Leitfaden für Unternehmer und Unternehmerinnen sowie Führungskräfte.

Mehr Informationen finden Sie im Fachbeitrag Neu im Betrieb – Arbeitsschutz bei Einstellung und Einarbeitung.

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