Rz. 106
Bei der Überprüfung der psychophysischen Leistungsfähigkeit werden mithilfe von Reiz-Reaktions-Ketten die oben genannten Leistungsdimensionen überprüft. Dabei wird Aufmerksamkeit in Kombination mit Konzentrationsfähigkeit als Voraussetzung für die erfolgreiche Wahrnehmung bzw. optische Orientierung angesehen. Diese bestimmen wiederum die Aufnahme und Verarbeitung von Reizen, welche durch zentrale Verarbeitungsprozesse gewichtet werden. Mit dem Ziel, ein angestrebtes Fahrverhalten zu zeigen, führen diese Prozesse schließlich zu motorischen Reaktionen, welche die eigentlich sichtbare Handlung bilden. In diesem Bezugssystem bezeichnet die Belastbarkeit dann die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum unter andauernder und möglicherweise gleichzeitig wechselnder Beanspruchung aufrecht zu erhalten.
Rz. 107
All diese Prozesse können in psychologischen Testverfahren mithilfe von z.B. Reaktionszeiten und Reaktionsfehlern überprüft werden. Die im Test erreichten Rohwerte werden anhand einer Normierungsstichprobe verortet und mithilfe von sogenannten "Cut-Off"-Werten beurteilt. Diese Werte legen fest, ob die erbrachten Leistungen im Sinne der Fahreignung des Klienten interpretiert werden können oder ob Mängel vorliegen.
Rz. 108
Wenn ein Testverfahren mit ungenügenden Testwerten abgeschlossen wird, können zusätzliche psychologische Testverfahren absolviert und in bestimmten Ausnahmefällen einzelne Tests ggf. sogar wiederholt werden.