| Frauenquote

Bosch hat ambitionierte Ziele zur Frauenförderung

Produktion bei Bosch: Zu wenig Frauen mit technischen Abschlüssen.
Bild: Bosch Deutschland

Um den Frauenanteil auf Führungsebenen zu erhöhen, hat sich der Automobilzulieferer Bosch ambitionierte Ziele gesetzt. Doch nach wie vor gibt es zu wenige weibliche Absolventen technischer Studienfächer. Dafür wünscht sich das Unternehmen auch mehr Unterstützung von der Politik.

Bosch-Personalchef Christoph Kübel fordert daher von der Politik mehr Frauenförderung in den so genannten MINT-Fachrichtungen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik): "Ich wünsche mir, dass die Politik Frauen motiviert, dass sie in die entsprechenden Fächer gehen", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

20 Prozent höherer Frauenanteil als im jeweiligen Studienabschluss

Der Technikkonzern, zweitgrößter Automobilzulieferer weltweit, rekrutiert 80 Prozent seiner Berufsanfänger aus den MINT-Fächern. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, unter seinen Neueinstellungen aus diesen Fachrichtungen jeweils einen 20 Prozent höheren Frauenanteil zu haben als im jeweiligen Studienabschluss. Bei Elektrotechnik liege der Frauenanteil beispielsweise bei unter zehn Prozent, dort wolle Bosch zwölf Prozent erzielen, erläuterte Kübel. "Das haben wir im vergangenen Jahr in fast allen Studienbereichen erreicht."

Gute Erfahrungen mit gemischten Teams

"Wir haben  sehr gute Erfahrung mit vielfältig besetzten Teams", sagte Kübel. Teams, die mit Frauen und Männern sowie mit jungen und älteren Mitarbeitern besetzt sind, seien deutlich erfolgreicher, so die Erfahrung bei Bosch. So sei der handliche Akkuschrauber Ixo, ein Verkaufsschlager der Werkzeugsparte, von einem internationalen Team unter starker Beteiligung einer Frau entstanden. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass der Akkuschrauber möglichst klein ist.

Steigerung von 7,8 Prozentpunkte in der Frauenquote in sechs Jahren

Die von der Regierung geplanten gesetzlichen Quotenregelungen zur Erhöhung der Frauenanteile in Aufsichtsräten, Vorständen und obersten Managementebenen börsennotierter oder mitbestimmungspflichtiger Unternehmen werden Bosch zwar nach Aussage von Kübel nicht betreffen. Dennoch hat sich das Unternehmen selbst Ziele gesetzt. Konkret will Bosch den Frauenanteil auf Führungsebenen bis 2020 auf 20 Prozent erhöhen. Aktuell liegt dieser bei 12,2 Prozent. Dies ist ein anspruchsvolles Ziel. Zum Vergleich: Die Redaktion des Personalmagazins hat in Ausgabe 05/2014 die Zielsetzungen der Dax-Konzerne analysiert und dabei Ziele, die mehr als ein Prozentpunkt Steigerung der Frauenanteils pro Jahr vorsehen als ambitioniert bewertet.

Schlagworte zum Thema:  Frauenquote, Diversity Management

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