DGUV Information 206-021: E... / 3 Kompetenzprofil eines/r Betrieblichen Gesundheitsmanagers/in

BGM ist immer eine Gemeinschaftsarbeit. Aus der Rollenbeschreibung wird ersichtlich, dass eine/n erfolgreiche/n Gesundheitsmanager/in neben Fachkompetenzen im Themenfeld weitere Fähigkeiten und Fertigkeiten benötigt. Schwerpunkt ihrer bzw. seiner Arbeit ist es, komplexe Prozesse zu steuern, an denen viele innerbetriebliche - und oft auch überbetriebliche - Akteure beteiligt sind. Dazu kommt, dass die für das BGM zuständige Person - wie auch die Fachkraft für Arbeitssicherheit - den anderen Akteuren gegenüber nicht weisungsbefugt ist - eine herausfordernde Aufgabe, die bestimmte methodische, soziale sowie personale und Selbstkompetenzen sowie wünschenswerterweise "professionelles Herzblut" voraussetzen. In Tabelle 1 werden erforderliche Kompetenzen, die ein/e Betriebliche Gesundheitsmanager/in im Idealfall in sich vereinigt, aufgeführt.

Ziel der Qualifizierung sollte es sein, besonders die in Tabelle 1 genannten Methoden- und Fachkompetenzen betrieblicher Akteure, die zur Umsetzung des BGM ausgewählt wurden, weiter auszubauen. Die angeführten persönlichen Kompetenzen sollten bereits bei der Auswahl der verantwortlichen Personen berücksichtigt sein, müssen im Rahmen der Qualifizierung im Sinne einer Selbstreflexion behandelt werden und sind über die Qualifizierung zum/zur Betrieblichen Gesundheitsmanager/in hinaus wichtiger Bestandteil der (ständigen) persönlichen Weiterbildung. Der Anspruch der UVT für die Qualifizierung zum Betrieblichen Gesundheitsmanager oder zur Betrieblichen Gesundheitsmanagerin orientiert sich an unserem gemeinsamen Bildungsverständnis "Kompetenzbildung für Sicherheit und Gesundheitsschutz (KoSiG)"[1]. Vor diesem Hintergrund ist es unverzichtbar, dass Lernarrangements an betrieblichen Handlungsfeldern orientiert sind und die Teilkompetenzen - von der Fach- über die Methoden-, Sozial- und Personalkompetenzen - die für ein selbstorganisierten Präventionsarbeit in der Praxis erforderlich sind, gefördert werden.

Im Folgenden werden Empfehlungen für die Qualifizierungsmaßnahmen der UVT gemacht.

Tabelle 1 Kompetenzprofil eines/einer Betrieblichen Gesundheitsmanagers/in

Kompetenz Spezifikation
Fachkompetenz
  • Management von Gesundheit im Betrieb

    • Managementkreislauf
    • Zielentwicklung
    • Aufbau inner- und außerbetrieblicher Strukturen
    • Analyse und Evaluation
    • Ableiten von Maßnahmen
    • Ausarbeitung von Konzepten
    • Veränderungsmanagement
    • Integrierte Managementsysteme
    • Marketing
  • Grundlagen aus den Bereichen

    • Gesundheitswissenschaft
    • Arbeitsschutz
    • Arbeitswissenschaft
    • Arbeitsmedizin
    • Arbeitspsychologie
    • Recht
  • Grundlagen zu ausgewählten Handlungsfeldern

    • Betriebliche Gesundheitsförderung
    • Betriebliches Eingliederungsmanagement
    • Führung und Gesundheit
Methodenkompetenz
  • Projektmanagement
  • Moderation und Präsentation
  • Gesprächsführung
  • Netzwerkarbeit
  • Beratung
  • EDV-Kenntnisse
Sozialkompetenz
  • Zielgruppenspezifische Kommunikationsfähigkeit
  • Überzeugungsfähigkeit
  • Verhandlungsgeschick und Diplomatie
  • Integrationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Kompromissfähigkeit
  • Begeisterungsfähigkeit
Personal/Selbstkompetenz
  • Selbstreflexion
  • Selbstmanagement
  • Positives Gesundheitsverhalten
  • Offenheit
  • Beharrlichkeit
[1] Siehe www.dguv.de, WebCode d96199.

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