Rückwirkende Feststellung von SV-Pflicht für Minijobber
Eine häufige Panne in der Entgeltabrechnung ist die fehlerhafte Beurteilung von Minijobs. Unsicherheiten bestehen oft bei der Anwendung der 400-EUR-Grenze. Fehler führen dann zu ärgerlichen Beitragsnachforderungen, meist anlässlich einer Betriebsprüfung. Das bedeutet jede Menge Arbeit: Die melderechtlichen Korrekturen müssen erstellt, die korrekten Pflichtbeiträge berechnet und an die zuständige Einzugsstelle abgeführt werden. Bisher erstattete die Minijob-Zentrale auf schriftlichen Antrag die zu Unrecht gezahlten Pauschalbeiträge. Diese waren dann an die zuständige Einzugsstelle zu überweisen.
Nachforderung des Differenzbetrages
Das soll nun einfacher werden. Und zwar, wenn im Rahmen einer Betriebsprüfung die fehlerhafte Beurteilung einer versicherungspflichtigen Beschäftigung als versicherungsfreie geringfügig entlohnte Beschäftigung (Minijob) festgestellt wird. Damit soll der Aufwand für alle Beteiligten minimiert werden. Die vereinfachte Vorgehensweise beruht darauf, dass lediglich die Differenz zwischen den zu Unrecht gezahlten Pauschalbeiträgen einschließlich der Umlagebeiträge und den korrekten Gesamtsozialversicherungsbeiträgen je Versicherungszweig im Rahmen der Betriebsprüfung nachgefordert wird.
Beitragskorrektur vereinfacht
Die für den Gesamtsozialversicherungsbeitrag zuständige Einzugsstelle stellt nur diesen Differenzbetrag als Beitragsforderung ein. Der Arbeitgeber muss auch nur den Differenzbetrag an die Krankenkasse zahlen. Die Beitragsnachweise, die an die Minijob- Zentrale übermittelt wurden, müssen nicht korrigiert werden. Damit ist der beitragsrechtliche Teil deutlich vereinfacht. Das vereinfachte Verfahren wird seitens der beteiligten Stellen bereits umgesetzt.
Die Meldungen müssen trotzdem korrigiert werden
Das Meldeverfahren kann allerdings nicht vereinfacht werden. Somit sind die an die Minijob- Zentrale übermittelten Meldungen für den Korrekturzeitraum zu stornieren. Der für die versicherungspflichtige Beschäftigung zuständigen Krankenkasse sind Meldungen auf Basis des vollen beitragspflichtigen Entgelts im Korrekturzeitraum zu übermitteln.
Dies ist der Tatsache geschuldet, dass dem betreffenden Arbeitnehmer in den verschiedenen Versicherungszweigen Ansprüche aus der zutreffenden Entgelthöhe und dem Status als pflichtversicherter Arbeitnehmer zustehen.
-
Neuregelung der Familienversicherung: Beitragszuschlag ab 2028
849
-
Sachbezugswerte 2027: Neue Werte für Verpflegung und Unterkunft
4232
-
Rentner im Minijob: Was zu beachten ist
3815
-
Nachforderung von Sozialversicherungsbeiträgen bei Arbeitnehmenden
254
-
Vorzeitiges Ende der Elternzeit bei neuer Schwangerschaft
1931
-
Sind Probearbeit und Schnuppertage sv-pflichtig?
93
-
Datenübermittlung: Krankenkassen melden gezahlte Beiträge an das Finanzamt
88
-
RV-Beitragsgruppenschlüssel 0 bei Minijobbern
84
-
Unbezahlter Urlaub: Krankenversicherung und Meldungen
76
-
Freiwillige Krankenversicherung: Rückwirkende Berichtigung der Beitragsberechnung
67
-
Gefälschte Vorversicherungszeiten führen zum Verlust der GKV-Mitgliedschaft
15.09.2026
-
Sachbezugswerte 2027: Neue Werte für Verpflegung und Unterkunft
11.09.20262
-
Pflegegrad-Schwellen: Spareffekt nur halb so groß wie geplant
07.09.2026
-
Digitaler Wandel: Wie Telepflege und ePA die Versorgung sichern sollen
03.09.2026
-
Rentenversicherung erwartet Beitragsanpassung ab 2028
17.08.2026
-
Kabinett beschließt Frühstartrente
14.08.2026
-
Millionenverluste bei Krankenkassen durch riskante Fondsanlagen
07.08.2026
-
Neuregelung der Familienversicherung: Beitragszuschlag ab 2028
03.08.2026
-
Aktuelle Gesetzgebungsverfahren im Sozialwesen
30.07.2026
-
Fristversäumnis beim Krankenversicherungswechsel wird teuer
27.07.2026