| Working Capital Management

Unterschiede bei Cash-to-Cash-Zyklus decken Optimierungspotenzial auf

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Branchenunabhängig gibt es beim Working Capital Management große Qualitätsunterschiede. Das zeigt eine neue Studie von Deloitte. Besonders offensichtlich wird das angesichts der signifikanten Bandbreite bei der Kennzahl Cash-to-Cash.

Kapitalbindung in absoluten Zahlen deutlich gestiegen
Das Working Capital – Überschuss der kurzfristig liquidierbaren Aktiva eines Unternehmens über die kurzfristigen Passiva – spielt bei den 230 umsatzstärksten deutschen Unternehmen eine wichtige Rolle. Infolge des Umsatzwachstums ist die absolute Kapitalbindung im Umlaufvermögen weiter angestiegen. Sie erhöhte sich 2012 gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf insgesamt 236 Milliarden Euro. Dies ergab die Deloitte-Studie "Working Capital".

Stabilität in Relation zum Umsatz
Das Working Capital-/Umsatzverhältnis ist in den letzten drei Jahren in deutschen Unternehmen unverändert  geblieben. Die absolute Kapitalbindung im Working Capital hat sich jedoch in Folge des Umsatzanstiegs erhöht. Allerdings haben die Unternehmen ihre Potenziale nicht ausgeschöpft. Das offenbaren die großen Unterschiede bei der Cash-to-Cash-(C2C-)Kennzahl innerhalb der Branchen. Das legt den Schluss nahe, dass, unabhängig von unternehmensspezifischen Unterschieden, hier grundsätzlich Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Insgesamt zeigt sich, dass größere Firmen eine deutlich geringere Kapitalbindung aufweisen, insbesondere bei den Posten der Aktivseite. Die deutlichste Verbesserung in den letzten 3 Jahren konnten Unternehmen aus den Branchen Automotive-, Elektrotechnik- sowie Maschinen- und Anlagenbau verzeichnen.

C2C-Zyklus seit 2010 kaum verändert
Der C2C-Zyklus, also die Netto-Umlaufvermögensbindung in Tagen, hat sich zwischen 2010 und 2012 unternehmens- und branchenübergreifend kaum verändert. Die Reichweite der Forderungen (DSO – Days Sales Outstanding) jedoch hat sich um 3 Tage auf 46 Tage verkürzt – ebenso die Dauer der durchschnittlichen Lieferantenfinanzierung von 35 auf 32 Tage. In Zusammenhang mit den gestiegenen Umsätzen erhöhte sich jedoch das absolut gebundene Netto-Umlaufvermögen deutlich um 18 Prozent.

Kein direkter Zusammenhang mit der Profitabilität
Laut Studie ist zwar kein direkter Zusammenhang zwischen Profitabilität und Working Capital zu festzustellen. Allerdings weisen Unternehmen mit geringerer Rentabilität unter anderem aufgrund einer stärkeren Nutzung von Instrumenten der Forderungsfinanzierung deutlich niedrigere DSOs auf. Unternehmen mit höherer Rentabilität hingegen verfügen über höhere Verbindlichkeitsreichweiten.

Arme Firmen betreiben besseres Working Capital Management
Dagegen wird zwischen Verschuldung und Working Capital ein deutlicher Zusammenhang erkennbar. Bei höher verschuldeten Unternehmen fällt die Netto-Umlaufvermögensbindung niedriger aus, da hier die Bedeutung des Working Capital Management zur Erhöhung der Liquidität und zur Reduzierung von Verschuldung und Finanzierungskosten steigt.

Schlagworte zum Thema:  Working Capital Management, Optimierung

Aktuell

Meistgelesen