Sicherheitsbeleuchtung, Not... / 2.2 Weitere Bau- und Betriebsbestimmungen

2.2.1 Sonderbauverordnungen

Etliche Sonderbauverordnungen der Länder machen Vorgaben über Sicherheitsbeleuchtungen. Problematisch ist dabei, dass diese Regelungen zum Teil länderspezifisch sind und die Detailregelungen i. d. R. Bestandteil von weitergehenden Durchführungsvorschriften und Normen. Letztere befinden sich seit Jahren in einem Anpassungsprozess, liegen erst im Entwurfsstadium vor und sind teilweise bezüglich Begriffen und Inhalten nicht deckungsgleich. Im Folgenden sind daher lediglich die Auszüge aus den Sonderbaurichtlinien (meist Musterbauvorschriften) aufgeführt, aus denen hervorgeht, in welchen Bereichen Sicherheitsbeleuchtungen vorgesehen sind.

2.2.1.1 Krankenhäuser

Hier weichen die länderspezifischen Vorschriften erheblich voneinander ab. Auf jeden Fall benötigen Krankenhäuser i. d. R. eine Ersatzbeleuchtung und nicht nur Sicherheitsbeleuchtung. Beispielhaft § 19 Abs. 1 Krankenhausbauverordnung NRW:

Zitat

Zur Aufrechterhaltung des Krankenhausbetriebes bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung müssen die folgenden Einrichtungen (Verbraucher) über eine sich selbsttätig innerhalb von 15 Sekunden einschaltende Ersatzstromversorgung für eine Dauer von mind. 24 Stunden weiterbetrieben werden können:

  1. die Beleuchtung der inneren und, soweit erforderlich, der äußeren Verkehrswege. Hierzu gehören auch die Verkehrswege zu Wohnungen und Unterkünften von Ärzten und Pflegepersonal auf dem Krankenhausgrundstück,
  2. die beleuchteten Schilder zur Kennzeichnung der Rettungswege (§ 12 Abs. 6),
  3. die Beleuchtung aller für die Aufrechterhaltung des Krankenhausbetriebes notwendigen Räume für die Unterbringung, Pflege, Untersuchung und Behandlung von Kranken. In jedem Raum muss mind. eine Leuchte weiterbetrieben werden können,
  4. Operationsleuchten (Stromunterbrechung bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung nicht länger als 0,5 Sekunden) …

2.2.1.2 Hochhäuser

Die Muster-Hochhausrichtlinie (Abschn. 6.5) fordert für Hochhäuser (ab einer Fußbodenhöhe des obersten nutzbaren Geschosses von 22 m über dem umgebenden Niveau):

Zitat

In Hochhäusern muss eine Sicherheitsbeleuchtung vorhanden sein, die bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung selbsttätig in Betrieb geht.

Eine Sicherheitsbeleuchtung muss vorhanden sein

  1. in Rettungswegen,
  2. in Vorräumen von Aufzügen,
  3. für Sicherheitszeichen von Rettungswegen.

2.2.1.3 Gaststätten

§ 9 Abs. 7 Muster-Richtlinie über den Bau und Betrieb von Gaststätten verlangt:

Zitat

Rettungswege von Gaststätten mit mehr als 400 Gastplätzen oder mit mehr als 60 Gastbetten sowie Türen zu Treppenräumen sind durch beleuchtbare Schilder zu kennzeichnen. Zur Kennzeichnung von Ausgängen und Rettungswegen kann auch ein beleuchteter oder hinterleuchteter Pfeil verwandt werden. Bei kleineren Gaststätten kann die Kennzeichnung der Rettungswege verlangt werden; es kann verlangt werden, dass die Schilder beleuchtbar sind.

§ 17 fordert darüber hinaus:

Zitat

In Gaststätten mit mehr als 400 Gastplätzen oder mit mehr als 60 Gastbetten muss zur Beleuchtung von Fluren, Treppenräumen, Ausgängen und anderen Rettungswegen eine Sicherheitsbeleuchtung vorhanden sein, die gewährleistet, dass sich Gäste und Betriebsangehörige auch bei vollständigem Versagen der allgemeinen Beleuchtung bis zu öffentlichen Verkehrsflächen hin gut zurechtfinden können. Bei kleineren Gaststätten kann eine Sicherheitsbeleuchtung verlangt werden, wenn dies wegen mangelnder Übersichtlichkeit oder fehlender natürlicher Belichtung erforderlich ist. ... Ist eine Sicherheitsbeleuchtung erforderlich, so ist die Beleuchtung der Schilder zur Kennzeichnung der Rettungswege an die Ersatzstromquelle anzuschließen. … Ist eine Stufenbeleuchtung nach § 11 Abs. 4 erforderlich, so muss diese zusätzlich an die Sicherheitsbeleuchtung angeschlossen sein.

2.2.1.4 Beherbergungsstätten

§ 8 Abs. 1 Muster-Beherbergungsstättenverordnung:

Zitat

Beherbergungsstätten müssen

  1. in notwendigen Fluren und in notwendigen Treppenräumen,
  2. in Räumen zwischen notwendigen Treppenräumen und Ausgängen ins Freie,
  3. für Sicherheitszeichen, die auf Ausgänge hinweisen, und
  4. für Stufen in notwendigen Fluren

eine Sicherheitsbeleuchtung haben.

2.2.1.5 Verkaufsstätten

§ 18 Muster-Verkaufsstättenverordnung:

Zitat

Verkaufsstätten müssen eine Sicherheitsbeleuchtung haben. Sie muss vorhanden sein

  1. in Verkaufsräumen,
  2. in Treppenräumen, Treppenraumerweiterungen und Ladenstraßen sowie in notwendigen Fluren für Kunden,
  3. in Arbeits- und Pausenräumen,
  4. in Toilettenräumen mit einer Fläche von mehr als 50 m2,
  5. in elektrischen Betriebsräumen und Räumen für haustechnische Anlagen,
  6. für Hinweisschilder auf Ausgänge und für Stufenbeleuchtung.

2.2.1.6 Garagen

§ 14 Abs. 2 Muster-Garagenbauverordnung:

Zitat

In geschlossenen Großgaragen [> 1.000 m²], ausgenommen eingeschossige Großgaragen mit festem Benutzerkreis, muss zur Beleuchtung der Rettungswege eine Sicherheitsbeleuchtung vorhanden sein.

2.2.1.7 Versammlungsstätten

§ 15 Muster-Versammlungsstättenverordnung:

Zitat

(1) In Versammlungsstätten muss eine Sicherheitsbeleuchtung vorhanden sein, die so beschaffen ist, dass Arbeitsvorgänge auf Bühnen und Szenenflächen sicher abgeschlossen werden können und sich Besucher, Mitwirkende und Betriebsangehörige auch bei vollständigem Versagen ...

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