Blei spielt heute bei der Arbeit selten, aber doch immer noch eine Rolle. Deshalb sollte man das Gesundheitsrisiko kennen. Wo kann es zu Bleibelastungen am Arbeitsplatz kommen?

Häufig tritt Blei in Form von Stäuben, Dämpfen oder Rauchen auf. Dann besteht die Gefahr der Aufnahme durch die Atemluft. Dies kann sich direkt am Arbeitsplatz ereignen. Aber auch Beschäftigte im umliegenden Umfeld können mit Bleistaub in Kontakt kommen. Bei mangelnder Arbeitshygiene kann das Blei sogar in den Magen-Darm-Trakt gelangen.

Wo kann es zu Bleibelastungen am Arbeitsplatz kommen?

Zu den Tätigkeiten, bei denen heute Blei noch zum Einsatz kommt und mit einer Bleibelastung zu rechnen ist, zählen laut der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 505 „Blei“ u. a.

  • Weichlöten mit bleihaltigen Loten,
  • Recycling von bleihaltigen Abfällen,
  • Auftragen von bleihaltigen Anstrichstoffen bei der Restaurierung,
  • Entfernen bleihaltiger Beschichtungen z. B. durch Bürsten, Schleifen, Strahlen oder Abbeizen,
  • Zerlegen von bleihaltigen Elektro- und Elektronikgeräten oder
  • Instandsetzungs-, Reinigungs- und Revisionsarbeiten in den bleierzeugenden und -verarbeitenden Bereichen.

So lassen sich Beschäftigte vor Blei schützen

Zu den Schutzmaßnahmen gegen Bleibelastungen am Arbeitsplatz zählen z. B.

  • Absaugeinrichtungen,
  • Schutzkleidung und Atemschutz,
  • spezielle Reinigung der Arbeitskleidung,
  • das Verbot von Essen, Trinken und Rauchen im Arbeitsbereich.

Berufserkrankungen durch Blei gehen deutlich zurück und das soll so bleiben

2016 musste laut DGUV nur zweimal eine chronische Bleierkrankung als Berufserkrankung anerkannt werden. Eine davon mit Rentenbezug. Dass diese Zahlen so niedrig bleiben bzw. gänzlich die Null erreichen, dafür müssen mögliche Gefahrenquellen erkannt werden bzw. bekannt sein.

Blei im Körper kann zu chronischen Beschwerden und Schädigungen führen

Kommt es zu langfristigen Belastungen mit Blei, kann dies zu Abgeschlagenheit, Appetitmangel, Bauchschmerzen, chronischen Darmbeschwerden, Anämie oder sogar zur Schädigung des Nervensystems führen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) stuft metallisches Blei zudem als schädigend für die Fortpflanzungsfähigkeit und die pränatale Entwicklung ein. Deshalb ist es wichtig, mögliche Bleibelastungen an Arbeitsplätzen zu messen und mit entsprechenden Maßnahmen darauf zu reagieren.

Bleikonzentration lässt sich 30 bis 40 Tage im Blut nachweisen

Eine Bleibelastung bei Beschäftigten lässt sich im Blut nachweisen. Der Blutbleispiegel kann z. B. im Rahmen der arbeitsmedizinischen Pflichtversorgung ohne große Planung bestimmt werden, da die Halbwertszeit von Blei im Blut bei 30 bis 40 Tagen liegt.