Unternehmer Otto: Lieferkettengesetz wird gebraucht
Der Hamburger Unternehmer Michael Otto warnt vor einer Abschaffung des deutschen Lieferkettengesetzes. «Vom Grundsatz ist es richtig, dass wir das Lieferkettengesetz haben und auch brauchen», sagte Otto im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. «Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine Rolle rückwärts machen und glauben, wir müssen alles verschieben, streichen, ändern.» Es sei richtig, dass Unternehmen sich über Sozial- und Umweltstandards Gedanken machen müssten.
Das seit Anfang 2023 geltende nationale Lieferkettengesetz verpflichtet Unternehmen einer gewissen Größe, Sozial- und Umweltstandards auch in den weltweiten Lieferketten einzuhalten. Die CDU spricht sich im Wahlprogramm dafür aus, es abzuschaffen. Das europäische Lieferkettengesetz, das es ebenfalls gibt, will die EU-Kommission aufschieben und abschwächen. Erste Umsetzungsfristen sollen 2028 statt 2027 gelten.
Otto fordert: Berichtspflichten vereinfachen
Zwar hält Otto das deutsche Lieferkettengesetz grundsätzlich für richtig, Kritik äußert er aber an sogenannten Berichtspflichten. Das nationale Gesetz und weitere Regeln auf EU-Ebene verpflichten Unternehmen, Berichte abzugeben. Otto sagte, das Reporting solle vereinfacht werden. Unternehmen müssten aufgrund der verschiedenen Vorschriften Hunderte Fragen beantworten, die sich teils ähnelten, aber nicht identisch seien, weshalb man sich trotzdem mit allen befassen müsse.
Otto, 81, gehört zu den bekanntesten und vermögendsten Unternehmern Deutschlands. 26 Jahre lang leitete er den von seinem Vater gegründeten Versandhandel in Hamburg und baute diesen zu einem internationalen Konzern aus, der heutigen Otto Group. Diese setzt sich nach eigenen Angaben seit mehr als zwei Jahrzehnten für Sozial- und Umweltstandards in der Lieferkette ein.
-
Die wichtigsten Sustainability-Events 2026
70
-
VSME-Bericht: So machen es Unternehmen - von 17 bis 174 Seiten
37
-
Konsolidierung im ESG-Softwaremarkt: Code Gaia und Planted fusionieren
15
-
Das große Tauziehen: Wer prüft den Nachhaltigkeitsbericht?
7
-
Was wird aus menschlicher Urteilskraft, wenn KI übernimmt?
7
-
Greentech Festival 2025: Zwischen grüner Vision und harter Realität
7
-
„Transformation Unlocked“ in Frankfurt
7
-
Weniger Zahlen, mehr Wirkung – das Nachhaltigkeitsmanagement erfindet sich neu
6
-
Deutsche-Bank-Tochter DWS zahlt Millionenstrafe wegen Greenwashing
5
-
Kapital mit Haltung: Warum Family Offices aus der Defensive kommen müssen
5
-
Fritjof Nelting – vom Stressmodus zur Zukunftsfähigkeit
26.06.2026
-
Holismus in der Otto Group: Von Organisationsreife bis Nachhaltigkeitsstrategie
25.06.2026
-
Nachwuchsförderung im Nachhaltigkeitsbereich: Räume, Chancen und Impact
23.06.2026
-
Gut beraten? Boutique-Anbieter dominieren in Befragung
23.06.2026
-
„Im KI-Zeitalter reicht es nicht mehr, Dinge isoliert zu betrachten“
18.06.2026
-
Gehalt im Nachhaltigkeitsmanagement: In Großunternehmen im Sinkflug
15.06.2026
-
Transformation als Rückbesinnung und Weiterentwicklung
08.06.2026
-
Was wird aus menschlicher Urteilskraft, wenn KI übernimmt?
05.06.2026
-
Zwischen Recycling und Resilienz: Deutschlands zögerliche Kreislaufwende
03.06.2026
-
Fünf Persönlichkeiten für nachhaltige Transformation geehrt
02.06.2026