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Schadstoffe sind in der Umwelt vorhandene Stoffe oder Stoffgemische, die schädlich für Menschen sind. Im Folgenden werden nur die Schadstoffe Asbest, PCB und KMF behandelt, welche als Bau-/Isolier-/Dämmmaterial in Gebäuden oder der Technik verwendet wurden.

10.2.1 Asbest

  • Asbest darf seit 1992 nicht mehr verwendet werden und wurde in Abdeckplatten, Kanälen, Rohren, Dichtungen, Schnüren, Isolier- sowie Brandschutzmaterial eingesetzt. Sofern Asbest gebunden oder fest verbaut ist, geht davon keine Gefahr aus. Sobald der Stoff bearbeitet (bohren, sägen, schneiden, schleifen) wird bzw. sich Liegestäube bilden, stellt er eine Gefährdung dar und die TRGS 519 "Asbest: Abbruchs-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten" ist zwingend anzuwenden.
  • Die Gefährdung der Gesundheit entsteht durch das Einatmen von kleinen, lungengängigen Asbestfasern. Je nach Dosis und Dauer der Exposition kann dies langfristig zu schweren Erkrankungen führen.
  • Bei begründetem Verdachtsfall (unbekannte Materialien/Substanzen in faseriger Struktur) der Freisetzung von Asbest ist die Arbeit einzustellen, der Vorgesetzte und der Gebäudeverantwortliche zu informieren. Gegebenenfalls hat der Gebäudeverantwortliche den betroffenen Bereich für weiteres Betreten zu sperren.
  • Während der Sperrung darf dieser Bereich nur durch speziell nach TRGS 519 ausgebildete Fachkräfte betreten werden.
  • Bei Verdacht einer Asbestexposition können sich Beschäftigte an die zuständige Betriebsärztin oder den zuständigen Betriebsarzt wenden und beraten lassen oder direkt an den Unfallversicherer wenden.

10.2.2 Polychlorierte Biphenyle (PCB)

  • PCB darf seit 1989 in Deutschland nicht mehr verwendet werden und wurde vor allem in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, Hydraulikflüssigkeit, Baumaterialien und Kunststoffen (Weichmacher) eingesetzt.
  • Die Gefährdung der Gesundheit entsteht durch die giftigen und krebsauslösenden Eigenschaften.
  • PCB-Belastungen können nur durch Messungen festgestellt werden, die bei Verdachtsmomenten im Rahmen von Orientierenden Messungen durchgeführt werden.
  • PCB-belastete Räume sind durch einen Aushang einer Betriebsanweisung gekennzeichnet in welcher die maximale Aufenthaltsdauer aufgeführt ist, ab einem bestimmten Grenzwert wird eine Sanierung eingeleitet und der betroffene Bereich ist gesperrt.
  • Sofern Beschäftigte höheren Raumluftkonzentrationen ausgesetzt waren, können sich Beschäftigte an den zuständigen Betriebsarzt wenden und beraten lassen.

10.2.3 Künstliche Mineralfasern (KMF)

  • KMF sind künstliche Fasern aus Glas oder Stein (z. B. Glas- oder Steinwolle), werden durch Ziehen, Blasen oder Schleudern (Faserdicke 2 bis 20 µm) hergestellt und überwiegend als Dämmstoffe verwendet.
  • Eine gesundheitsschädigende Wirkung (krebserzeugend) kann bei KMF durch Einatmen auftreten. Vor allem dann, wenn die Fasern kritische Abmessungen aufweisen. Bei Hautkontakt können KMF Juckreiz auslösen.
  • KMF in eingebautem Zustand oder gebundenem Zustand ist grundsätzlich als unkritisch zu sehen.

Bei Autreten von KMF im ungebundenen Zustand ist der Vorgesetzte zu informieren, der weitere Maßnahmen festlegt.

Siehe auch TRGS 521

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