Rn 6
(S § 282 Rn 5 f). Erfasst ist jedes neue Vorbringen, welches der Durchsetzung bzw Abwehr des geltend gemachten prozessualen Anspruchs – dieser wird bestimmt durch den Klageantrag und den Lebenssachverhalt, aus dem der Kl die begehrte Rechtsfolge herleitet – dient, zB Behauptungen, Bestreiten, Einwendungen, Einreden (einschließlich der ausfüllenden Tatsachenbehauptungen), Beweismittel, Beweiseinreden (vgl § 146, § 282 I) und Beweisanträge (BGH NJW 04, 2828, 2830 [BGH 08.06.2004 - VI ZR 230/03]). Zu den Verteidigungsmitteln zählt auch die Geltendmachung einer Aufrechnung (BGH NJW 84, 1684, 1687 [BGH 29.02.1984 - VIII ZR 310/82]), und zwar sowohl die einer Prozessaufrechnung als auch die einer vorprozessual erklärten (Rn 52 f; Wieczorek/Schütze/Weth Rz 44 f). Nach dem BGH greift § 296 nicht bei erst im Laufe des Verfahrens geschaffenen materiell-rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen, wenn bei einer Zurückweisung als verspätet der Streit ansonsten in einem weiteren Rechtsstreit mit demselben Gegenstand erneut ausgetragen werden müsste (so BGH NJW-RR 05, 1687, 1688 [BGH 06.10.2005 - VII ZR 229/03]; dazu Rn 7 und 20).
Rn 7
Keine Angriffs- und Verteidigungsmittel sind der Angriff und die Verteidigung selbst nebst des tragenden Sachvortrags, mithin verfahrensbestimmende Anträge wie Klage (und Widerklage; vgl BGH NJW 81, 1217 [BGH 12.02.1981 - VII ZR 112/80]; 95, 1223 [BGH 15.12.1994 - VII ZR 13/94]; 00, 2513 [BGH 19.04.2000 - XII ZR 334/97]), Partei- (vgl BGH NJW 97, 870) bzw Klageänderung (BGH 20.9.16 – VIII ZR 247/15, NJW 17, 491 Rz 18) samt nachträglicher objektiver Klagehäufung (vgl BGH NJW 01, 1210, 1211 [BGH 15.01.2001 - II ZR 48/99]), Klageerweiterung samt dem Vorbringen zur Begründung (vgl BGH NJW 85, 3079 [BGH 24.10.1984 - VIII ZR 140/83]). Auch Bewirkungshandlungen...