Sicherheitstipps beim Umgang mit Feuerwerkskörpern

Die Silvesternacht fordert Jahr für Jahr Tausende von Verletzten. Allein in Berlin waren letztes Silvester Feuerwehrleute und Sanitäter knapp 1700 Mal ausgerückt. Eigentlich lassen sich Unfälle relativ einfach vermeiden.

Böllern ist sowieso nur am Silvesterabend bis zum Neujahrstag, in der Regel von 18 bis 7 Uhr, erlaubt. Verboten ist das Knallen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen.

Mediziner warnen besonders vor Gefahren für Augen, Ohren und Hände

"Denn regelmäßig kommt es zu Verbrennungen an Händen und Gesicht, Verletzungen der Augenoberfläche, Gehörschäden und Knalltraumata", sagt Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Vor allem Augenverletzung müssen schnell behandelt werden. Für die Ohren ist die Explosion eines Sprengkörpers eine extreme Belastung. Sie sollten daher durch Ohrstöpsel und ausreichenden Abstand geschützt werden.

Sicherheitstipps beim Umgang mit Feuerwerkskörpern

Raketen sollten immer aus standsicheren Rohren oder Flaschen gezündet werden, nie aus der Hand. Weitere Sicherheitstipps sind:

  • Die Lenkstäbe dürfen nicht verkürzt oder entfernt werden. Zudem sollte stets die Windrichtung beachtet werden.
  • Raketen nie auf Menschen oder Tiere richten.
  • Raketen, die nicht explodiert sind, sollten nie aufgehoben werden, da es sich um "Spätzünder" handeln könnte. Sie sollten niemals erneut angezündet werden.
  • Höchste Explosionsgefahr besteht beim Trocknen oder Anwärmen von Blindgängern.
  • Als Zuschauer von Feuerwerken sollten Sie auf ausreichenden Sicherheitsabstand achten und sich nicht in Schussrichtung aufhalten. Türen und Fenster stets geschlossen halten, damit sich keine Knaller in die Wohnung verirren.

Feuerwerkskörper müssen eine Zulassung durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben

Billige Böller und Feuerwerksraketen von zweifelhaften Internetfirmen können zu einem teuren und hochgefährlichen Silvesterspaß werden. Selbst gebaute oder nicht zugelassene Sprengkörper sind häufig Ursache schwerer Verletzungen.

NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) rät, nur zugelassenes Feuerwerk mit CE-Zeichen oder der sogenannten BAM-Nummer - der Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialforschung - zu kaufen: "Kauf bei dubiosen Quellen im Internet sollte unterlassen werden."

Die BAM hat die Feuerwerkskörper in zwei Klassen eingeteilt. Die Knaller der Klasse P2 dürfen nur von Erwachsenen gezündet werden. Zudem muss ein Schutzabstand von acht Metern eingehalten werden. Kinder sollten nie unbeaufsichtigt Raketen oder Böller zünden.

Verkauf und Abbrennen von nicht zugelassenem Feuerwerk strafbar

Schneider weist auch daraufhin, dass nur Erwachsene Raketen, Kanonenschläge und Böller kaufen und sie nicht an Kinder weitergeben dürften.

Auch in diesem Jahr werden Kontrolleure der Arbeitsschutzverwaltung in Einzelhandelsgeschäften überprüfen, ob Silvesterfeuerwerk vorschriftsgemäß gelagert und verkauft wird. Vergangenes Jahr seien wegen Verstößen 34 Bußgeldverfahren und sogar ein Strafverfahren eingeleitet worden.

Vorschläge für Silvester-Verweigerer

Wer sagt, dass man um Mitternacht wach sein muss? Gehörschutz in die Ohren, Rollläden herunter lassen, Bettdecke über den Kopf und schon ist Ruhe - hoffentlich. Stadtbewohner, die dem Böllerlärm von der Straße so nicht entkommen, müssen wohl oder übel ausweichen.

Es müssen ja nicht immer die guten Vorsätze fürs neue Jahr sein, auf die man blickt. Es kann auch ganz einfacher Genuss sein, den man vielen voraus hat - nämlich dann, wenn man gute Filme schon an Silvester guckt , spezielle Silvester Previews, die für die meisten anderen erst ein paar Wochen später zu sehen sind.

Und nicht zuletzt nimmt manch einer den guten alten Spruch "Brot statt Böller" ernst und spendet das gesparte Geld. Hier ein paar Tipps für sinnvolle Spenden.

dpa