Rz. 148
Wie den obigen Zahlen zu entnehmen ist, bilden die Klienten, die unter Alkoholeinfluss am Straßenverkehr teilgenommen haben, die größten Zielgruppen. Dies ist wenig verwunderlich, stellt Alkohol in Deutschland doch eine "legale Droge" dar und genießt somit ein hohes gesellschaftliches Ansehen. Die Anlässe, Alkohol zu konsumieren, sind vielfältig und umfassen u.a. das Anstoßen auf eine gute Leistung oder den Abschluss eines Projekts, die Geburtstagsfeier des Freundes, aber auch das "Frustsaufen". Prinzipiell ist gegen den Genuss von Alkohol auch nichts einzuwenden. Die mangelnde Fähigkeit oder Bereitschaft, den Alkoholkonsum und die Teilnahme am Straßenverkehr zu trennen hingegen stellt ein großes Problem dar (siehe Abbildung 19.6).
Abb. 19.6: Entwicklung der absoluten Zahlen von Alkoholauffälligen
a) Amtliche Unfallstatistik
Rz. 149
Ausgangspunkt der Problematik von "Alkohol am Steuer" ist die Tatsache, dass Alkoholmissbrauch ein Faktor im Rahmen der Unfallverursachung ist, der grundsätzlich gut abgrenzbar von anderen Ursachen ist und deshalb – zumindest theoretisch – einen relativ leicht zu verhindernden Gesichtspunkt darstellt. Gemeint ist, dass z.B. Fehler beim Überholen eingebettet sind in ein sehr komplexes Geschehen. Dieses wird konstituiert vom dynamischen Verhalten zumindest zweier, oft von drei oder noch mehr Verkehrsteilnehmern, von deren Können und Zustand (inklusive Alkoholbeeinflussung) sowie von weiteren Faktoren, wie z.B. Straßenverhältnissen, Wetter, Lichtverhältnissen, allgemeinen und streckenbezogenen Ge- und Verboten. Daran wird deutlich, dass die Reduzierung der Zahl von Unfällen beim Überholen an sehr vielen Stellen...