Zusammenfassung

 
Überblick

Die Pflicht, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gezielt zu planen, zu organisieren, systematisch in die betrieblichen Prozesse zu integrieren, konsequent als Führungsaufgabe zu betreiben und damit die öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen wirksam umzusetzen, obliegt dem Unternehmer (Arbeitgeber). Für die Umsetzung benötigt er eine geeignete Organisation oder besser ein Managementsystem für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Ein solches Arbeitsschutz-Managementsystem (AMS) muss Teil der Unternehmensführung sein. Die Funktion eines AMS besteht ganz allgemein darin, der Unternehmensleitung bzw. dem Management eine optimale Führung des Unternehmens in Bezug auf die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu ermöglichen sowie die Erfüllung der selbst gesteckten Ziele im Arbeits- und Gesundheitsschutz sicherzustellen. AMS sehen hierfür 2 gleichrangige Komponenten vor: ein "System organisatorischer Regelungen" und "spezifische Führungselemente". Sie prägen den Aufbau eines jeden AMS. In Abhängigkeit vom gewählten AMS-Konzept sowie betrieblichen Besonderheiten lässt sich die Struktur eines unternehmensspezifisch gestalteten AMS weiter differenzieren.

1 Kennzeichen eines Arbeitsschutz-Managementsystems

Die betriebliche Anwendung eines Arbeitsschutzmanagements[1] erfolgt durch ein Managementsystem. Gemäß der internationalen Norm für Managementsysteme für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit DIN ISO 45.001:2018 stellt ein Managementsystem allgemein einen Satz zusammenhängender oder sich gegenseitig beeinflussender Elemente einer Organisation dar, um die Politiken, Ziele und Prozesse zum Erreichen dieser Ziele festzulegen. Dementsprechend besteht ein Arbeitsschutz-Managementsystem (synonym zu Managementsysten für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit ) i. W. aus miteinander verbundenen und ineinander greifenden Organisationselementen (Aufbau- und Ablauforganisation des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes) sowie Führungselementen (Verfahren und Managementmethoden), durch die das Managen von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit eine Ordnung, Zielorientierung, Steuerung und Bewertung erfährt. Abb. 1 zeigt diese Grundstruktur eines AMS.

Abb. 1: Struktur eines Arbeitsschutz-Managementsystems

Ein Arbeitsschutz-Managementsystem ist Teil der Gesamtführungsaufgabe in einem Unternehmen. Es managt (vgl. Abb. 2)

  • die Festlegung des betrachteten Kontextes des Unternehmens (externe und interne Themen, die für ihren Zweck (Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten) relevant sind und sich auf ihre Fähigkeit zur Erreichung der Ziele auswirken),
  • die Festlegung einer unternehmensspezifischen Arbeitsschutzpolitik, deren Bekanntgabe und Aktualisierung,
  • das Vereinbaren messbarer Ziele für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie deren Fortschreibung,
  • das Festlegen der Aufgaben und Zuständigkeiten (Verantwortlichkeiten und Befugnisse) in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz,
  • die Art und Weise der betrieblichen Umsetzung der Arbeitsschutzpolitik und -ziele,
  • die Ermittlung und Bewertung der Arbeits- und Gesundheitsschutzleistungen sowie
  • die kontinuierliche Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz und des Arbeitsschutz-Managementsystems.

Abb. 2: Ablaufdiagramm

2 Elemente eines Arbeitsschutz-Managementsystems

Leider bestehen viele betriebliche Managementsysteme fast ausschließlich aus organisatorischen Festlegungen, die beispielsweise im Managementhandbuch dokumentiert sind. Diese Begrenzung auf die Funktion "regeln/festlegen" und vor allem das damit zusammenhängende Managementsystem-Verständnis führen dazu, dass sie i. d. R. nicht wirklich gelebt werden.

Zum Sicherstellen einer wirkungsvollen Anwendung sind deshalb vor allem Managementmethoden erforderlich. Wie in Abb. 1 dargestellt, besteht ein AMS aus den beiden Hauptkomponenten organisatorische Festlegungen der Strukturen und Prozesse sowie spezifische Führungselemente. Beide lassen sich weiter differenzieren. Dadurch entstehen, je nach Differenzierung, zwischen vier und zwanzig Elemente eines Arbeitsschutz-Managementsystems. Diese Differenzierung ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der derzeit vorhanden AMS-Konzepte/-Standards[1].

[1] vgl. Leitfäden zur Gestaltung unternehmensspezifischer AMS

2.1 Elemente des Managementprozesses

Aus dem PDCA-Zyklus (plan, do, check und act) lassen sich vier Elemente des Managementprozesses eines AMS ableiten (kursiv sind die Beschreibungen der DIN ISO 45.001:2018 eingefügt):

  1. Planen: Festlegen, basierend auf einer Analyse und von Zielen, was das Unternehmen im Arbeits- und Gesundheitsschutz erreichen möchte, sowie Planung der Umsetzung.

    Zum Erreichen der gewünschten Ergebnisse sind die SGA-Risiken und SGA-Chancen und andere Risiken und Chancen zu bestimmen und zu bewerten sowie erforderliche SGA-Ziele und Prozesse festlzuegen.

  2. Durchführen: Umsetzen des geplanten Vorhabens inkl. Lenkung der Umsetzung.

    Prozesse wie geplant umsetzen/anwenden.

  3. Bewerten: Ermitteln der Ergebnisse und Bewerten des Erreichten vor dem Hintergrund der Ziele.

    Tätigkeiten und Prozesse im Hinblick auf die ...

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