Nachhaltige Start-ups
„Deutsche Start-ups werden zunehmend grüner und wirkungsorientierter“, lautet ein Schlüsselergebnis des „Green Startup Monitor 2021“ vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. Demzufolge setzen sich immer mehr Neugründungen mit Lösungsansätzen für die sogenannten gesellschaftlichen und ökologischen Grand Challenges auseinander, als da wären: Klimawandel, Energie- und Mobilitätswende, demographischer Wandel, Veränderungen in der Arbeitswelt.
Green Economy bestimmt die Gründerszene
Der „Deutsche Startup Monitor 2022“ (DSM) vom Startup-Verband untersuchte 1.976 Start-ups und bekräftigt diese Erkenntnis: Demnach ordnen 46 Prozent der Start-ups ihre Produkte oder Dienstleistungen der Green Economy zu. 42,2 Prozent der Start-ups stimmen laut DSM der Aussage zu, dass sich ihre Produkte oder Dienstleistungen dem Bereich Social Entrepreneurship zuordnen lassen. Die Bandbreite der nachhaltigen Geschäftsmodelle ist enorm – und stimmt einen sehr optimistisch, dass sich in Zukunft Vieles zum Guten wenden könnte. Hier eine nur sehr kleine Auswahl:
Traceless Materials
Für dieses Geschäftsmodell gab es den Deutschen Gründerpreis 2022: Eine der beiden Gründerinnen des Hamburger Unternehmens hat einen Stoff aus Abfällen der Lebensmittelindustrie erfunden, der Plastik ersetzen kann. Das Bio-Granulat „traceless“ hat die Eigenschaften von Kunststoff und lässt sich wie Kunststoff-Granulat verarbeiten, ist aber komplett kompostierbar und weist eine blitzsaubere Ökobilanz auf. In der Mitteilung zum Gründerpreis heißt es: „Die Erfindung von Dr. Anne Lamp lässt den Bio-Traum Realität werden: Ein Abfallprodukt, das selbst schon bio ist, wird umweltschonend weiterverarbeitet und ersetzt ein Problemprodukt: Getreidereste statt Plastik!“
traceless.eu
1KOMMA5°
Das Hamburger Start-up bietet verschiedene Energieprodukte, mit denen Menschen ihr Zuhause CO²-neutral machen können. Das Produktversprechen: „Ob saubere Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlage, maximale Eigennutzung des Stroms mithilfe eines Solarstromspeichers, nachhaltige Wärme durch eine Wärmepumpe oder Ladelösungen für dein E-Auto. Wir bieten alles aus einer Hand.“ Dafür baut das 2021 gegründete Unternehmen ein europaweites Netzwerk aus Fachbetrieben auf.
1komma5grad.com
Carbon One
Das Berliner Start-up Carbon One hat nach eigenen Aussagen einen „wettbewerbsfähigen Weg gefunden, Methanol aus nicht fossilen Rohstoffen herzustellen. Grünes Methanol. Egal in welcher Größenordnung.“ Das sei ein Meilenstein, mache Schifffahrt und die chemische Industrie CO²-neutral und werde helfen, den Klimawandel zu stoppen. Das klingt vollmundig, allerdings: Hinter Carbon One stehen hochkarätige Leute, die hochkarätige Investoren überzeugt haben – darunter die Top-Manager Wolfgang Reitzle (ehemals Linde), Dr. Jürgen Hambrecht (ehemals BASF) oder Jim Hagemann Snabe (Siemens).
carbon.one
Ecoworks
Das mehrfach ausgezeichnete Berliner Start-up ecoworks digitalisiert und industrialisiert energetische Sanierungen für die Wohnungs- und Bauwirtschaft, um sie klimaneutral zu machen. Innovative Bauteile und Technologien verlagern bis zu achtzig Prozent der Aufgaben von der Baustelle in die Fabrik. Dabei geht es zum Beispiel um vorgefertigte Elemente einer Gebäudehülle mit bereits integrierten Fenstern, Türen und intelligenter Haustechnik. Das Produktversprechen: „Die serielle Sanierung ermöglicht bezahlbare Sanierungen bei kurzen Bauzeiten und Warmmieten-Neutralität für Mieter*innen.“
ecoworks.tech
Tremaze
Das erklärte Ziel des Dortmunder Start-ups Tremaze ist es, Menschen, die in der sozialen Arbeit tätig sind, dabei zu unterstützen, möglichst viel Zeit für die Arbeit mit Menschen zu haben. Und das eben mit digitalen Tools. Tremaze will zum „Rückgrat der sozialen Arbeit von Morgen“ werden, indem es sozialen Einrichtungen dabei hilft, mit Websites und Apps als Software-as-a-Service zielgruppengerecht zu kommunizieren.
tremaze.de
-
Tschüss, Greenwashing-Siegel: Was ab September 2026 nicht mehr auf die Verpackung darf
85
-
EUDR-Update: Kommission legt Vereinfachungspaket vor
28
-
Wasserstoff im Ofen: Der Feind bringt Hoffnung
18
-
Marginal Abatement Cost Curve (MACC): Vorteile und Anwendung
17
-
Die strategische Bedeutung und Umsetzung von Transitionsplänen
14
-
In vier Schritten zur Klimarisikoanalyse
10
-
Kreislaufwirtschaft - die "7 R"
10
-
PPWR in der Praxis – Handlungsempfehlungen für Verpackungshersteller und Produktverkäufer
10
-
Biotope statt Beton: Umweltminister Schneider kündigt Gesetz zur „Natürlichen Infrastruktur“ an
10
-
Auswirkungen der PPWR auf die Industrie
9
-
Batteriepass ab 2027: Neue Testumgebung für Unternehmen ist online
24.06.2026
-
Quo Vadis Carbon Accounting?
16.06.2026
-
Wasserstoff im Ofen: Der Feind bringt Hoffnung
12.06.2026
-
Unternehmen ohne Hitzeschutz: Ertrag und Wirtschaftlichkeit drohen dahinzuschmelzen
11.06.2026
-
Schutz vor Hitze am Arbeitsplatz ist eine Führungsaufgabe
11.06.2026
-
„Beschwerdeverfahren sind das wichtigste Instrument für Risiken bei indirekten Lieferanten“
02.06.2026
-
PIK-Studie errechnet möglichen Dominoeffekt des Klimazolls
01.06.2026
-
Klimaanpassung: vom Kostenposten zur Investition
28.05.2026
-
Product Carbon Footprint: Schlüssel zur Klimaneutralität von Produkten
26.05.2026
-
Tag der biologischen Vielfalt: Was Unternehmen zum Schutz der Artenvielfalt tun können
22.05.2026