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Entspannen jenseits der traditionellen Mittagspause

Laut Studie verlässt nur ein Drittel der Mitarbeiter mittags das Büro. Der Rest bleibt am Schreibtisch.
Bild: Corbis

Die traditionelle Mittagspause findet in deutschen Büros immer weniger Anhänger, zeigt eine Befragung: Nurmehr ein Drittel verlässt am Mittag den Schreibtisch, viele arbeiten sogar durch. Doch auch kurze Pausen, sogenannte "Microbreaks", können erholsam sein – wenn sie richtig genutzt werden.

In der Pause sollten Mitarbeiter sich erholen, damit sie anschließend wieder mit Elan an ihre Arbeit gehen können. Somit ist es im Interesse des Arbeitgebers, dass Mitarbeiter Pausen auch nutzen und nicht durcharbeiten. Um sicherzustellen, dass sie dies auch wirklich tun, hat der Gesetzgeber bei einer Tagesarbeitszeit von sechs bis neun Stunden in § 4 des Arbeitszeitgesetzes mindestens eine halbe Stunde Mittagspause vorgeschrieben.

Dass Mitarbeiter diese Zeit mittlerweile mehrheitlich am Schreibtisch verbringen, hat nun eine Studie der Jobbörse Monster gezeigt, für die 274 Arbeitnehmer aus Deutschland online zu ihrer Mittagspausengestaltung befragt wurden. Denn demnach nutzt nurmehr ein knappes Drittel der Befragten die Mittagspause, um den Schreibtisch zu verlassen und außerhalb des Büros etwas zu essen.

Die Mehrheit bleibt in der Pause am Schreibtisch

Alle anderen bleiben am Arbeitsplatz. Ein knappes Drittel arbeitet dabei weiter; die Hälfte von ihnen sogar, ohne etwas zu essen. 38 Prozent der Befragten verlassen zwar ebenfalls nicht den Schreibtisch – allerdings essen sie dort und kümmern sich in dieser Zeit um private Dinge wie E-Mails checken, SMS schreiben oder privates Internetsurfen.

Die Pausengestaltung dieser 38 Prozent trägt zwar nicht gerade zur Förderung der körperlichen Gesundheit bei, doch kurze Arbeitsunterbrechungen zum privaten Surfen können durchaus der geistigen Erholung zuträglich sein. Das hat eine Studie der University of Cinncinnatti ergeben. Im Einzelnen stellten die Studienautoren fest, dass Mitarbeiter, die Online-Pausen nutzen, anschließend motivierter und produktiver sind.

Die Wissenschaftler vermuten, dass dies daher rührt, dass die Mitarbeiter in der kurzen Pause die Möglichkeit haben, Privat- und Berufsleben in Einklang zu bringen – etwa, indem sie Musik hören, unterhaltsame Artikel im Internet lesen oder sich über Sportergebnisse informieren. Manche Studienteilnehmer gaben auch an, die Internetpausen zu nutzen, um Familienmitglieder zu kontaktieren, Rechnungen zu zahlen oder Schulaufgaben zu machen.

Auch in kurzen Pausen lässt es sich entspannen

Wer – wie einige Teilnehmer der erwähnten Studie – keine Lust hat, seine Pause wie den Rest seines Arbeitstags vor dem Bildschirm zu verbringen, kann kurze Pausen auch auf andere Weise aktiv zur Entspannung nutzen. Michael Spreiter, Autor des Buchs "Burnoutprävention für Führungskräfte", rät dafür zu Entspannungstechniken, die nur wenige Minuten an Zeit benötigen. Diese sogenannten "Microbreaks" können Mitarbeitern helfen, sich in kurzer Zeit intensiv zu entspannen, um danach wieder leistungsfähiger zu sein.

Auch die Autoren der Monster-Studie haben einige Anregungen parat, wie Mitarbeiter und Führungskräfte ihre Pausen erholsamer gestalten können. So ermutigen sie Mitarbeiter etwa dazu, bei Ermüdungserscheinungen auf ihren Körper zu hören und in sich in diesen Fällen eine kleine Auszeit zu gönnen, bevor sie die Arbeit wieder aufnehmen.

Wichtig auch: die Balance zu halten. Dazu empfehlen die Autoren je nach Bedarf einen Gang an die frische Luft oder einen Moment Ruhe.

Wer nach einer neuen Stelle Ausschau hält, sollte von vorneherein darauf achten, dass beim potenziellen Arbeitgeber Wert auf flexible Arbeitszeiten und eine Work-Life-Balance gelegt wird – damit auch in Zukunft kurze Pausen jenseits der Mittagspause ihren Platz im Arbeitsalltag finden.

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Haufe Online Redaktion

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