Festsetzung eines Verzögerungsgelds kostet mindestens 2.500 EUR
Der Gesetzgeber hat es im Jahressteuergesetz 2009 zugelassen, dass Unternehmer ihre elektronische Buchführung ins Ausland verlagern können. In diesem Zusammenhang führte er als Druckmittel das Verzögerungsgeld ein, um eine Rückführung der Information bzw. der Buchführungsunterlagen aus dem Ausland erzwingen zu können. Die Regelung des § 146 Abs. 2a AO geht aber weit darüber hinaus. Ein Betriebsprüfer des Finanzamts darf nämlich auch dann ein Verzögerungsgeld festsetzen, wenn der Unternehmer ihm im Rahmen einer Außenprüfung nicht die gewünschten Unterlagen vorlegt oder die geforderten Auskünfte nicht erteilt.
Verzögerungsgeld klingt harmlos, ist es aber nicht. Die Praxis zeigt, dass Betriebsprüfer immer öfter diese neue Möglichkeit nutzen. Betriebsprüfer drohen an, ein Verzögerungsgeld festzusetzen, wenn innerhalb einer bestimmten Frist die geforderten Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt werden. Lässt der Unternehmer diese Frist verstreichen, kostet ihn das mindestens 2.500 EUR: Das ist der Mindestbetrag, der nach § 146 Abs. 2a AO nicht unterschritten werden darf.
Praxistipp
Verlangt das Finanzamt im Rahmen einer Außenprüfung Auskünfte, die innerhalb einer bestimmen Frist erteilt werden müssen, und taucht der Begriff „Verzögerungsgeld“ auf, dann sollte die Frist unbedingt eingehalten werden. Falls nicht alle Unterlagen kurzfrist beschafft werden können, sollten zumindest die vorhandenen Unterlagen vorgelegt werden. Für die Vorlage der übrigen Unterlagen kann dann i.d.R. eine Fristverlängerung ausgehandelt werden.
(§ 146 Abs. 2a AO, Neuregelung durch das Jahressteuergesetz 2009)
-
Abgabefristen für die Steuererklärungen 2019 bis 2025
2.087
-
Begünstigte Versicherungsverträge vor dem 1.1.2005 in Rentenform
1.3252
-
Corona-Soforthilfe Hessen: Moratorium beendet, Verfahren läuft wieder
691
-
Neuregelung des häuslichen Arbeitszimmers und der Pauschalen ab VZ 2023
595
-
Neue Bagatellgrenzen für betrieblich genutzte Grundstücksteile
5732
-
Feststellung des Grades der Behinderung für zurückliegende Zeiträume
556
-
Pflichtangaben für Kleinbetragsrechnungen
551
-
Umsatzsteuer 2026: Wichtige Änderungen im Überblick
538
-
Atypische Kapitalauszahlung aus einer betrieblichen Altersversorgung
493
-
Unterhaltsleistungen an über 25 Jahre alte studierende Kinder
48114
-
Empfänger und Gegenstand der Vermögensübertragung
24.06.2026
-
Übertragung einer Privatimmobilie gegen Versorgungsleistungen
24.06.2026
-
Anforderungen an den Übertragungsvertrag
24.06.2026
-
Umfang und Empfänger der Versorgungsleistungen
24.06.2026
-
Soforthilfe-Rückforderung: OVG hebt günstiges Urteil des VG Cottbus auf
24.06.2026
-
Niederstwertprinzip nach HGB bei betrieblichen Wertpapierdepots
19.06.2026
-
Hoher Aufwand für E-Rechnung für Betriebe
19.06.2026
-
Corona-Soforthilfe: VG Köln verneint Verjährung des Erstattungsanspruchs
17.06.2026
-
Nachträgliche Berücksichtigung des Pflegegrads
11.06.2026
-
Gut 7 % der Steuerpflichtigen zahlten 2022 den Spitzensteuersatz
10.06.2026