29.11.2011 | Recht & Politik

Mehr Geld statt weniger Treibhausgas

Bild: Haufe Online Redaktion

Die Idee mag gut gewesen sein. Und das Ziel, die CO2-Emissionen zu reduzieren, ein äußerst wichtiges. Doch scheint es anders gekommen zu sein, als geplant. Der Emissionshandel führt bei manchen Firmen nicht dazu, dass die Emissionen weniger werden, sondern dazu, dass sie damit Gewinn machen. Eine Studie nennt vor allem die Stahl-, Zement- und Chemiebranche in Deutschland als Gewinner auf Kosten der Umwelt.

Die britische Umweltorganisation "Sandbag Climate Campaign" äußert in ihrer Studie den Vorwurf, dass Firmen den Emissionshandel als Einnahmequelle missbraucht hätten.

 

Klimazertifikate gebunkert

In der zweiten Phase des Emissionshandels, die 2008 begann und noch bis 2012 andauert, wurden von der Bundesregierung CO2-Zertifikate kostenlos verteilt. Dadurch konnten allein zehn Unternehmen in Deutschland rund 60 Millionen überschüssige Zertifikate bunkern. So überausgestattet fehlt für sie jeglicher Anreiz, ihre CO2-Emissionen zu mindern.

 

Überausgestattete Unternehmen

Die Branchen Stahl, Zement und Chemie verursachen einen hohen Teil der CO2-Emissionen, da sie für die Produktion viel Energie brauchen. Allerdings besitzen sie auch einen enormen Überschuss an Zertifikaten. Geht man im Durchschnitt von 13 Euro pro Zertifikat aus, ergibt sich ein Profit von knapp 800 Millionen Euro, so die Studie.

 

Überschüsse in Millionenhöhe

Die zehn größten Nutznießer in Deutschland haben in den Jahren 2008 bis 2010 einen Überschuss an Emissionszertifikaten in folgender Höhe erzielt:

  • 254 Mio. Euro, Thyssen Krupp,
  • 179 Mio. Euro, Arcelor Mittal,
  • 98 Mio. Euro, Salzgitter AG,
  • 94 Mio. Euro, Dillinger Hütte,
  • 39 Mio. Euro, Lhoist,
  • 28 Mio. Euro, BASF,
  • 26 Mio. Euro, Stadtwerke München,
  • 23 Mio. Euro, Trianle,
  • 22 Mio. Euro, Dow Chemical,
  • 21 Mio. Euro, Royal Dutch Shell.

 

Forderungen für einen effizienteren Emissionshandel

Umweltorganisationen fordern einerseits, das CO2-Minderungsziel auf mindestens 30 Prozent anzuheben. Andererseits müssten die Anreize für die Unternehmen neu formuliert werden.

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