Sechs Tipps für gelungene Traineeprogramme
Dass Unternehmen Traineeprogramme in erster Linie einsetzen, um Nachwuchskräfte auszubilden, zu entwickeln und zu fördern, hat eine empirische Studie gezeigt: 27 Prozent der 137 befragten Personalreferenten nannten dies als oberstes Ziel bei der Ausbildung von Trainees, schreibt Professor Christine Wegerich in der aktuellen Ausgabe des Personalmagazins. Wegerich lehrt Personalmanagement und -entwicklung an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, die die Studie durchgeführt hat. In ihrem Beitrag im Personalmagazin zeigt die Autorin sechs Erfolgsfaktoren auf, mit deren Hilfe die Ausbildung, Entwicklung und Förderung der jungen Talente gelingt.
Erfolgsfaktor 1: Zielsetzung von Traineeprogrammen festlegen
Die Unternehmensziele sollten die Basis für strategische Nachwuchsentwicklungskonzepte sein, zu denen die Traineeprogramme einen messbaren Beitrag leisten sollten, fordert Wegerich. Notwendig sei es deshalb, hier sinnvolle Kennzahlen festzulegen. Wegerich nennt hierfür einige Beispiele, wie etwa die Ermittlung der Teilnehmerzufriedenheit.
Erfolgsfaktor 2: Kompetenzfelder definieren und entwickeln
Wegerich empfiehlt, dass sich die Gestaltung von Traineeprogrammen an drei Kompetenzfeldern orientieren sollte: Die Trainees sollten ein Verständnis für das gesamtunternehmerische Handeln entwickeln, ihre fachliche und methodische Qualifikation vertiefen und ihr persönliches Lernen weiterentwickeln. Dafür könnten Unternehmen aus den Kompetenzfeldern drei Lernfelder definieren, beispielsweise Wertschöpfungsprozesse, die Weiterentwicklung der Fach- und Methodenkompetenz und die Weiterentwicklung der personalen Kompetenz.
Erfolgsfaktor 3: Projektarbeit als Lernform einsetzen
Sinnvoll seien Konzepte des Projektmanagements für das Lernen in Traineeprogrammen sowohl für den einzelnen Trainee als auch für die gesamte Teilnehmergruppe, schreibt Wegerich. Hier könnten regelmäßige Projektcoachings dazu dienen, durch ein moderiertes Feedback sowie eine angeleitete Selbst- und Fremdreflexion wesentliche Herausforderungen der Trainees in der Projektarbeit aufzugreifen und zu analysieren. Der Trainee profitiere davon persönlich, aber auch das Unternehmen bekomme so immer wieder Impulse für Veränderungen.
Erfolgsfaktor 4: Die Übergangsphase gestalten und begleiten
Die Übergangsphase am Ende des Traineeprogramms in die Übernahmeposition kann eine besondere Herausforderung darstellen. Um für die Trainees nach Abschluss des Entwicklungsprogramms den Übergang zu gestalten, empfiehlt die Professorin interessante und anspruchsvolle Ziel- beziehungsweise Führungspositionen, das Angebot von Weiterbildungs-, Qualifizierungs und Fördermöglichkeiten , die Einbindung der Trainees in die Karriereplanung sowie die Eingliederung in Netzwerke als Bindungsinstrument.
Erfolgsfaktor 5: Erfolg kontrollieren und Transfer sichern
Sinnvoll, so Wegerich, sei die Erfolgsmessung von Personalentwicklungsmaßnahmen auf Basis des Vier-Stufen-Modells nach Kirkpatrick. Die vier Stufen beziehen sich auf die Lernebenen, anhand derer der Lernerfolg gemessen werden kann: Die erste Stufe bezieht sich auf den Zufriedenheitserfolg mit einer Weiterbildungsmaßnahme. Die zweite und dritte Stufe bewerten den Lernerfolg sowie den Transfer des Gelernten in den Berufsalltag und die vierte Stufe dessen Ergebnis.
Erfolgsfaktor 6: Traineeprogramme mithilfe von Praxistipps optimieren
Wegerich nennt folgende Anregungen aus der Praxis: Viele Unternehmen böten mehr Stellen, zusätzliche Trainings oder mehr Stationswechsel an und förderten auch eine bessere Vernetzung der Trainees untereinander und im Unternehmen. Zudem legten Experten aus der Praxis den Fokus auf die Intensivierung und Professionalisierung der Betreuung und Begleitung, und zwar auch nach Programmende, sowie auf eine stärkere Internationalisierung durch mehr Auslandseinsätze und eine größere Individualität, Eigensteuerung und Selbstverwaltung durch die Trainees.
Den kompletten Beitrag "Gelungene Traineeprogramme" mit Praxisbeispielen aus sechs Unternehmen lesen Sie in Ausgabe 04/2014 des Personalmagazins.
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